Halbjahresbilanz Wie Volkswagens E-Offensive vorankommt

Autor: Christoph Seyerlein

Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr wesentlich mehr Elektroautos ausgeliefert als noch ein Jahr zuvor. Um die Ziele für das Gesamtjahr zu erfüllen, müssen die Wolfsburger das Tempo noch einmal enorm erhöhen.

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Volkswagens Kernmarke VW Pkw lieferte im ersten Halbjahr 2021 knapp 93.000 reinelektrische Fahrzeuge aus.
Volkswagens Kernmarke VW Pkw lieferte im ersten Halbjahr 2021 knapp 93.000 reinelektrische Fahrzeuge aus.
(Bild: Volkswagen)

Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr 2021 weltweit gut 170.000 reine Elektroautos (BEV) ausgeliefert. Wie der Autobauer am Dienstag (20. Juli) mitteilte, bedeutete das eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2020 hatte der Wolfsburger Konzern mit seinen Marken knapp 65.000 E-Autos ausgeliefert. Noch stärker fiel das Wachstum bei Plug-in-Hybriden (PHEV) aus. Mit gut 171.000 Auslieferungen (1. Halbjahr 2020: 56.300) waren die Teilzeitstromer sogar minimal erfolgreicher als die reinen Elektrofahrzeuge.

Von allen reinen Elektrofahrzeugen des Konzerns war der VW ID 4 mit weltweit über 37.000 Neuzulassungen das erfolgreichste im ersten Halbjahr. Die BEV-Top-5 des VW-Konzerns zeigt folgende Bildergalerie:

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In Deutschland zeigt sich im laufenden Jahr bislang übrigens ein anderes Bild: Hierzulande lag bei den BEV-Neuzulassungen nach sechs Monaten der VW E-Up mit 15.471 Einheiten vor dem ID 3 (12.915). Der ID 4 liegt hierzulande deutlich zurück (5.878). Audi E-Tron (4.977) und Skoda Enyaq (4.120) folgen. Die hohen E-Up-Zahlen lassen sich mit langen Lieferzeiten für das Modell im Vorjahr erklären. Nachdem die Bundesregierung den Umweltbonus im Juni verdoppelt hatte, wurde VW von der hohen Nachfrage nach seinem E-Kleinstwagen überrascht. Es folgte ein Bestellstopp, bis heute arbeiten die Wolfsburger die Bestellungen aus dem Vorjahr noch ab.

Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim zeigte sich mit der Gesamtentwicklung am Dienstag zufrieden. „Unsere globale E-Offensive kommt weiter gut voran, die Kundennachfrage ist hoch“, erklärte er. Nun soll Volkswagens Elektro-Angebot weiter an Fahrt aufnehmen. Für dieses Jahr hat sich der Autobauer das Ziel gesetzt, insgesamt rund eine Million elektrifizierte Autos (BEV und PHEV) auszuliefern. Dafür müssten nach den ersten sechs Monaten (kumuliert 342.239 BEV und PHEV) zwischen Juli und Dezember noch deutlich mehr als 650.000 Neuzulassungen folgen.

CO2 soll in diesem Jahr nicht zum Problem werden

Man sei aufgrund der eigenen Planung zuversichtlich, die CO2-Flottengrenzwerte in Europa 2021 zu erreichen, fügte Dahlheim an. 2020 war das Volkswagen nicht gelungen, Strafzahlungen waren die Folge.

Für mehr als die Hälfte aller BEV-Auslieferungen war im ersten Halbjahr die Kernmarke VW Pkw verantwortlich. Knapp 93.000 E-Autos lieferten die Wolfsburger aus. Mit deutlichem Abstand auf Platz zwei folgte Audi.

Unter den verschiedenen Märkten dominiert ganz klar Europa Volkswagens Elektro-Geschehen. Drei Viertel aller BEV-Auslieferungen in den ersten sechs Monaten 2021 erfolgten dort. Zweitgrößter Elektromarkt sind die USA. Erst dann folgt mit China der insgesamt wichtigste Einzelmarkt für den Konzern. Von 1.848.400 Auslieferungen entfielen dort im laufenden Jahr nur 18.285 auf reine Elektroautos (knapp 1 %). Zum Vergleich: In Europa bedeuteten 128.000 BEV-Auslieferungen im gleichen Zeitraum einen Anteil von gut sechs Prozent an den insgesamt gut zwei Millionen Auslieferungen.

In China läuft es noch nicht so rund wie anderswo

Zuletzt kamen bereits Schlagzeilen auf, dass der Marktstart des VW ID 4 in China längst nicht so verlaufen sei, wie sich Volkswagen das erhofft hatte. Im April wurden dort beispielsweise nicht einmal 1.500 Einheiten registriert. Und das, obwohl VW in diesem Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Stück in China verkaufen will.

Vertriebsleiter Christian Dahlheim zeigte sich am Dienstag dennoch für die weitere Entwicklung im Reich der Mitte optimistisch. „Wir rechnen im dritten Quartal in China mit einer deutlichen Beschleunigung der BEV-Auslieferungen durch die erweiterte Volkswagen ID-Modellfamilie“, sagte er. Seit Anfang Juni ist dort beispielsweise auch der VW ID 6 erhältlich.

Auch VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer zeigte sich in einem Linkedin-Beitrag zuversichtlich: Er kündigte an, dass die Marke in China noch im Juli damit rechne, die Zahl der ID-Auslieferungen im Vergleich zum Juni verdoppeln zu können.

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Entwicklungsredakteur