Abgasskandal

Zwangs-Update für Mercedes-Diesel

| Autor / Redakteur: Hanne Schweitzer/SP-X / Svenja Gelowicz

Für 238.000 Mercedes-Dieselfahrzeuge hat der Verkehrsminister einen Rückruf angekündigt.
Für 238.000 Mercedes-Dieselfahrzeuge hat der Verkehrsminister einen Rückruf angekündigt. (Bild: Daimler)

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat deutschlandweit für 238.000 Diesel-Fahrzeuge von Mercedes einen amtlichen Rückruf angekündigt – europaweit sind 774.000 Fahrzeuge betroffen. Der Grund: eine unzulässige Abschalteinrichtung.

In den Dieselskandal kommt keine Ruhe: Nun ordnet das Verkehrsministerium einen Rückruf bei Mercedes an – wegen einer „unzulässigen Abschalteinrichtung“. Verkehrsminister Andreas Scheuer hat deutschlandweit für 238.000 Diesel-Fahrzeuge von Mercedes einen amtlichen Rückruf angekündigt, darunter die Volumen-Modelle GLC und C-Klasse als 220d. Grund ist nach Angaben des Ministers das Vorliegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung. Europaweit sind sogar 774.000 Fahrzeuge betroffen.

Daimler hat nach Angaben des Ministeriums zugesagt, die beanstandeten Applikationen in der Motorsteuerung schnellstmöglich zu beseitigen. Ein Großteil der betroffenen Dieselautos ist offenbar in den drei Millionen Fahrzeugen enthalten, für die der Automobilhersteller bereits ein freiwilliges Software-Update angekündigt hat.

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Vorwürfe gegen den Mercedes Vito

Zu den betroffenen Modellen gehört auch der Mercedes Vito mit 1,6-Liter-Diesel, für den das Kraftfahrt-Bundesamt vor gut zwei Wochen einen Rückruf wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet hat.

In der Folge betonte Mercedes, die Funktionen seien Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems – aber eben nicht illegal. Das Unternehmen hatte einen Widerspruch gegen den Vito-Rückrufbescheid angekündigt, es hieß, man wolle den Vorwurf vor Gericht klären lassen.

Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung sind nicht zwangsläufig illegal, beispielsweise, wenn sie zum Schutz des Motors notwendig sind. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte seit Beginn des Diesel-Skandals immer wieder betont, das Unternehmen habe keine betrügerische Software eingesetzt.

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