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Zulieferer ZF: Haldex-Übernahme scheint gescheitert

| Redakteur: Christian Otto

Laut eines Medienberichts hat die ZF Friedrichshafen trotz guter Voraussetzungen die nötigen 50 Prozent an Aktienanteilen an dem schwedischen Zulieferer Haldex nicht erreicht. Nun könnte Knorr-Bremse als zweiter Bieter zum Zug kommen.

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Bei der Nutzfahrzeug-IAA sah es noch positiv für die Übernahme von Haldex durch ZF aus: So erschien zur ZF-Pressekonferenz neben CEO Dr. Stefan Sommer auch Haldex-CEO Bo Annvik (rechts).
Bei der Nutzfahrzeug-IAA sah es noch positiv für die Übernahme von Haldex durch ZF aus: So erschien zur ZF-Pressekonferenz neben CEO Dr. Stefan Sommer auch Haldex-CEO Bo Annvik (rechts).
(Bild: ZF Friedrichshafen)

Der schwedische Nutzfahrzeugzulieferer Haldex wurde als Übernahmekandidat in den letzten Wochen stark umworben. Neben der ZF Friedrichshafen AG hatte auch Knorr-Bremse ein Gebot abgegeben. Nun scheint der Zulieferer vom Bodensee laut eines Berichts des „Handelsblatt“ offenbar mit seinem Übernahmeversuch gescheitert zu sein.

Die Friedrichshafener haben dabei wohl die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent der Aktienanteile verfehlt. Am Montag (3. Oktober) um 17 Uhr war die Angebotsfrist für die Haldex-Aktionäre abgelaufen. Denen hatte ZF 120 Kronen pro Aktie geboten. Knorr-Bremse hingegen hatte sogar fünf Kronen mehr je Aktie aufgerufen. Damit wäre den Münchnern die Übernahme rund 580 Millionen Euro wert, ZF nur 554 Millionen.

50-Prozent-Hürde zu hoch

Letztere hatten gegenüber den Aktionären zuletzt betont, das derzeitige Angebot von 120 Kronen nicht nochmals anzuheben. Man wolle keinen langwierigen Bieterprozess. Und wenn ZF nicht auf mehr als 50 Prozent der Anteil komme, sei die Offerte gescheitert. Dies dürfte nun der Fall sein. Dabei hatte ZF trotz des niedrigeren Angebots bis dato die besseren Karten: So hatte der Verwaltungsrat von Haldex einstimmig empfohlen, die Offerte von ZF Friedrichshafen anzunehmen. Für die Verantwortlichen bei Haldex sprachen mehrere Faktoren für ZF: Der Zulieferer verfügte bereits über alle kartellrechtlichen Genehmigungen. Folglich hätte eine Übernahme schneller umgesetzt werden können. Auch wäre Haldex für das ZF-Portfolio eine logische Ergänzung gewesen. Die auf Nutzfahrzeugbremsen und Druckluftsysteme spezialisierten Schweden bringen das technische Know-how mit, dass ZF für den Ausbau des eigenen Nutzfahrzeuggeschäfts gut gebrauchen könnte.

Knorr-Bremse am Zug

Bei einer Übernahme durch Knorr-Bremse befürchten die Haldex-Manager hingegen mehr Überschneidungen, da beide Lieferanten ähnliche Produkte anbieten. Deshalb äußerten die Schweden Befürchtungen, dass dadurch auch Arbeitsplätze gefährdet seien. Eine Übernahme durch die Münchener dürfte zudem länger dauern. Zugleich könnte der Deal auch aufgrund von weitreichenden Anforderungen der Kartellbehörden scheitern. Knorr-Bremse hat sich vorbehalten, sein Angebot in dem Fall zurückzuziehen. Mit dem Scheitern von ZF sind die Münchener nun aber wieder am Zug. Haldex-Verwaltungsratschef Göran Carlson hatte seine Aktien bereits an ZF verkauft. Insgesamt halten die Friedrichshafener nach eigenen Angaben zuletzt 21,24 Prozent der Anteile. Knorr-Bremse hatte sich rund 11,35 Prozent gesichert. Die offiziellen Ergebnisse des Übernahmeangebots will ZF am Mittwoch (5. Oktober) bekanntgeben.

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