Huber Group Abgasrückführung weiterentwickelt
Die Huber Group hat ihr Abgasrückführungssystem weiterentwickelt: Das Abgas wird der Frischluft nicht wie zumeist üblich einseitig zugeführt, sondern gelangt aus dem AGR-Ventil vorab in eine dem Saugrohr vorgelagerte Mischkammer.
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Wie bei gängigen AGR-Systemen wird auch bei diesem Verfahren Abgas aus dem Abgaskrümmer entnommen und über das AGR-Ventil in das Saugrohr zurückgeführt. Hierdurch steigt der Inertgasanteil in der Frischgasfüllung. Infolgedessen wird die Brenngeschwindigkeit verlangsamt und die Verbrennungsspitzentemperatur gesenkt, was letztendlich zu einer Verringerung der temperaturabhängigen NOx-Bildung führt. Um das NOx-Reduktionspotential zusätzlich zu steigern, arbeitet auch Huber mit einer AGR-Kühlung mit Bypass-Lösung. Ein Teil des Abgases wird vor der Turbine des Abgasturboladers entnommen, im EGR-Cooler gekühlt, und danach der Frischluft beigemischt.
Unterscheidung zwischen Betriebszuständen
Neben der AGR-Kühlung beinhaltet das System ein elektronisches Steuerungssystem, welches zwischen transienten und stationären Betriebszuständen unterscheidet. Abhängig vom Grad der Drehzahlveränderung bemisst das System im jeweiligen Last- oder Drehzahlpunkt, der gerade durchlaufen wird, eine niedrigere oder höhere AGR-Mindermenge, im Vergleich zur rückgeführten Menge im stationären Betriebszustand.
Arbeiten konventionelle Systeme mit einer klassischen Kennfeldlösung, in der der dynamische Betrieb über Vorsteuerung mehr oder minder erfolgreich abgedeckt wird, so verwendet Huber ein Kubusmodell mit „Beschleunigung“ als dritter Dimension. Darüber hinaus birgt das AGR-System vor allem Vorteile durch eine spezielle Mischkammer: Das Abgas wird der Frischluft nicht wie zumeist üblich einseitig zugeführt, sondern gelangt aus dem AGR-Ventil vorab in eine dem Saugrohr vorgelagerte Mischkammer.
Zuströmen gezielt beeinflussen
Mittels einer integrierten Ringblende, welche speziell an den jeweiligen Motor angepasst wird, kann das Zuströmen des Abgases gezielt beeinflusst werden. Dadurch lässt sich eine homogene Verteilung der AGR-Menge über den gesamten Kanalquerschnitt der Frischluftzuführung erzielen. Die daraus resultierende Gleichverteilung des Abgases auf alle Zylinder führt zu einer Steigerung der AGR-Rate, da demzufolge der NOx/PM Trade-off aller Zylinder nahezu identisch gelagert ist, ohne dass mit einer erhöhten Rußbildung bei einem oder mehreren Zylindern gerechnet werden muss.
Anhand einiger Projekte mit älteren Motorgenerationen konnte ein erhebliches Potential zur NOx-Absenkung ermittelt werden und in der Regel ließen sich die Motoren ohne weitere konstruktive Eingriffe im Bereich Gemischbildung und Brennraumgestaltung um eine ganze Emissionsstufe upgraden. Eine Feasibility-Studie ergab, dass selbst die Euro-6-Norm unterstützt durch ein AGR-System erreicht werden kann.
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