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VDA Wissmann will die deutsche Führungsrolle sichern

| Redakteur: Christian Otto

Noch ist die deutsche Automobilindustrie in vielen Bereichen in der Pole Position. Doch diesen Platz gilt es zu sichern. Die politische Unterstützung bei der E-Mobilität sowie die Förderung des freien Handels sind zwei wichtige Agenda-Punkte die der VDA-Präsident anmahnt.

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VDA-Präsident Matthias Wissmann wirbt weiter für TTIP.
VDA-Präsident Matthias Wissmann wirbt weiter für TTIP.
(Foto: VDA)

Schon am Vorabend des Genfer Autosalons gab VDA-Präsident Matthias Wissmann einen Blick auf die derzeitige Situation der Branche. Vor allem den drei entscheidenden Märkten China, USA und Westeuropa attestierte er für den Beginn des Jahres 2015 eine erfreuliche Dynamik.

Er dämpfte gleichzeitig aber auch zu große Erwartungen, aufgrund der bestehenden politischen Krisenherde Griechenland und Ukraine. Letztere mache vor allem Russland zu einem Markt, der einen „dramatischen Absturz“ erlebt.

Forderungen an die Politik

Beim Thema CO2-Reduktion attestierte Wissmann gerade den deutschen Marken gute Fortschritte, mahnte aber gleichzeitig, „dass eine weitere spürbare Reduktion nur mit einem erheblichen Anteil alternativer Antriebe möglich sein wird.“

Deutsche OEMs seinen schon führend bei der technischen Umsetzung der Elektromobilität. Doch diese „Pole Position“ reiche aus Sich des VDA-Präsidenten nicht aus. Man müsse auch „Leitmarkt“ werden. Dafür brauche die Automobilindustrie aber Unterstützung: „Damit Deutschland auch „Leitmarkt“ für Elektromobilität werden kann, muss vor allem die Politik rasch und entschlossen Maßnahmen ergreifen.“ Ein Ansatz hierfür wäre die „50-Prozent-Abschtreibung im ersten Jahr für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge“, für die der Verband wirbt.

Bei der Vernetzung auf dem Fahrersitz

Im Automatisierten Fahren und der Vernetzung sieht Matthias Wissmann einen wesentlichen Innovationstreiber. Der technische Fortschritt in diesem Feld werde durch Bemühungen begleitet, auch die rechtlichen Rahmenbedingungen voranzutreiben. Dafür sei man im Austausch mit Bundesbehörden und der EU-Kommission. Die großen Player Apple und Google sieht Wissmann als Partner der OEMs, die bei der Kräfteverteilung weiterhin auf dem „Driver-Seat“ sitzen.

Damit das so bleibt, gilt es, die derzeitige Marktposition zu sichern und auszubauen: „Wir haben den starken Asset von 100 Jahren Automobilerfahrung. Und wir haben in den letzten Jahren noch das Wissen zu Alternativen Antrieben gewonnen. Wir sind selbstbewusst, aber wissen genau, dass es keine Sekunde zu verlieren gibt“, so der VDA-Präsident.

Notwendige Freihandelsabkommen

Hierzu dürfe man aber auch nicht die Potenziale vernachlässigen, die der internationale Handel dem Exportschlager deutsches Automobil bietet. „Wir brauchen auch den freien Marktzugang nach Nordamerika und nach Asien: Sechs von zehn exportierten Fahrzeugen der Oberen Mittelklasse gehen dorthin. Bei der Oberklasse ist das noch deutlicher: 85 Prozent der exportierten Neuwagen gehen nach Nordamerika oder Asien.“

Aus dieser Relation ergibt sich für Wissmann eine deutliche Abhängigkeit vom chinesischen und US-Markt. Vor diesem Hintergrund müsse insbesondere das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP durchgesetzt werden. Zudem sollte der freie Handel in Richtung Indien und den ASEAN-Märkten eine Stärkung erfahren.

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