Rohstoffe Aluminium Deutschland warnt vor Recycling-Engpass

Von Thomas Günnel 1 min Lesedauer

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Europa exportiert zu viel Aluminiumschrott. Die Recyclingindustrie warnt vor einem dauerhaften Rohstoffverlust und fordert Exportrestriktionen.

Der Verband Aluminium Deutschland warnt vor zu starker Ausfuhr von Aluminiumschrott aus Europa.(Bild:  AMAG Austria Metall)
Der Verband Aluminium Deutschland warnt vor zu starker Ausfuhr von Aluminiumschrott aus Europa.
(Bild: AMAG Austria Metall)

Die jüngste Zoll-Einigung zwischen der EU und den USA löst das drängende Problem des Aluminiumschrottabflusses aus Europa nicht. Das teilt der Verband Aluminium Deutschland mit. „Aluminiumprodukte bleiben auch nach der Einigung weiterhin mit einem deutlich erhöhten Zollsatz von 50 Prozent belegt, während für Aluminiumschrotte ein Zollsatz von nur 15 Prozent anfällt. Somit können Aluminiumschrotte zu deutlich attraktiveren Konditionen in die USA exportiert werden als etwa Primär- und Halbzeugprodukte“, beschreibt der Verband in einer Mitteilung.

Der Präsident des Verbands, Rob van Gils, warnt vor einem Verlust der Recyclingfähigkeiten in Europa: „Die aktuellen Zollregelungen löst unser Problem nicht, sondern verschärfen das Ungleichgewicht auf dem Aluminiumschrottmarkt nur noch weiter. Das bestehende Arbitragefenster bleibt somit bestehen und droht sich langfristig zu verfestigen. Dadurch wird ein dauerhaft verstärkter Schrottabfluss aus Europa wahrscheinlich – mit katastrophalen Folgen für Europas Recyclingindustrie.“

Zu viel Schrott wird exportiert

Bereits vor dem Zollkonflikt war die Entwicklung der Schrottausfuhren aus Europa laut des Verbands alarmierend – vor allem nach Asien. „Große Abnehmermärkte wie Indien, Malaysia oder China haben zudem bereits eigene Exportrestriktionen für Aluminiumschrotte eingeführt, wodurch europäische Recyclingfirmen international weiter ins Hintertreffen geraten“, stellt Aluminium Deutschland fest. Zwar stellte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mögliche Zollsenkungen sowie ein Quotensystem für Stahl und Aluminium in Aussicht. Ob, in welchem Umfang und wann diese Maßnahmen tatsächlich Realität werden, ist jedoch derzeit völlig offen.

„Europa muss jetzt entschlossen und rasch handeln“, fordert van Gils. Notwendig sind laut des Managers horizontale Exportrestriktionen auf Aluminiumschrott. „Nur so können wir das Gleichgewicht auf dem Schrottmarkt wiederherstellen, den Zugang zu essenziellen heimischen Rohstoffen sichern und die industrielle Basis Europas langfristig stärken.“ Bereits im März hatte der Verband Aluminium Deutschland vor Rohstoffknappheit gewarnt – ausgelöst durch US-Zölle auf den Rohstoff.

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