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VDA-Neujahrsempfang Wissmann mahnt zu industriefreundliche Standortpolitik

| Redakteur: Christian Otto

Der VDA und sein Präsident Matthias Wissmann luden zum Neujahrsempfang. Dabei lobte der Verbands-Chef vor allem die Entwicklung der deutschen Automobilbranche und hofft auf Schützenhilfe durch die Politik. Kritik übte er derweil an Brüssel.

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Matthias Wissmann lobte beim VDA-Neujahrsempfang das Erreichte und mahnte zugleich, sich darauf nicht auszuruhen.
Matthias Wissmann lobte beim VDA-Neujahrsempfang das Erreichte und mahnte zugleich, sich darauf nicht auszuruhen.
(Foto: VDA)

„Deutschland geht es gut. Die Steuereinnahmen sprudeln, die Beschäftigung ist auf Rekordniveau, der Export boomt. Doch diese gute wirtschaftliche Lage ist kein Automatismus. Im Gegenteil, Deutschland muss sich seine Wettbewerbsfähigkeit täglich neu erarbeiten“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem VDA-Neujahrsempfang vor rund 600 hochrangigen Gästen, darunter Kanzleramtsminister Peter Altmaier, der ein Grußwort sprach.

Wissmann rief gleichzeitig Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zum Zusammenhalt auf und warnte davor trotz der Erfolge nicht nachzulassen. Für die positive Bilanz habe gerade die Automobilindustrie viel getan, betonte der VDA-Präsident: „Unsere Erfolgsgaranten heißen Innovation und Internationalisierung. Mit weltweiten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von rund 27 Milliarden Euro pro Jahr sind deutsche Hersteller und Zulieferer Technologieführer.“ Gerade das erfolgreiche Auslandsgeschäft stärke aber auch den Heimatmarkt. So beschäftigte die deutsche Automobilindustrie derzeit 762.700 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften, was einen Zuwachs von 14.600 Beschäftigten zum Vorjahr bedeute.

Erwartungen an die Politik

Auch für 2014 seien die Perspektiven insgesamt gut. Wissmann: „Wir rechnen damit, dass der globale Pkw-Absatz um etwa drei Prozent auf rund 75 Millionen Einheiten wachsen wird. Viele wichtige Märkte legen zu, allen voran China und die USA. Einiges spricht dafür, dass auch der westeuropäische Markt langsam wieder Fahrt aufnimmt.“

Der VDA-Mann nahm aber auch die Politik in die Verantwortung und ermahnte die richtigen Rahmenbedingungen, wie bezahlbare Energiepreise oder einen flexibleren Arbeitsmarkt als Teil einer klugen Standortpolitik, zu gewährleisten.

Kritischer Blick auf Brüssel

Offene Kritik übte Wissmann an dem von Brüssel eingeleiteten Prüfverfahren gegen Deutschland wegen makroökonomischer Ungleichgewichte. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Vorwürfe gehen aus seiner sich „an der Realität vorbei.“

Auch den Vorschlag der EU-Kommission, die CO2-Emissionen innerhalb von 10 Jahren genauso schnell zu senken wie in den vorhergehenden 30 Jahren zusammen, nennt Wissmann „ambitioniert.“ Das richtige Ziel des Klimaschutzes dürfe vor allem nicht in falsche industriepolitische Entscheidungen münden.

Abschließend ging er auf die Elektromobilität ein, deren Entwicklung er durchaus positiv bewertete: „Ich freue mich, dass die bis vor kurzem noch weit verbreitete Skepsis langsam einer zuversichtlicheren Perspektive weicht. Bis Ende dieses Jahres bringen allein die deutschen Hersteller 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt.“ Zur weiteren Verbesserung der Nachfrage solle hier aber auch die Politik nachhelfen. Zum einen als Nutzer bei den eignen Fuhrparks und zum anderen durch finanzielle Vorteile für Firmenflotten.

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