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CES 2019

Zulieferer ZF: Supercomputer für autonomes Fahren

| Autor/ Redakteur: Sven Prawitz / Svenja Gelowicz

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas hat der Automobilzulieferer ZF ein neues Steuergerät für das automatisierte Fahren vorgestellt.

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Auf der Pressekonferenz: Wolf-Henning Scheider, Chef von ZF (links), und Rob Csongor, Vice President Automotive von Nvidia.
Auf der Pressekonferenz: Wolf-Henning Scheider, Chef von ZF (links), und Rob Csongor, Vice President Automotive von Nvidia.
( Bild: Sven Prawitz/Automobil Industrie )

ZF stellte am Sonntag (6. Januar) in Las Vegas ein neues Steuergerät für das automatisierte Fahren vor. Das „ZF ProAI Robothink“ genannte System entstand, ebenso wie die ersten drei Generationen der Pro AI, aus der Zusammenarbeit mit dem Chipentwickler Nvidia. Laut ZF-CEO Wolf-Henning Scheider ist die Hardware ausgereift und soll noch dieses Jahr verfügbar sein. Die für das Gesamtsystem notwendige Software liefert Nvidia – allerdings erst im kommenden Jahr. Ein kommerzieller Einsatz ist somit erst ab dem Jahr 2020 möglich.

Skalierbar von Level 2 bis 5

Das Robothink-Steuergerät soll deutlich leistungsfähiger sein als die bisher von ZF verfügbaren Systeme und für Fahr-Funktionen von Level 2 bis Level 5 skalierbar sein. In den kommenden beiden Jahren sollen mit dem System vor allem verbesserte Level-2-Funktionen – auch Level 2+ genannt – umgesetzt werden. Viele OEMs und Automobilzulieferer sehen in der Verbesserung der bereits bekannten Systeme großes Potenzial – und deutlichen Mehrwert für die Fahrer.

Funktionen gemäß Level 4 sieht Scheider in zwei bis drei Jahren, dann aber nur in abgeschlossenen Umgebungen. Perspektivisch sieht der ZF-Chef Level-4- und Level-5-Systeme zunächst im kommerziellen Bereich. Die hohen Anforderungen der Absicherung und Ausfallsicherheit machen die Technik zum automatisierten Fahren zu teuer für den Gebrauch in privat genutzten Fahrzeugen, so Scheider.

Regularien für Zulassung fehlen

Offen ist bekanntlich noch der gesetzliche Rahmen für die Zulassung hochautomatisierter Fahrzeuge. Wolf-Henning Scheider sieht hier auch die Industrie in der Pflicht: „Es liegt an uns, dem Gesetzgeber zu beweisen, dass wir so weit sind.“ Wichtige Daten hierfür soll der „Ego Mover“ beisteuern: Fünf Fahrzeuge sollen ab 2019 auf einer Teststrecke im Innenstadtbereich von Friedrichshafen im öffentlichen Betrieb Daten sammeln. Ein ähnlicher Testbetrieb soll in einer zweiten Stadt erfolgen – wo wollte ZF nicht verraten. Aufgrund der Partnerschaft mit Ego Mobile liegt es jedoch nahe, dass das zweite Testfeld in Aachen sein könnte.

Mit Robothink hat ZF die Produktfamile Pro AI zunächst abgeschlossen. Die Systeme Pro AI Gen in drei Ausführungen und Robothink unterscheiden sich unter anderem durch ihre Rechenleistung – aufsteigend von Gen 1 zu Robothink – und sollen parallel vertrieben werden.

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Über den Autor

Sven Prawitz

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Technikjournalist

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