Leichtbau-Gipfel 2015 „Beim Alu-Recycling ist viel zu tun“
Leichtbau wird zunehmend zum Wettbewerbsargument, neuartige Werkstoffe drängen mit zunehmender Dynamik in den Markt. Dabei geht es vorrangig um das Thema „Umwelt“ - doch gerade hier gibt es in der Gesamtbetrachtung noch erheblichen Nachholbedarf.
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Darauf weist Daniel Jubera hin, der beim Aluminium-Zulieferer Novelis den Sales- und Marketingbereich für Automobile verantwortet. Beim vom Fachmagazin »Automobil Industrie« ausgerichteten Leichtbau-Gipfel unterstreicht er die Bedeutung einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft für Aluminium.
OEM in der Pflicht
Novelis gelang es, den Recyclinganteil von 33 Prozent im Jahr 2010 auf mittlerweile 50 Prozent zu steigern. Bis 2020 soll der Anteil allerdings noch einmal dramatisch klettern – auf stolze 80 Prozent. Dafür muss der Zulieferer auch die Autohersteller weitaus stärker in die Pflicht nehmen: „Es gibt noch viele Herausforderungen, die vor uns stehen, und die können wir nicht alleine leisten“, sagt Jubera.
So gelte es, neue Legierungen zu entwickeln, die spezifisch für einen hohen Recyclinganteil ausgelegt sind, in anderen Bereichen jedoch möglicherweise Kompromisse erfordern. Die Schrottkreisläufe und die Sortiertechnik müssen optimiert werden; es sei schwierig, regelmäßig die gleichen Qualitäten zu bekommen. Man benötige global aufgestellte End-Of-Life-Recyclingkonzepte und auch gemeinsame neue Geschäftsmodelle. Umsonst ist das nicht zu haben: Ford habe in die Leichtbau-Gesamtstrategie rund um das aus Aluminium gefertigte neue F-Modell im Milliardenbereich investiert, sagte Jubera: „Weil sie an die Nachhaltigkeit glauben.“
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