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IAA 2013 ZF bekräftigt Wachstumsziele

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Der Vorstandsvorsitzende der ZF Friedrichshafen AG, Dr. Stefan Sommer, hat auf der IAA 2013 die Wachstumsziele des Konzerns für das laufende Jahr bekräftigt.

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Der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer sieht denKonzern trotz eines uneinheitlichen Marktumfelds weiter auf Kurs.
Der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer sieht denKonzern trotz eines uneinheitlichen Marktumfelds weiter auf Kurs.
(Foto: ZF)

„Auch wenn die Situation für die Automobilbranche derzeit nicht in allen Bereichen günstig ist, werden wir unseren Umsatz in diesem Jahr um knapp zehn Prozent steigern können“, sagte er bei der ZF-Pressekonferenz auf der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat der Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik seinen Umsatz um sechs Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 10,98 Milliarden Euro gesteigert. „Den schwachen Markt in Europa bekommen wir natürlich ebenfalls zu spüren“, sagte der ZF-Chef. „Doch für das zweite Halbjahr rechnen wir mit zusätzlichen Impulsen – gerade auch durch unser neues Werk für Pkw-Automatgetriebe in den USA.“

Fertigung des 8- und 9-Gang-Getriebes aufgenommen

In Gray Court im US-Bundesstaat South Carolina hat ZF vor wenigen Wochen die Fertigung des etablierten 8-Gang- und des weltweit ersten 9-Gang-Automatgetriebes aufgenommen. Hier sollen jährlich 1,2 Millionen Getriebe vom Band laufen; als erste Kunden werden Land Rover und Chrysler beliefert. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Werk bereits zum Produktionsstart um etwa die Hälfte der Fläche vergrößert. „Mit diesem Standort erweitern wir unsere weltweite Präsenz auf dem für uns sehr wichtigen Markt Nordamerika“, betonte Sommer. Im Vorjahr hat ZF in Nordamerika knapp 3,3 Milliarden Euro erlöst – ein Umsatzzuwachs von 41 Prozent gegenüber 2011. Zum Ende des ersten Halbjahrs 2013 beschäftigte ZF in Nordamerika rund 6.800 Mitarbeiter.

Pkw-Achssysteme aus Peking

Auch in der Region Asien-Pazifik will der ZF-Chef die Marktposition des Unternehmens weiter ausbauen. So wird ZF Ende dieses Monats in Chinas Hauptstadt Peking ein neues Werk für Pkw-Achssysteme eröffnen. Dort werden rund 350 Mitarbeiter jährlich mehrere tausend Achsensets für den Kunden Beijing Benz Automotive produzieren. „China ist mit zwölf Prozent des Konzernumsatzes einer der bedeutendsten Einzelmärkte für ZF“, erläuterte Sommer. Hier hat ZF 2012 mit mehr als 5.000 Beschäftigten umgerechnet 2,1 Milliarden Euro und damit 22 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr erwirtschaftet. Für dieses Wachstum investiert ZF nicht nur in neue Fertigungsstätten, das Land spielt – gemäß dem „Design-to-market“-Prinzip – mit einem Engineering Center in Shanghai auch eine zunehmend wichtige Rolle im internationalen ZF-Entwicklungsnetzwerk. Dadurch sollen die Wünsche der Kunden vor Ort möglichst umfassend und passgenau berücksichtigt werden.

ZF Composites Tech Center eröffnet

Wichtige Säulen für den weiterhin erfolgreichen Weg des Konzerns sind für Sommer neue Produkte in den Feldern Elektromobilität, Elektronik und Leichtbau. Um hier die Kompetenzen zu bündeln, hat ZF Ende Juli an seinem Standort Schweinfurt das ZF Composites Tech Center eröffnet. Dort werden künftig Produktionsprozesse für die Serienherstellung von Produkten aus Faser-Kunststoff-Verbund-Materialen (FKV) entwickelt. Dieses Know-how, das allen Divisionen des Konzerns zur Verfügung stehen wird, ist eine Voraussetzung für die Serienreife vieler Leichtbaukonzepte, die ZF in den vergangenen Jahren für Pkw und Nutzfahrzeuge vorgestellt hat. „Besonders wichtig ist für uns auch die elektronische Steuerung unseres 9-Gang-Automatgetriebes, die wir erstmals selbst entwickelt haben und produzieren“, sagte der ZF-Chef. „So erhalten unsere Kunden ein Produkt aus einer Hand.“ Für das Jahr 2012 liegt der bereinigte Gesamtumsatz des ZF-Konzerns bei 15,38 Milliarden Euro, nachdem der 50-Prozent-Anteil an der ZF Lenksysteme GmbH aufgrund der IFRS-Bilanzierungsrichtlinien nur mehr als Beteiligung geführt werden darf. Mit dem geplanten Umsatzwachstum von knapp zehn Prozent in diesem Jahr sollen weltweit rund 5.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden, davon knapp 2.000 in Deutschland.

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