Suchen

Schefenacker Will Ergebnis verdoppeln

| Redakteur:

Der finanziell angeschlagene Autospiegelhersteller Schefenacker will mit einem umfangreichen Restrukturierungsplan eine Verdopplung seines operativen Gewinns erreichen.

( Archiv: Vogel Business Media )

Der finanziell angeschlagene Autospiegelhersteller Schefenacker will mit einem umfangreichen Restrukturierungsplan eine Verdopplung seines operativen Gewinns erreichen. Der Geschäftsplan für die nächsten drei Jahre sehe ein Ergebnis Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 100 Millionen Euro vor, sagte Schefenacker-Chef Stephen Taylor der "Financial Times Deutschland" am Montag. Ende 2006 hatte das EBITDA bei 50 Millionen Euro gelegen.

Gläubigertreffen am Mittwoch

Bei einem Gläubigertreffen an diesem Mittwoch (2. Mai) in London sollen mit der Vorlage eines überarbeiteten Sanierungsplans endgültig die Weichen für die finanzielle Zukunft des Autozulieferers gestellt werden. Schefenacker schien bereits im Februar gerettet, nachdem sich die Hauptkreditgeber und der Gesellschafter auf einen Plan zur Restrukturierung der Verbindlichkeiten geeinigt hatten, die rund 450 Millionen Euro betragen.

Ein für den 30. März angesetztes Gläubigertreffen wurde dann aber wegen Bedenken gegen den ursprünglichen Plan verschoben. Zuvor hatte es ein monatelanges Ringen um das hochverschuldete Unternehmen gegeben, bei dem die Gewerkschaften um die rund 7.900 Arbeitsplätze bangten, Topmanager entlassen wurden und namhafte Autokonzern um den Fortgang ihrer Produktion wegen fehlender Teile fürchteten.

450 Millionen Euro Schulden

Die Schuldensumme von 450 Millionen Euro setzt sich aus einer Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro sowie Bankverbindlichkeiten von 250 Millionen Euro zusammen, die an Spezialfonds verkauft worden waren. Ursprünglich sollten die Forderungen der Anleihegläubiger gegen einen Anteil von fünf Prozent am restrukturierten Kapital getauscht werden. Dagegen hatte es Bedenken gegeben.

Das neue Angebot sieht eine zusätzliche Barzahlung von 7,5 Millionen Euro sowie zusätzliche Optionsscheine im Gegenwert von zehn Prozent der Gesellschaft vor. Schefenacker beliefert unter anderem DaimlerChrysler und VW mit Rückspiegeln. Die Zentrale des Unternehmens war im Zuge Sanierung von Schwaikheim nach Portchester in England verlagert worden.