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Die neue C-Klasse Zurück in die Zukunft

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Halbrunde Skalen sind – anders als im Jahr 2000 beim Vorgänger – out, der Fahrer blickt jetzt auf klassische Rundinstrumente. Schwarzer Hintergrund, helle Skalen und Zahlen, orangene

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Halbrunde Skalen sind – anders als im Jahr 2000 beim Vorgänger – out, der Fahrer blickt jetzt auf klassische Rundinstrumente. Schwarzer Hintergrund, helle Skalen und Zahlen, orangene Zeiger – das ist man von der Marke gewohnt und es ist außerdem sehr übersichtlich. In der Mitte prangt der große Tachometer. Rechts und links informieren kleinere Rundinstrumente über Drehzahl beziehungsweise Kraftstoffvorrat und Kühlmitteltemperatur. Zudem ist in jedem Rundinstrument ein Display integriert, in dem Fahrinformationen aufleuchten, sobald der Fahrer eine der bis zu zwölf Tasten des Multifunktionslenkrads drückt.

Generell sind die Bedienelemente nach dem klassischen Muster angeordnet: im Cockpit und Lenkrad die fahrrelevanten Funktionen, in der Mittelkonsole und auf dem großen Display Infotainment-Funktionen. Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und Außenspiegel werden von den Türen aus bedient. Dort ist auch die optionale elektrische Sitzverstellung untergebracht.

Eine klare Gliederung haben die Designer auch bei der Instrumententafel realisiert. Sie besteht zum Teil aus dem glasfasergefüllten Kunststoff Pulse 630GF von Dow. Der Werkstoffspezialist liefert außerdem das Grundmaterial ABS Magnum 3416SC für die Säulenverkleidungen. Es erfüllt laut Dow alle Anforderungen bezüglich Temperatur- und Crashfestigkeit sowie den Bedingungen für die Airbagauslösung, ist aber etwa zehn Prozent leichter als bisherige Werkstoffe.

Optisch strahlt die Instrumententafel durch große Flächen, die optionale Zweifarbigkeit und farbliche Bedienfelder Ruhe aus. Die Sprühhaut zieht sich ohne störende Trennfugen oder Nähte über den Kunststoff. Unsichtbares Rückgrat der Tafel ist ein Aluminium-Querträger, an dem Handschuhkasten, Airbag, Mittelkonsole und Mantelrohr befestigt sind. Er ist etwa 1,8 Kilogramm leichter als eine vergleichbare Stahl-Schweißkonstruktion. Das beleuchtete Handschuhfach bietet 6,4 Liter Volumen, optionale Kühlung, eine Zwölf-Volt-Steckdose und eine Anschlussbuchse für ein externes Audiogerät.

Die Türverkleidungen setzen die zweiteilige, horizontale Gliederung der Instrumententafel fort. Zierteile aus Holz, Aluminium oder in Klavierlackoptik lockern die Flächen auf. Je nach Ausstattungslinie und Stoff- oder Lederbezügen kann der Kunde verschiedene Farbkombinationen wählen.

Die Holzzierteile kommen von Erwin Behr Automotive. Der Zulieferer mit Sitz in Wendlingen bei Stuttgart hat dazu eine spezielle Lackgieß-Technologie entwickelt: Der Gießlack fließt fast drucklos in den exakt definierten Raum zwischen der Gussform und der Furnieroberfläche, wo er sich gleichmäßig verteilt. Ein Unterdruck vermeidet Lufteinschlüsse und führt dazu, dass der überschüssige Lack zurück in den Vorratbehälter fließt. Laut Lieferant muss die glänzende Oberfläche am Ende nicht mehr zusätzlich bearbeitet werden.

Eine sichtbare Kante trennt die Instrumententafel von der Mittelkonsole. Darüber sind die Bedienelemente für das Infotainment angebracht, darunter das Bedienfeld für die Klimaanlage. Das Anzeige-Display des Bediensystems befindet sich zentral oben auf der Instrumententafel und lässt sich bei Bedarf wegklappen. Es ist Teil des Bedienkonzepts, das die C-Klasse von den großen Brüdern S- und CL-Klasse übernimmt. Wie bei diesen fungiert der Controller auf der Mittelkonsole als Navigator im Bedienmenü. Durch Tasten in der Mittelkonsole kann der Fahrer auf wichtige Funktionen auch weiterhin direkt zugreifen.

Das Innenlichtpaket von Hella umfasst neben Leuchten für den Kofferraum und Türen auch die vordere Dachbedieneinheit, die Fondleuchte sowie eine Orientierungsbeleuchtung in den Türgriffen. Besondere Anforderungen bei der nur 30 Millimeter hohen Fondleuchte stellte das Thermomanagement. Hier setzt Hella einen temperaturfesten Kunststoff ein. Der selbst entwickelte Schalter ist sehr klein und der Haptik anderer Bedienelemente angepasst.

Für das Infotainment der C-Klasse-Passagiere stehen auf Wunsch drei Audiogeräte zur Auswahl, alle mit geschwindigkeitsabhängiger Lautstärkeregelung, Tastatur zur Eingabe von Telefonnummern und Radiofrequenzen sowie einer Bluetooth-Schnittstelle. Teilweise sind auch Funktionen wie Sechsfach-CD/DVD-Wechsler, Festplatten-Musikserver, DVD- oder Festplatten-Navigation, Sprachbedienung sowie ein kleines oder großes Display integriert.

