CES 2016 ZF TRW zeigt Neuheiten vom Lenkrad bis zu den Sensoren

Redakteur: Christian Otto

Der Zulieferer hat auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas einiges im Gepäck: Neben einem Lenkradkonzept und Sicherheitstechnologie für eine Konzeptfahrzeug der Firma Rinspeed sind es vor allem neue Kamera- und Radarsensoren.

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ZF TRW ist auf der diesjährigen CES unter anderem mit einem Lenkradkonzept vertreten.
ZF TRW ist auf der diesjährigen CES unter anderem mit einem Lenkradkonzept vertreten.
(Foto: ZF TRW)

ZF TRW, die Division Aktive & Passive Sicherheitstechnik der ZF Friedrichshafen AG, steuert ein innovatives Lenkraddesign für das automatisierte Fahren im neuen Konzeptfahrzeug „Σtos“ der Firma Rinspeed bei. Das Konzept steht derzeit auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Darüber hinaus zeigt ZF TRW im „Σtos“ fortschrittliche Insassenschutzsysteme wie seinen Dach-Airbag und Sicherheitsgurte.

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Das Concept Car ist mit einem versenkbaren Lenkrad von ZF TRW ausgestattet. Diese Studie verfügt über verschiedene Funktionen wie beispielsweise eine Hands-on/off-Erkennung und unterstützt so den Fahrer in automatisierten Fahrsituationen.

Intelligentes Lenkrad

Bei dem Lenkradkonzept kann der Fahrer laut ZF mithilfe eines ‚Drive Mode Manager‘-Displays (DDM), das sich oben im Lenkrad befindet, entscheiden, ob er das Auto selbst fahren will oder die Kontrolle an das Fahrzeug abgibt. Hierzu müsse er nur ‚Push to Drive‘ drücken und das Display zeigt ein ‚M‘ für manuell an, oder der Insasse nimmt die Hände vom Lenkrad und es erscheint ein ‚A‘ für automatisiert.

Während einer automatisierten Fahrt könnte der Fahrer das Lenkrad einfach ins Armaturenbrett einklappen und sich so Raum für andere Aktivitäten oder ein entspanntes Zurücklehnen verschaffen.

Angepasste Sicherheitstechnik

Das versenkbare Lenkrad von ZF TRW soll für völlig neue Möglichkeiten in der Innenraumgestaltung sorgen und dem Fahrer eine individualisierbare Umgebung ermöglichen. Aufgrund des Lenkraddesigns und des begrenzten Platzangebots im Armaturenbrett platziert ZF TRW die Front-Airbags im Fahrzeugdach.

Wird der schon in der Serie angewendete Dach-Airbag ausgelöst, entfaltet er sich vor dem Insassen entlang der Windschutzscheibe und schützt so Fahrer und Beifahrer auch mit unterschiedlicher Größen und Statur zu schützen.

Sensortechnik weiterentwickelt

Neben den im Rinspeed-Konzept verbauten Komponenten stellt der Zulieferer die Möglichkeiten seiner Kamera- und Radarsensoren unter Beweis, die Sicherheits- und automatisierte Fahrfunktionen in allen Fahrzeugklassen ermöglichen sollen. Letzteres betonte auch der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer: „Wir verfolgen den Ansatz, unsere Sensortechnologien über alle Fahrzeugsegmente hinweg einzusetzen. So machen wir einerseits Sicherheitsvorteile auch für Käufer im Volumenmarkt verfügbar und entwickeln andererseits Technologien im Premiumsegment weiter.“

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So besteht beispielsweise die nächste Generation an vorausschauenden Kamerasystemen von ZF TRW – die S-Cam 4-Familie – aus der Monokamera S-Cam 4 mit einer Linse und der TriCam, einer Premiumversion mit drei Linsen. Beide Varianten sollen laut dem Zulieferer ab 2018 bei einem großen europäischen Fahrzeughersteller in Serie gehen.

Kameratechnik für breiteres Sichtfeld

Die Monokamera S-Cam 4 besitzt einen neuen Formfaktor und kann so ein breiteres Sichtfeld ermöglichen als die aktuellen Kamerasensoren der Friedrichshafener. So ist sie auf zukünftige Marktanforderungen wie die neuen Testprotokolle des Euro NCAP für automatische Notbremsungen (Automatic Emergency Braking – AEB) für kreuzende Radfahrer oder andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer zugeschnitten.

Die TriCam besteht zusätzlich zur Monokameralinse aus einem Teleobjektiv für eine bessere Abdeckung des Fernbereichs und einer Fischaugenlinse für eine verbesserte Objekterkennung im Nahbereich. Diese Kombination soll für eine bessere Unterstützung automatisierter Fahrfunktionen wie dem Autobahn- oder dem Stauassistenten sorgen. Beide Kameravarianten sind mit dem EyeQ4-Prozessor von Mobileye ausgestattet, der nach Angaben des Zulieferers eine sechsmal höhere Rechenleistung als die aktuelle Ausführung aufweist.

Verbesserte Fußgängererkennung

Die neue Radarfamilie von ZF TRW – der AC1000EVO – soll einen Erfassungsbereich von bis zu 250 Metern und eine deutlich verbesserte Auflösung für die Fußgängererkennung besitzen. Außerdem ermöglicht die Verwendung eines neuen Chipsatzes nach Unternehmensangaben eine verbesserte Entfernungsauflösung im Stadtverkehr, damit Fußgänger und andere gefährdete Verkehrsteilnehmer für eine AEB besser erkannt werden, während gleichzeitig die Erfassung des Fernbereichs bei höheren Geschwindigkeiten für herkömmliche Funktionen der adaptiven Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control – ACC) aufrecht erhalten wird.

„Sowohl unsere Kamera- als auch Radarsysteme sorgen als Einzelsensoren für Sicherheitsvorteile. Fusionieren wir die Daten von beiden Sensoren, erzielen wir eine sehr robuste Lösung für die hochkomplexen automatisierten Fahrszenarien der Zukunft“, sagte Stefan Sommer. „Für diese zukünftigen Anforderungen könnte eine weitere Redundanzebene nötig werden. Darum untersuchen wir, ob wir eine dritte Sensortechnologie in die Gleichung einbringen. Laserscanner sind dabei eine Möglichkeit. Wir evaluieren im Moment, wie wir die Technologie nutzen können, sodass sie sich für ein breites Anwendungsspektrum eignet.“

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