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Rheinmetall Zukunft von Rheinmetall ungewiss

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Offenbar sind die ersten Private-Equity-Gesellschaften beim Verkaufspoker um Rheinmetall ausgestiegen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Beim Poker um die 42,1-Prozent-Beteiligung der Mannheimer Unternehmerfamilie Röchling am Automobilzulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall sind offenbar die ersten potenziellen Interessenten ausgestiegen. Von den namentlich bekannten Private-Equity-Gesellschaften Cerberus, Carlyle Group, Blackstone, KKR und der britischen Permira zeigt Blackstone wohl kein Interesse an einer Übernahme. Nicht aus dem Rennen scheint die amerikanische Carlyle Group zu sein, mit der - laut des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" - die Verhandlungen am weitesten fortgeschritten sind.

Die Famile Röchling hatte die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, den Verkauf ihres Aktienpakets am Markt auszuloten. Das hatte in den letzten Monaten zu Gesprächen mit den Private-Equity-Fonds geführt. Rheinmetall hatte durch die Fokussierung auf die Kerngeschäfte Automobilzulieferung und Wehrtechnik zuletzt einen Gewinnsprung erzielt. Im ersten Halbjahr 2004 verdoppelte der Düsseldorfer Konzern seinen Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 55 Millionen Euro. Dazu habe besonders die Automobilzulieferer-Sparte beigetragen. Der Konzernumsatz sank im ersten Halbjahr 2004 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres durch den Verkauf von Tochterunternehmen um fast ein Viertel auf 1,62 Milliarden Euro.

Ob es überhaupt zu einem Verkauf kommt ist inzwischen fraglich, da es aus Berliner Kreisen hieß, dass die Bundesregierung einer Transaktion nicht zustimmen werde. Seit kurzem hat die Regierung die Möglichkeit, den Verkauf von Rüstungsfirmen durch ein Veto zu verhindern. Das Witschafts- und das Verteidigungsministerium sind allerdings nach eigenen Angaben bisher noch nicht über die Absichten der Familie Röchling informiert worden. Möglicherweise haben die Transaktions-Gerüchte aber einen ganz anderen Hintergrund. Ein Verkauf von Rheinmetall würde den Kooperationspartner der Rheinmetall-Verteidigunssparte DeTec, die Panzerschmiede Krauss-Maffei-Wegmann (KMW), unter Handlungszwang setzen. Zusammen bauen die beiden Rüstungskonzerne aus Düsseldorf und Kassel nicht nur den Leopard II, sondern auch den neuen Schützenpanzer Puma.

Bisher ist ein - wirtschaftlich und strategisch sinnvoller - Zusammenschluss der beiden Unternehmen am Widerstand des Mehrheitsgesellschafters von KMW gescheitert. Die Familie Bode wollte bei einem Zusammenschluss die operative Führung. Deshalb könnten die Informationen auch bewusst getreut worden sein, um den Eigentümer des Partners eine Fusion schmackhaft zu machen.