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Übernahme ZF zieht Angebot an Haldex-Aktionäre zurück

| Redakteur: Christian Otto

ZF hat sein Angebot an Haldex zurückgezogen – und nimmt damit von einer Übernahme des schwedischen Nutzfahrzeugzulieferers Abstand. Das Angebot an die Aktionäre hatte zu wenig Anklang gefunden.

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Dr. Stefan Sommer und ZF haben von einer Übernahme des schwedischen Zuieferers Haldex Abstand genommen.
Dr. Stefan Sommer und ZF haben von einer Übernahme des schwedischen Zuieferers Haldex Abstand genommen.
(Bild: ZF)

ZF hat heute (5. Oktober) das vom Haldex-Board empfohlene Barangebot an die Aktionäre von Haldex zur Übernahme des gesamten Aktienkapitals zurückgezogen. Das Angebot war zuvor am 16. September 2016 auf 120 Kronen je Aktie erhöht worden. Mitbieter Knorr-Bremse hatte zuletzt 125 Kronen je Aktie geboten. Die Annahmefrist für das Angebot endete am 3. Oktober 2016. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 4.238.980 Haldex-Aktien angedient. Dies entspricht 9,59 Prozent des gesamten Aktienkapitals von Haldex.

ZF wollte keine Bieterschlacht

Der Vollzug des Angebots unterlag einer Annahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie zum Ablauf der Annahmefirst, inklusive des bestehenden Aktienanteils von ZF. Da diese Bedingung nicht erfüllt wurde, hat sich ZF dazu entschieden, das Angebot nicht weiter zu verfolgen. Schon gestern hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass ZF von der Übernahme absieht. ZF musste laut eigener Angaben zur Kenntnis nehmen, dass die Haldex-Aktionäre das empfohlene Angebot nicht angenommen haben. Nachdem Knorr-Bremse vor einigen Wochen ZF überboten hatte, machte der Zulieferer vom Bodensee deutlich, dass er bei seinem Gebot bleibe und sich auf keine langwierige Bieterschlacht einlasse. Die 120 Kronen pro Aktie erschienen den Aktionären nun womöglich nicht reizvoll genug.

Wertvolle Anteile bleiben

Dabei hatte der Verwaltungsrat von Haldex den Aktionären einstimmig empfohlen, die Offerte von ZF Friedrichshafen anzunehmen. Für die Verantwortlichen bei Haldex sprachen mehrere Faktoren für ZF: Der Zulieferer verfügte bereits über alle kartellrechtlichen Genehmigungen. Folglich hätte eine Übernahme schneller umgesetzt werden können. Zudem wäre Haldex für das ZF-Portfolio eine logische Ergänzung gewesen. Trotz des Rückzugs bei der Übernahme will der Zulieferer vom Bodensee, am weiteren Erfolg von Haldex partizipieren. Das ermöglicht der Anteil von 21,67 Prozent am gesamten Aktien- und Stimmrechtskapital. ZF ist damit aktuell der größte Aktionär von Haldex. Dr. Stefan Sommer, CEO der ZF Friedrichshafen AG, sagte deshalb: „Wir stehen jetzt für konstruktive Gespräche mit den anderen Aktionären von Haldex über die weitere Entwicklung des Unternehmens zur Verfügung.“

Auch wenn der Versuch bei Haldex gescheitert ist, schließt ZF weitere Übernahmen nicht aus: „Wir bleiben unserer Strategie 2025 treu und investieren weiterhin in die Erweiterung unseres Produktportfolios, um die Megatrends der Zukunft mitgestalten zu können. Dabei hängen wir aber nicht von einzelnen Transaktionen ab.“

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