Suchen

Schaeffler Zum Verkauf der Anteile bereit

| Redakteur: Thomas Weber

Der angeschlagene Automobilzulieferer scheint zu weitreichenden Kompromissen bereit zu sein. Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler verpflichtete sich in einer gemeinsamen Erklärung des fränkischen Unternehmens und der IG Metall, mehr Mitbestimmung in ihrem Unternehmen einzuführen. Außerdem hat sie nochmals auf die dringend benötigte finanzielle Hilfe vom Staat hingewiesen.

Firma zum Thema

Der angeschlagene Automobilzulieferer Schaeffler sucht den Schulterschluss zur IG Metall. Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler verpflichtete sich in einer am heutigen Montag in Frankfurt veröffentlichten Vereinbarung mit der Gewerkschaft, mehr Mitbestimmung in ihrem Unternehmen einzuführen. Sie und ihr Sohn seien zudem bereit, einen wesentlichen Teil ihrer Anteile zu veräußern und den Gewinn in die Gruppe zurückfließen zu lassen. Den Beschäftigten sollen ebenfalls Anteile angeboten werden.

IG Metall und Schaeffler sprachen sich zudem erneut für staatliche Überbrückungshilfen in Milliardenhöhe aus. Der zweite Eigentümer Georg Schaeffler bezifferte die Lücke im Eigenkapital auf 5 bis 6 Milliarden Euro. Für die Anteile der Familie gebe es bereits Interessenten. Ein Konzept soll nach seinen Worten in Zusammenarbeit mit den Banken erarbeitet werden.

Ohne finanzielle Hilfe vom Staat sei die Existenz der Automobilzulieferer Continental und Schaeffler nach Angaben von Maria-Elisabeth Schaeffler gefährdet. In der „Bild am Sonntag“ bekräftigte sie ihre Zusage, staatliche Gelder verzinst zurückzuerstatten. Das Unternehmen werde „alles mit Zinsen auf Heller und Pfennig zurückbezahlen“, sagt die Unternehmerin. Die Abhängigkeit vom Steuerzahler treffe sie persönlich. „Den Staat um Geld zu bitten ist das letzte, was man sich als Unternehmerin wünscht“, sagte sie und fügte an: „Ohne eine zeitlich begrenzte finanzielle Überbrückung durch den Staat wird es für die Einheit und Zukunft von Continental und Schaeffler schwierig.“

Unterdessen bleibt die SPD in der Frage einer staatlichen Überbrückungshilfe für Schaeffler weiter zerstritten. Während der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bayerischen Landtag, Franz Maget, eine staatliche Finanzspritze eindeutig befürwortete, lehnt dies Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) weiter an. „Wir sind nicht dafür da, für Fehlentscheidungen von Milliardärinnen und Milliardären geradezustehen. Es kann jedenfalls nicht sein, dass jemand, der sich verspekuliert hat, auch noch einen Reibach auf Steuerzahlerkosten macht“, sagte Scholz im Interview mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

dpa

(ID:289919)