Volkswagen Plattform PQ35
Eines der erfolgreichsten Baumuster aller Zeiten: Der Golf wurde in seiner fünften Generation auf die PQ35-Plattform gezogen. Allerdings mit weniger als durchschlagendem Erfolg.
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Die Plattform verkauft sich nach wie vor gut, aber es gibt mehr Modelle und Varianten als bei der PQ 34. Und es gibt nach wie vor Typen, die auf der Vorgängerplattform basieren, beispielsweise der New Beetle oder verschiedene Varianten des Golf IV für China und Brasilien. Auch der Skoda Octavia wird noch auf der alten Plattform weitergebaut. Beim Vorgänger hatte VW die Plattformstrategie erstmals offensiv kommuniziert. Teilweise waren die Ähnlichkeiten allerdings zu offensichtlich; beispielsweise hatte der Seat Leon dasselbe Armaturenbrett wie der Audi A3. Bei den PQ35-Varianten war man deshalb auf stärkere optische Differenzierung bedacht.
Hoher technischer Anspruch der Plattform
Die Plattform ist technisch anspruchsvoll: Zu den technischen Höhepunkten zählen das Doppelkupplungsgetriebe DSG, die Benzinmotoren mit Direkteinspritzung und moderne, sparsame Dieselmotoren – wobei die ursprünglich verwendeten Pumpe-Düse-Aggregate nun schrittweise entfallen. Auch VW setzt in Zukunft auf Common-Rail-Motoren. Bei einzelnen Varianten hat man allerdings abgespeckt. So verfügt der Caddy über eine deutlich einfachere Hinterachskonstruktion, was sich auf der Straße im Vergleich zum Touran deutlich bemerkbar macht.
Formale Umsetzung weisst Mängel auf
Leider ist es VW nicht gelungen, die technische Überlegenheit der Plattform beim Kernmodell, dem Golf, auch formal überzeugend umzusetzen. Während der Golf IV als klassenlos und rundum gelungen gilt, zeigt der Golf V stilistische Mängel und mutet speziell im Interieur unsportlich an. Noch deutlicher ist der Sprung vom Bora zum Jetta. Den Bora hatte Ferdinand Piëch sogar ursprünglich als BMW-3er-Konkurrent positionieren wollen. Der kompakt und straff gezeichnete Bora hatte dazu das Potenzial, Marke und Vertrieb leider nicht. Das Nachfolgemodell Jetta, chrombehangen und mit großen Überhängen, knüpft formal eher an den Vento an, der auf dem Golf III basierte.
Golf VI kommt im Herbst
Schon im Herbst 2008 kommt der Golf VI, der nicht nur schöner, sondern auch günstiger als der Golf V sein soll. Wolfgang Bernhards Produktklausuren sollen hier ihre Wirkung gezeigt haben. Während Audi und Skoda mit A3 und Octavia die Linie der Vorgänger fortgeführt haben, hat Seat den Charakter seiner Modelle deutlich verändert. Der Altea kam als erstes Modell mit futuristischer Monospace-Karosserie, dann folgte der Toledo mit angedeutetem Kofferraum à la Renault Vel Satis, zuletzt kamen der flachere Leon, eine verlängerte Variante namens Altea XL und ein Crossover, der auf den Namen Freetrack hört. Die Kunden haben die neuen Modelle eher verhalten begrüßt. Eng verwandt mit der PQ35-Plattform ist die PQ46-Plattform, auf der nicht nur der aktuelle Passat, sondern auch das Cabriolet Eos und der kommende Skoda Superb basieren. VW führt außerdem nach wie vor die PQ34-Plattform weiter. Der New Beetle steht ebenso auf dieser Vorgängerplattform wie der weitergebaute Skoda Octavia I sowie diverse modellgepflegte Golf IV-Derivate, die in China und Brasilien vom Band laufen. Für Nostalgiker gibt es in Südafrika sogar noch den Golf I – mit bis zu 122 PS.
Stückzahlen für 2007 (geschätzt)
2 097 976
Produktionsstandorte
Wolfsburg/Deutschland
Ingolstadt/Deutschland
Brüssel/Belgien
Martorell/Spanien
Jungbunzlau (Mlada Boleslav)/Tschech. Rep.
Posen/Polen
Changchun/China
Shanghai/China
Puebla/Mexiko
Uitenhage/Südafrika
Raab (Györ)/Ungarn (Montage)
Preßburg (Bratislava)/Slowakei (Montage)
Kaluga/Russland (Montage)
Uzhgorod/Ukraine (Montage)
Ust-Kamenogorsk/Kasachstan (Montage)
Aurangabad/Indien (Montage)
Weitere Modelle
Seat Altea / Altea XL
Seat Toledo
VW Caddy elle
Seat
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