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Conti-Werksschließungen „Wir nehmen nichts zurück“

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der geplante Abbau von 1.900 Arbeitsplätzen in Deutschland und Frankreich bei Continental hat nach den Worten von Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente nichts mit der Übernahme durch Schaeffler zu tun.

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Der Automobilzulieferer breche mit den Plänen auch keine bestehenden Vereinbarungen. „Wir halten uns an Gesetze, Tarifverträge und an Zusagen“, sagte Wente im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ am Montag. Gleichzeitig betonte der Personalvorstand, trotz der massiven Proteste von Gewerkschaften und Politik an den Plänen festhalten zu wollen. „Die Ziele zum Abbau überschüssiger Fertigungskapazität können und werden wir nicht zurücknehmen.“

Wegen der anhaltenden Krise am Automarkt und hoher Verschuldung hatte Conti in der vergangenen Woche die Schließung der Reifenproduktion im Stammwerk Hannover und im französischen Clairoix angekündigt. Betriebsräte, Gewerkschaftern und französische Politiker hatten sich massiv gegen den Stellenabbau gewehrt. Auch in Deutschland gab es heftige Proteste. Wenn man strukturelle Veränderungen in Stammwerken vornehme, habe das immer eine besondere Brisanz, sagte Wente. In Hannover-Stöcken werde sich der Wirtschaftsausschuss am heutigen Montag mit den Plänen beschäftigen. Am Dienstag gebe es eine Betriebsversammlung.

Kurzarbeit keine Lösung

„Wir wollen dann so schnell wie möglich in die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan inklusive Qualifizierungsgesellschaft einsteigen, damit die Beschäftigten eine Orientierung bekommen.“ Kurzarbeit wäre nach den Worten von Wente in diesem Fall keine Lösung gewesen. Wo man vorübergehende Schwankungen abfangen könne, setze Conti das Instrument ein. Im Februar habe sich die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit auf rund 14.000 nahezu verdoppelt. „Aber das Instrument greift nicht, wenn wir kein Licht am Ende des Tunnels sehen.“

Die Gewerkschaft IG BCE hatte heftig kritisiert, dass sie von Conti-Chef Karl-Thomas Neumann nicht ausreichend über die Werksschließungen informiert worden sei. Dies dürfte dem Bericht zufolge auch Thema der außerordentlichen Conti-Aufsichtsratssitzung sein, die möglicherweise noch in dieser Woche stattfinden wird. Haupttagesordnungspunkt ist die geplante Wahl des Schaeffler-Vertrauten Rolf Koerfer zum Aufsichtsratsvorsitzenden.

dpa

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