Neue Modelle Der Alfa Romeo Milano darf nicht Milano heißen

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Das vierte neue Modell von Alfa Romeo ist das erste Elektroauto. Es sollte Milano heißen. Stellantis wählte nun einen anderen Namen für das kompakte SUV.

Das vierte Modell von Alfa Romeo ist das erste Elektroauto der Marke.(Bild:  Alfa Romeo)
Das vierte Modell von Alfa Romeo ist das erste Elektroauto der Marke.
(Bild: Alfa Romeo)

114 Jahre mussten vergehen, bis Alfa Romeo zum ersten Mal ein Auto nach seiner Heimatstadt Mailand benennen wollte. Der Name war auch ein Wunsch vieler Teilnehmer einer Umfrage. Weil das Auto jedoch in Polen gebaut wird, gab es Proteste aus der italienischen Regierung. „Der Name Milano ist nicht okay? Dann eben Junior!“, schreibt die Presseabteilung des Autokonzerns trotzig.

Der „Junior“ ist ein wichtiges Auto für die Marke, die im Stellantis-Konzern zusammen mit DS aus Frankreich und der gerade wiedergeborenen Ikone Lancia zum noblen Dreigestirn feinerer Premium-Modelle gehört. Der Elektro-SUV macht die Alfa-Familie zum Quartett und dürfte wohl zum meistverkauften Modell der Marke werden. Die Limousine Giulia und das große SUV Stelvio sind deutlich teurer, das Mittelklasse-Modell Tonale dagegen wird sich wohl mit dem neuen Junior auf Augenhöhe von rund 40.000 Euro halten. Die drei bisherigen Modelle aber sind Verbrenner der alten Schule. Der Junior mit Nachnamen Elettrica, der ab 40.000 Euro in der Preisliste steht, dagegen fährt mit Strom und ist damit der erste Alfa seiner Art.

Flottes Hybrid-Modell

Doch die Italiener gehen auf Nummer sicher. Für hartgesottene Benziner-Fans wird es auch eine Variante mit 1,2-Liter-Dreizylinder geben, deren Futterstelle wie gehabt die Tanke ist. Dank der Beihilfe eines kleinen 21 kW starken E-Motors samt 48-Volt-Batterie dürfte der „Ibrida“ (Hybrid) sogar recht flott unterwegs sein, auch wenn die genauen Daten noch nicht feststehen. Dafür aber der Preis: ab 29.900 Euro.

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Das Wichtigste aber bleibt der neue Stromer, der vom reichhaltigen Elektrobaukasten des Mischkonzerns profitiert und sich den Unterbau mit diversen anderen Stellantis-Modellen teilt. Beispiele sind der Fiat 600 e, der elektrische Jeep Avenger, aber auch Opel Mokka Electric oder Peugeot E-2008. Alle treten in der Klasse von Autos an, die derzeit bei den Kunden am beliebtesten ist. Die kompakten SUV mit einer Länge von knapp über vier Metern haben den größeren und teureren Modellen bei vielen Herstellern den Rang abgelaufen.

Mit dem 54-kWh-Akku soll der Junior über 400 Kilometer weit kommen, sein E-Motor liefert 115 kW. Welche Batterie die Variante mit 176 kW und dem Zusatz Veloce befeuern wird, ist noch nicht bekannt. Gegen die Reichweitenangst hilft die Ladeleistung von maximal 100 kW, die den Akkustand in 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent heben soll.

Verschiedene Modelle nähern sich an

Klassenüblich ist nicht nur die Technik unterm Blech des SUVs. Da überall die Ingenieure in ihren Windkanälen ihrer Suche nach der idealen Form eines E-Autos meist auf ähnliche Ergebnisse kommen, nähern sich die Kleider verschiedener Modelle immer mehr an. Leicht ansteigende Motorhaube, ein optisch schwebendes Dach mit überstehendem Spoiler oberhalb der Heckscheibe, dahinter ein steil abfallender Abschluss. Ob VW ID 3, Renault Mégane e-Tech, der neue Lancia Ypsilon oder auch der Hyundai Ioniq, die Designs gleichen sich.

Der Alfa Junior bewegt sich also in guter Gesellschaft. Natürlich garniert mit italienischer Eleganz wie den ultraschmalen dreigeteilten Tagfahrleuchten, das die Matrix-LED-Scheinwerfer wie Augenbrauen beschirmt. In der Mitte der auf der Spitze stehende „Scudetto“-Kühlergrill, auf Wunsch in modernerer Form als bisher. Auf der Vorderseite der Haube grüßt das Traditionslogo mit Kreuz und Schlange. Seitlich wird die Optik von den beiderseits kurzen Überhängen und den dezenten Umrandungen der Kotflügel geprägt.

Innen wie ein Arbeitsplatz

Der Innenraum des kleinsten Alfa mutet wie in den meisten heutigen Auto eher wie der Arbeitsplatz in einem ordentlichen Büro als das Cockpit eines Autos an. Eingebettet in erlesene Materialien ist ein 10,25 Zoll großer TFT-Bildschirm der Blickfang. Wichtige Funktionen werden per Touchscreen bedient. Aus der alten Welt bleibt unterhalb des Monitors eine Klaviatur an Knöpfen und Schaltern erhalten, die für Heizung und Klima reserviert sind. Ein weiteres 10,15-Zoll-Display passt sich an die runden Gehäuse der Instrumente hinterm Lenkrad an und versorgt den Fahrer mit allen nötigen Details. Eine gute Mischung aus Modernität und der Tradition des früher als „Cannocchiale“ (Fernrohr) bekannten Alfa-Designs.

Aus der langen Liste an elektronischen Helfern sticht ein Detail heraus, das mehr und mehr den Weg aus Smartphone oder Computer ins Auto geschafft hat. Die bekannte KI-Software Chat GPT hilft nicht nur bei der Programmierung des Navigationssystems, in dem Fahrtroute samt Ladepausen berechnet werden, sondern sie dient auch als virtueller Beifahrer.

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KI zum Zeitvertreib

Die künstliche Intelligenz liefert auf Nachfrage Ratschläge zu Fahrtzielen oder interessanten Punkten entlang der Strecke, kann sogar Geschichten eines gewünschten Themas erzählen oder Staupausen mit einem Quiz verkürzen. Natürlich weiß sie auch alles über das Wetter oder drohende Verzögerungen. Über eine Smartphone-App lassen sich ferngesteuert die Fenster öffnen oder schließen, der Standort des Juniors ermitteln oder der Ladevorgang überwachen. Mit Ausnahme der KI-Funktionen bieten das inzwischen die meisten E-Autos.

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Unterm Strich hat Alfa seine Hausaufgaben erledigt und ein modernes und schönes Auto auf die Räder gestellt. Später im Jahr wird eine Variante mit Allradantrieb nachgeliefert. Sie ist allerdings dem Alfa Romeo Ibrida Q4 mit Verbrennermotor vorbehalten.

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