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Elektromobilität Wie sich Feuerwehren auf brennende E-Autos vorbereiten

| Autor/ Redakteur: dpa / Maximiliane Reichhardt

Brennende Elektro-Autos sind eine neue Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehren: Die Fahrzeuge brennen zwar nicht öfter oder stärker als Verbrenner – aber anders.

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Elektromobilität verändert nicht nur die Autobranche selbst.
Elektromobilität verändert nicht nur die Autobranche selbst.
(Bild: KIT)

Die Feuerwehr bereitet sich auf Gefahren durch Brände von E-Auto-Batterien vor, rät aber zu Gelassenheit. „Wir haben es hier mit einer neuen Herausforderung zu tun, auf die die Einsatzkräfte vorbereitet werden müssen“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Knorr der Deutschen Presse-Agentur. „E-Autos brennen aber weder heftiger noch häufiger als Benziner oder Diesel – nur anders.“

Herkömmliche Vorgehensweisen sind „grundsätzlich geeignet“

Eine Empfehlung des Verbandes in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Fachleuten kommt entsprechend zu dem Schluss, die herkömmlichen und bekannten Vorgehensweisen seien zur Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus „grundsätzlich geeignet“. Bei guten Fertigungsstandards und sachgerechter Handhabung seien die Akkus zudem als ausreichend sicher einzustufen. Auch der ADAC hält das Risiko eines Brandes auch bei E-Autos für vergleichsweise gering. Die Fahrzeuge seien – wie auch Crashtests zeigen – bei einem Unfall genauso sicher wie herkömmliche Modelle. So schalte sich das Hochvoltsystem automatisch ab, wenn der Airbag ausgelöst wird.

Knorr findet es jedoch wichtig, dass Feuerwehren sich bereits vor dem dennoch möglichen Einsatzfall mit der neuen Technik befassen, um Unsicherheiten vorzubeugen. Wenn ein E-Auto-Akku brenne, dann sei durchaus mit „enormer Brandleistung“ zu rechnen. Deren Wucht sei bei einem Akku aber durchaus vergleichbar mit einem aufgerissenen Tank. Knorr erklärt es so: „Die Energie, die freigesetzt wird, ist ja unabhängig von der Technologie darauf ausgelegt, das Auto über eine längere Strecke in Bewegung zu setzen.“ Ausschlaggebend dafür, dass Autos, wenn sie in Brand geraten, heutzutage größere Hitze und Flammen entwickelten als noch vor Jahrzehnten, sei die deutliche Zunahme verbauter brennbarer Stoffe in den Karossen: mehr Dämmung, breitere Reifen. Andere Polster nähren heute viel größere Feuer als früher.

Mehr Wasser als gewöhnlich

Anders als bei einem brennendem Treibstoff, dem die Einsatzkräfte meist durch Löschschaum den notwendigen Sauerstoff entziehen, ist Wasser das Löschmittel der Wahl bei Akkus. „Es reicht nicht, die sichtbaren Flammen zu ersticken“, sagte Knorr. Die eigentliche Energie werde im Innern des Akkus freigesetzt, wo sich der Brand wie bei einem Dominoeffekt von Teilzelle zu Teilzelle fortsetze, „thermal runaway“ nennt das der Experte. „Da hilft nur kühlen, kühlen, kühlen. Sie müssen dem Akku mehr Energie entziehen als er freisetzt, sonst kann er sich wieder entzünden.“ Damit das gelinge, sei in der Regel mehr Wasser nötig als gewöhnlich.

Ein weiteres Problem der brennenden Akkus liege darin, dass sich auch gelöschte Speicher bis zu 24 Stunden lang wieder entzünden können. „Man kann nicht in die Akkus hineinblicken“, sagte Knorr. Es könne daher sinnvoll sein, die Batterie in ein Wasserbad zu legen, um auf Nummer sicher zu gehen. So geschehen zu Beispiel kürzlich im Kreis Düren: Mit einem Kran hatte die Feuerwehr das gesamte E-Auto mit einem Kran in einen mit Wasser gefüllten Container gesetzt. Wie bei einigen anderen Feuerwehren im Land wolle man solche Container künftig standardmäßig vorhalten, sagte ein Sprecher der dortigen Kreisfeuerwehr. Erst im Juni hatte die Dortmunder Polizei ein gelöschtes Elektroauto sicherheitshalber in ein improvisiertes Wasserbad gesetzt. Der Feuerwehrverband hält solche Einsatztechniken aber zunächst nicht für zwingend: Die fachgerechte Lagerung liege in der Regel in der Verantwortung der Entsorger, die das Auto bergen und abschleppen, sagte Knorr.

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