Auf Wunsch bietet die C-Klasse aber auch das Surround-Soundsystem „Logic7“ des Audio-Spezialisten Harman Kardon. Nach Herstellerangaben ist es das erste System in der Mittelklasse, das ein dreidimensionales 360-Grad-Musikerlebnis auf allen Plätzen bietet. Dabei spiele es keine Rolle, ob als Musikquelle eine DVD oder eine CD eingelegt ist und ob sie 5.1-Surround- oder normale Stereoaufnahmen enthält.

Die Verteilung der Musiksignale übernimmt ein Verstärker mit 450 Watt Leistung, der elf Lautsprecher und eine Bass-Box auf der Hutablage ansteuert. Die Musiksignale vom Tonträger werden komplett digital übertragen und für jeden Sitzplatz extra aufbereitet. In den hinteren Türen kommen beispielsweise Coaxial-Lautsprecher zum Einsatz, bei denen die Hochtonkalotte über einen Halter vor dem Tiefmitteltöner platziert ist, um die gesamte Bandbreite des Audiosignals auszuschöpfen.

Der Zulieferer Behr sorgt für die Temperierung des Innenraums: serienmäßig mit einer Zweizo-nen-, auf Wunsch mit einer Dreizonen-Klimaautomatik. Beide Anlagen haben um etwa zehn Prozent höhere Heiz- und Kühlleistungen als bisher. Ein PTC-Zuheizer wärmt den Innenraum von Modellen mit Dieselmotor schnell auf, der Klimakompressor arbeitet stufenlos und bedarfsgerecht. Vergrößerte Öffnungsflächen der Belüftungsdüsen sollen Zugerscheinungen weitgehend vermeiden. Neu berechnete Querschnitte für die Luftansaugung, die Luftkanäle und das Klimagerät vermindern zusätzlich den Geräuschpegel um bis zu drei Dezibel dB.

Eine ausgeklügelte Sensorik kontrolliert die Innenraumtemperatur sowie die Intensität und Strahlungsrichtung der Sonne. Beim Dreizonen-Modell sorgen ein Taupunkt-Feuchtesensor und ein Schadgassensor für gutes Klima. Sonnensensor, PTC-Regler und linearer Gebläseregler stammen von BHTC, einem Joint Venture von Behr und Hella.

Die höhere Heizleistung der Klimageräte ist auch dem vergrößerten Innenraum geschuldet. Denn mit dem Modellwechsel ist die C-Klasse außen um 55 Millimeter in der Länge und 42 Millimeter in der Breite gewachsen, der Radstand verlängerte sich um 45 Millimeter. Dadurch haben auch die Dimensionen im Innenraum zugenommen: Die Insassen profitieren von mehr Kopf-, Schulter und Beinfreiheit. Außerdem hat sich die Sitzposition um sieben Millimeter erhöht und die Türausschnitte sind größer als bisher. Ähnliches gilt für den Kofferraum, der um 20 auf 475 Liter angewachsen ist.

Um trotz der größeren Statur und des markanten Hecks eine gute Sicht nach hinten zu bieten, haben die Ingenieure mit der CAD-Software Ramsis der Human Solutions GmbH gearbeitet. Das Simulationstool veranschaulicht das Sichtfeld virtueller Testfahrer und analysiert Kopfbewegungen und Haltung beim Blick in den Spiegel nach ergonomischen Aspekten. So wollte man sicherstellen, dass – unabhängig von der Körpergröße und Sitzposition – die Sportlichkeit nicht auf Kosten von Sicht und Sicherheit geht.

Damit die Sitzposition stimmt, sind die Sitzkonturen mit Schaumstoffen verschiedener Härte modelliert. Im Rückenteil bietet die serienmäßige Lordosenstütze zusätzlichen Halt. Höhe und Lehnenneigung der Vordersitze lassen sich serienmäßig elektrisch justieren, alle anderen Verstellmöglichkeiten gibt es auf Wunsch. Zusätzlich ist bei diesem Extra die Lenksäule per Elektromotor verstellbar. Noch variabler sind die Multikontursitze, die ihre Form an die Anatomie des Körpers anpassen. Das geschieht mit separat steuerbaren Luftkammern unter den Polsterauflagen: zwei in der Rückenlehne, je eines in den beiden Seitenwangen und eines am vorderen Ende des Sitzkissens.

Die Sitzanlage im Fond ist serienmäßig einteilig konstruiert. Gegen Aufpreis sind aber im Verhältnis 2:1 geteilt klappbare Rückenlehnen erhältlich. Kopfstützen und Automatik-Sicherheitsgurte sind an allen drei Plätzen vorhanden. Gurtstraffer und -kraftbegrenzer sowie in Höhe und Neigung flexibel einstellbare Kopfstützen und Isofix-Befestigungen gibt es auf den äußeren Sitzplätzen. Auf Wunsch stattet Mercedes-Benz ab Frühjahr 2008 die Rücksitzbank der C-Klasse mit integrierten Kindersitzen aus, die per Knopfdruck aus dem Sitzpolster herausklappen.

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