Fahrerassistenzsysteme ADAC: Multikollisionsbremse serienmäßig!

Autor / Redakteur: ampnet/nic / Thomas Günnel

Mit der sogenannten Multikollisionsbremse lassen sich viele Leben retten: Das haben ADAC-Crash-Tests jetzt gezeigt. Laut Unfallforschung des Clubs sind immerhin 25 Prozent der Unfälle aus der Analysedatenbank des ADAC als Mehrfachkollisionen einzustufen. Die Multikollisionsbremse entschärft diese Gefahr.

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Multikollisionsbremsen, wie die des Golf VII, zeigten im ADAC-Test ihr Potenzial. Der Club fordert deshalb die serienmäßige Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit diesem System.
Multikollisionsbremsen, wie die des Golf VII, zeigten im ADAC-Test ihr Potenzial. Der Club fordert deshalb die serienmäßige Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit diesem System.
(Foto: ADAC)

Unter Mehrfachkollisionen versteht man, dass ein Auto nach dem ersten Crash weiterfährt und dann in einen weiteren Zusammenprall verwickelt wird. Hierbei können andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer oder andere Pkw-Fahrer sowie Schilder, Pfeiler oder Leitplanken getroffen werden.

Der Vergleich

Der ADAC hat Crash-Tests mit und ohne Multikollisionsbremse durchgeführt. Dabei kommt das Testfahrzeug mit Multikollisionsbremse 20 Meter nach dem ersten Zusammenstoß mit einem anderen Auto zum Stehen. Im zweiten Versuch, ohne Multikollisionsbremse unter gleichen Rahmenbedingungen (60 km/h Kollisionsgeschwindigkeit), fährt das Auto nach dem ersten Crash noch 30 Meter weiter und knallt dann mit einer Restgeschwindigkeit von 25 km/h gegen eine Betonbarriere.

Der Airbag hilft nur einmal

Gerade Unfälle mit einem Zweitcrash sind besonders gefährlich, da Rückhaltesysteme wie Gurtstraffer und Airbags meist schon beim ersten Aufprall gegen einen anderen Verkehrsteilnehmer oder ein Hindernis aktiviert werden. Im Zuge des ersten Aufpralls verliert der Fahrer oft die Kontrolle über das Auto. Zudem ist schon beim ersten Aufprall der wesentliche Schutz des Airbags „aufgebraucht“.

Vernetzung von Airbag und ESP

Dass die Multikollisionsbremse, mit der beispielsweise der neue VW Golf VII ausgerüstet ist, einen zweiten Aufprall verhindern oder zumindest dessen Intensität stark verringern kann, liegt daran, dass ESP und Airbagsteuergerät intelligent miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren. Erkennt das Airbagsteuergerät einen Unfall, dessen Schwere das Auslösen der Rückhaltesysteme erfordert, sendet es nicht nur einen Impuls zur Aktivierung des Airbags und zum Straffen der Gurte, sondern auch ein Signal an das ESP-Steuergerät. Dieses Gerät verantwortet den Aufbau des Bremsdrucks und das Abbremsen des Fahrzeugs. Das Auto kommt durch die Vernetzung der beiden Systeme schneller zum Stehen.

ADAC fordert serienmäßigen Einsatz

Die serienmäßige Einführung der Bremse für Mehrfachkollisionen ist technisch kein Problem, da die Datenleitungen für die Kommunikation von Airbag- und ESP-Steuergerät bereits vorhanden sind. Auch der finanzielle Aufwand für die „Bremsvernetzung“ ist überschaubar. Der ADAC fordert daher die serienmäßige Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit Multikollisionsbremsen.

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