Suchen

Wiener Motorensymposium Zum CO2-Ziel mit Diesel und Hybriden

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Der Volkswagen-Konzern wird das Limit der Pkw-Flotte von 95 g CO2/km je Fahrzeug bis zum Jahr 2020 unterschreiten. Die Strategie dazu verdeutlichte Friedrich Eichler, Leiter Aggregate-Entwicklung der Marke Volkswagen, in Wien.

Firmen zum Thema

Der Volkswagen-Konzern wird das Limit der Pkw-Flotte von 95 g CO2/km je Fahrzeug bis zum Jahr 2020 unterschreiten. Hybrid-Antriebe spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Der Volkswagen-Konzern wird das Limit der Pkw-Flotte von 95 g CO2/km je Fahrzeug bis zum Jahr 2020 unterschreiten. Hybrid-Antriebe spielen dabei eine wesentliche Rolle.
(Bild: Volkswagen)

Auf dem „Future Talk“ der Wolfsburger anlässlich des Internationalen Motorensymposium in Wien betonte Eichler, dass aber ohne den Selbstzünder Europa nicht in die Zielrichtung läuft. „Ohne den Dieselmotor wird weder VW noch ein anderer das CO2-Ziel erreichen. Darüber hinaus werden auch elektrische Antriebe benötigt, die noch viel Potenzial bieten“, sagte Eichler. Die Antriebswelt dürfte bis 2020 an Vielfalt zunehmen. So rechnet Aggregate-Entwickler Eichler damit, dass das Start-Stopp-System vom Mild-Hybrid-Antrieb abgelöst werden wird. Die Kombination von einem mit dem Verbrennungsmotor durch Riementrieb gekoppelten Generator (E-Motor) mit kleiner Lithium-Ionen-Batterie an Bord böte großes Sparpotenzial bei vergleichbar kleinen Kosten. In der Branche werden Einsparungen von rund 15 Prozent bis 25 Prozent genannt. Derartige Fahrzeuge sind in den nächsten fünf Jahren von VW zu erwarten, sagte Eichler.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Plug-in-Hybrid besser aber teurer

Die Kombination von Effizienz und Komfort durch Abschalten des Motors in Freilauf-Phasen und dem unproblematischen Wiederstart bis zu 800 U/min werden dem Käufer gefallen, meint Entwicklungs-Leiter Eichler. Die Sprit-Ersparnis durch emissionsfreies Segeln bei beliebigen Geschwindigkeiten durch Abschalten des Motors sowie die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen wird unter anderem zum guten Gefühl des Autofahrers beitragen. Der Plug-in-Hybrid macht zwar alles besser als Mild- und Voll-Hybrid, aber eben zu höheren Kosten. Der im Sommer startende Passat GTE hat eine Reichweite von rund 1.000 km und fährt mit vollen Lithium-Ionen-Akkus 50 km rein elektrisch. Mit seiner Systemleistung von 160 kW/218 PS fährt er im Hybrid-Betrieb über 220 km/h und ist durch seinen Duo-Antrieb ein Sprit-Sparer: Seinen Verbrauch im üblichen Fahrzyklus NEFZ kombiniert beziffert Eichler mit weniger als 2,0 l/100 km und das entspricht einer CO2-Emission von weniger als 45 g/km.

„Bei Diesel-Aufpreis greifen Käufer zu Voll-Hybriden“

Zu den Plug-in-Hybriden werden sich über die ganze Breite der Modellpalette Mild- und Voll-Hybrid-Fahrzeuge gesellen, die preiswerter sein werden, als die an der Steckdose tankenden. Wenn die Preisspanne zwischen Mild- und Voll-Hybrid im Mittel dem Aufpreis eines Dieselmotors entspricht, werde der Autokäufer zugreifen. „Wir arbeiten mit unseren Zulieferern hart daran“, sagte Pietro Zollino von Volkswagen. Und auch der Verbrauch der hippen SUV ist mittels Plug-in-Hybrid-Technik in den Griff zu bekommen. VW entwickelt für die gefragten Allradler eine Antriebs-Konfiguration, die es mit den 206 kW/280 PS des direkt einspritzenden 3,6-Liter-V6-Motors und den E-Motoren an Vorder- und Hinterachse mit 40 kW/54 PS und 85 kW/116 PS auf eine Systemleistung von 265 kW/360 PS bringt. Die Studie Cross Coupe GTE soll damit in sechs Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h sprinten und im Hybrid-Betrieb die 209-km/h-Marke übertreffen. Rein elektrisch fahre das SUV-Coupé mit voller 14,1-kWh-Lithium-Ionen-Batterie 50 km.

Der Elektromotoren-Baukasten

Bei dem Cross Coupe GTE setzt VW zwei unterschiedliche Techniken von E-Motoren an Vorder- und Hinterachse ein. Die effiziente, teure sogenannte Permanenterregte Synchronmaschine (PSM) vorne und die Asynchronmaschine (ASM), die Effizienzdefizite durch geringere Kosten und als passender zuschaltbarer Elektroantrieb im Gelände wettmacht. Weil der Antrieb Kernkompetenz eines Autoherstellers ist, hat Volkswagen sich jetzt laut Eichler entschlossen, für beide Elektromotor-Bauarten ein Baukasten-System zu entwickeln. Der Baukasten werde alle Leistungs- und Einsatzbereiche abdecken, und alle Elektromotoren werden aus der VW-Produktion kommen. Das heißt Wertschöpfung – Geldverdienen – sichern, wie bei der eigenen Produktion von Hoch-Volt-Batterien durch die Automobil-Hersteller.

(ID:43375984)