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Automotive Trendbarometer Zulieferer und OEMs fürchten Klimapolitik und Dieselkrise

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Eine Studie der Unternehmensberatung PwC zeigt, welche Herausforderungen OEMs und Zulieferer als dringlichste einschätzen. Hoffnung liegt hingegen in der E-Mobilität, die fast 40 Prozent der Befragten als Absatztreiber in den kommenden fünf Jahren sehen.

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Nach einem Jahrzehnt des ungebremsten Aufschwungs könnte 2018 zum strukturellen Wendepunkt für die Autoindustrie werden. So sehen Führungskräfte der OEMs klimapolitische Regulierung (78 %) und die Folgen der Dieselkrise (76 %) als potenzielle Risiken für das laufende Jahr.
Nach einem Jahrzehnt des ungebremsten Aufschwungs könnte 2018 zum strukturellen Wendepunkt für die Autoindustrie werden. So sehen Führungskräfte der OEMs klimapolitische Regulierung (78 %) und die Folgen der Dieselkrise (76 %) als potenzielle Risiken für das laufende Jahr.
(Bild: Daimler )

Nach einem Jahrzehnt des ungebremsten Aufschwungs könnte 2018 zum strukturellen Wendepunkt für die Autoindustrie werden. So sehen Führungskräfte der Automobilhersteller klimapolitische Regulierung (78 %) und die Folgen der Dieselkrise (76 %) als potenzielle Risiken für das laufende Jahr. Handelsrestriktionen und protektionistische Tendenzen sind für mehr als die Hälfte (59 %) eine Gefahr, gefolgt von den Auswirkungen des Brexits (51 %). Die Zulieferindustrie sieht die Folgen der Dieselkrise (61 %) und Handelsrestriktionen (54 %) als größte Herausforderungen.

Elektromobilität als Katalysator

Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre schätzen 54 Prozent eine konjunkturelle Abschwächung als wahrscheinlich ein. 44 Prozent glauben, dass schwelende regionale Konflikte wie der auf der koreanischen Halbinsel oder im Mittleren Osten das eigene Geschäft mittelfristig beeinflussen könnten. Dagegen sorgt Elektromobilität für einen Hoffnungsschimmer und ist 2018 für 29 Prozent der Absatztreiber Nummer eins – in den kommenden fünf Jahren sogar für 39 Prozent.

Auch die Zukunftsthemen autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme nehmen aus Insider-Sicht an Fahrt auf und sind für knapp ein Viertel (23 %) ein Umsatzkatalysator in den nächsten fünf Jahren. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage von PwC Strategy& unter 200 Führungskräften (39 % OEMs, 61 % Zulieferer) aus der Automobilbranche.

"Die drohenden Dieselfahrverbote in einigen deutschen Städten verdeutlichen die Aktualität einer Verkehrswende. Soll sie gelingen, ist die Marktdurchdringung der Elektromobilität sicher ein wichtiger Baustein, auch wenn ihr die Manager noch nicht die Hauptrolle zusprechen. Die wachsenden Absatzzahlen von Elektroautos und Hybridfahrzeugen im letzten Jahr zeigen bereits eine Trendwende", so Felix Kuhnert, Partner und Global Automotive Leader von PwC.

Start-ups und Tech-Wettbewerber mehr Chance als Risiko

In Sachen Zukunftsfähigkeit stellt sich die Branche außerdem auf neue Player ein. Start-ups und Wettbewerber aus der Technologiebranche sieht inzwischen mehr als die Hälfte (56 %) eher als Chance denn als Risiko. Genau die Hälfte der Unternehmen arbeitet außerdem bereits mit Start-ups oder anderen Technologieunternehmen enger zusammen, zusätzliche 23 Prozent planen für die nächsten fünf Jahre erstmals gemeinsame Projekte.

Doch auch in den eigenen Reihen entstehen bei OEMs und Zulieferern neue Technologien, allen voran im Bereich der Elektromobilität, die bei 66 Prozent der Manager auf der Agenda für die nächsten Jahre steht. 34 Prozent planen Big-Data-Projekte zur Vermarktung von Kunden- und Fahrerdaten. Immerhin 29 Prozent der Befragten sieht in Carsharing-Modellen eine signifikante Erlösquelle der Zukunft. Diese Veränderungen durch neue Geschäftsmodelle und die Digitalisierung der Branche wirken sich nach Einschätzung der Branchenentscheider vor allem auf die Unternehmensbereiche Produktion (51 %), Forschung & Entwicklung (48 %) sowie IT (40 %) aus.

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