Wirtschaft

Joyson und Preh kaufen Technisat Automotive

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Alle Standorte von Technisat Automotove werden übernommen und firmieren künftig unter Preh Technisat Car Connect GmbH.
Alle Standorte von Technisat Automotove werden übernommen und firmieren künftig unter Preh Technisat Car Connect GmbH. (Foto: Technisat)

Joyson Electronics und Preh haben die Automotive-Sparte von Technisat übernommen. Das Unternehmen soll künftig unter neuer Firmierung eigenständig am Markt agieren.

Der deutsche Automobilzulieferer Preh hat zusammen mit seiner chinesischen Muttergesellschaft Joyson Electronics den Geschäftsbereich Technisat Automotive von der Technisat Digital GmbH gekauft. Beide Investoren halten je 50 Prozent der Anteile. Innerhalb der Joyson-Gruppe wird das neue Unternehmen unter Preh Technisat Car Connect GmbH geführt – in den vergangenen 15 Jahren lagen die Schwerpunkte der Technisat Automotive auf den Bereichen Infotainment, Navigation, Konnektivität und Telematik.

Name bleibt vorerst erhalten

Als Tier 1-Zulieferer entwickelt Technisat Automotive für die Automobilhersteller, vor allem für die Volkswagen-Gruppe. Im Jahr 2015 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 450 Millionen Euro. Zusammen mit Preh repräsentieren die beiden Unternehmen eine Milliarde Euro Umsatzvolumen pro Jahr. Jeff Wang, Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Joyson Holding sieht die Kompetenzen beider Tochterunternehmen ideal miteinander vernetzt und Potenzial für neue Geschäftsfelder. Der Unternehmensname Technisat soll dabei weiter verwendet werden: „Mit dem Namen machen wir die Zugehörigkeit zur Preh-Gruppe deutlich, verweisen aber auch auf die im Markt gut eingeführte Historie von Technisat Automotive“, erläutert Preh-CEO Christoph Hummel.

Alle Mitarbeiter werden übernommen

Die rund 1.200 Mitarbeiter werden übernommen. Ebenso bleiben die Entwicklungsstandorte in Dresden, San Carlos in Kalifornien (USA) und Shanghai (China) erhalten. Die Werke in Dippach (Thüringen), Oborniki (Polen) und der Hauptstandort in Daun (Eifel) werden genauso übernommen. "Wir streben mit der Übernahme keine klassischen Synergie- beziehungsweise Rationalisierungseffekte an, sondern es geht vielmehr um eine perfekte Ergänzung von technologischen Kompetenzen und Marktzugängen, die uns in der gesamten Gruppe neue Wachstumspotenziale eröffnen werden“, weiß Hummel. Technisat-Eigentümer Peter Lepper ergänzt: „Für uns war entscheidend, einen Investor zu finden, der sowohl das technische Know-how als auch eine breite Kundenbasis besitzt, um unser Automotive-Geschäft zukunftsorientiert weiterzuentwickeln."

Als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wurde Peter Kohlschmidt bestätigt, der auch bislang für den Geschäftsbereich Technisat Automotive als Geschäftsführer verantwortlich zeichnete. Er sieht in der Übernahme die große Chance, „dass wir mit Preh einen starken Partner erhalten, der über einen beachtlichen internationalen Footprint verfügt, aber ähnlich wie wir mittelständisch geprägt ist.“ Über die Zusammensetzung des weiteren Managements wurde noch nicht entschieden, als sicher gilt allerdings, dass die neue Preh Technisat Car Connect GmbH selbstständig am Markt agieren soll. Kohlschmidt wird dabei direkt an Hummel berichten.

Technischer Austausch geplant

Technisat Automotive will besonders vom Produktportfolio, der internationalen Ausrichtung und den Kundenzugängen von Preh profitieren. „Die Preh Car HMI-Konzepte werden jetzt durch Telematik- und Infotainment-Lösungen von Technisat ergänzt. So schaffen wir neue Möglichkeiten zur umfassenden Vernetzung von Fahrzeugen“, sagt Hummel. Details will er aber noch keine nennen. „Die technischen und produktseitigen Anknüpfungspunkte sind allerdings ideal. Es ist zum Beispiel möglich, das haptische Feedback von Preh in Technisat-Produkte zu integrieren, während Features von Technisat Mittelkonsolen von Preh ergänzen“, gibt Hummel bereits einen Ausblick auf die künftige Zusammenarbeit. Im vergangenen Jahr konnte der deutsche Automobilzulieferer aus Bad Neustadt mit einem Umsatzvolumen von 760 Millionen Euro erneut ein Rekordjahr verzeichnen und prognostiziert für die kommenden zwei Jahre bereits eine Milliarde Euro.

Das bisherige Mutterunternehmen Technisat Digital GmbH konzentriert sich jetzt wieder auf den Endverbrauchermarkt für Unterhaltungselektronik und behält rund 1.000 Mitarbeiter.

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