Suchen

Studie Zulieferer profitabler als vor der Krise

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Zulieferer erleben derzeit eine Hochkonjunktur: Laut einer Studie erreichten die Unternehmen im Schnitt noch höhere Gewinnmagen (6,2 %) als vor der Krise. Dabei weisen die europäischen Unternehmen 2010 deutlich höhere EBIT-Margen auf als ihre nordamerikanischen und japanischen Wettbewerber.

Zu dem Ergebnis kommen die Unternehmensberatung Roland Berger und die Lazard Asset Management GmbH. Für die kommenden Jahre sind die Branchenaussichten laut Studie immer noch positiv, wenngleich etwas gedämpft. Der langsamer wachsende chinesische Markt, stagnierende Automobilverkäufe in den reifen Märkten sowie die steigenden Rohstoffpreise würden die Profitabilität der Branche global wieder unter sechs Prozent fallen lassen.

Haupttreiber der positiven Entwicklung ist die rasante Erholung der weltweiten Automobilproduktion, vor allem in China und anderen Schwellenländern. Aber auch umfassende Kostensenkungsmaßnahmen in den Unternehmen im Krisenjahr 2009 haben den Experten zufolge wesentlich zur raschen Erholung der Branche beigetragen.

Zweistellige Margen in China und Korea

Uneinheitlich die Profitabilität der Unternehmen. Sie schwankt je nach Region erheblich. So haben europäische Zulieferer mit einer durchschnittlichen EBIT-Marge von knapp sieben Prozent ihre Wettbewerber in Japan (5,6 %) und Nordamerika (4,3 %) deutlich hinter sich gelassen. Noch höhere Renditen erzielten Zulieferer aus China und Korea mit teilweise zweistelligen EBIT-Margen.

Beträchtliche Unterschiede gibt es auch zwischen den verschiedenen Sektoren. Am profitabelsten zeigen sich Fahrwerksspezialisten mit einer durchschnittlichen EBIT-Marge von knapp acht Prozent, gefolgt von Zulieferern für Exterieur, Antrieb und Reifen. Die Schlusslichter bilden Zulieferer mit Schwerpunkt Interieur sowie Elektrik/Infotainment; bei ihnen liegt die Marge bei nur rund fünf Prozent.

Innovationen immer wichtiger

2011 dürfte die Profitabilität leicht nachgeben. Gründe werden die leichte Abkühlung des chinesischen Automobilmarkts bereits seit Anfang des Jahres ebenso genannt wie der stagnierende Absatz in reifen Märkten angesichts der aktuellen Unsicherheiten an den Finanzmärkten sowie die anziehenden Rohstoffpreise. Zulieferer müssten verstärkt auf Innovationen setzen, heißt es. Neben der Stabilisierung des momentanen Profitabilitätsniveaus und dem Ausbau der globalen Lieferfähigkeit stünden Zulieferer vor der Herausforderung, Produktinnovation zukünftig noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Nur Zulieferer, denen es gelinge, sich durch erstklassige Produkte von der Konkurrenz abzuheben, würden in der Lage sein, nachhaltige EBIT-Margen von mindestens sechs Prozent zu erzielen.

(ID:383824)