Deutlich weniger Umsatz, aber dennoch mehr als erwartet und trotz Krise ein Milliardengewinn: Der Zulieferer Bosch veröffentlichte heute seine vorläufigen Zahlen für 2020. Vor allem in China läuft es rund.
Bei Bosch lief es 2020 nicht gut, aber dennoch weitaus besser als gedacht.
(Bild: Bosch)
Die rückläufige Autoproduktion und Corona-Lockdowns auf der ganzen Welt haben dem Technologiekonzern Bosch im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzminus eingebrockt. Die Erlöse sanken nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zu 2019 um 6,1 Prozent , auf nur noch 71,6 Milliarden Euro, wie der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart am Donnerstag (4. Februar) mitteilte. In der ausgewiesenen Vorjahreszahl fehlt allerdings der von Bosch Ende 2019 verkaufte Geschäftsbereich Verpackungstechnik. Nimmt man die damals in diesem Segment erzielten Erlöse in die Vergleichsrechnung auf, fällt der prozentuale Umsatzeinbruch drastischer aus.
Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel deutlich auf 1,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 hatte Bosch – inklusive von Sondereinnahmen durch den Verkauf der Verpackungstechnik-Sparte – noch einen operativen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro erzielt. Zum Nettoergebnis machte das Unternehmen keine Angaben.
Keine Prognose für 2021
Für das laufende Jahr wollte Bosch keine Prognosen zu Umsatz oder Ertrag abgeben und begründete das mit „nach wie vor volatilen Rahmenbedingungen“. Konzernchef Volkmar Denner sagte, von Entspannung könne nicht nur wegen der Corona-Pandemie „keine Rede sein“. Obendrein erschweren dem weltgrößten Autozulieferer der andauernde Rückgang der globalen Autoproduktion und der Strukturwandel in der Branche hin zu neuen Antriebstechnologien die Planungen; aktuell sorgt zudem ein Engpass auf dem Halbleitermarkt für Probleme.
In der Antriebsfrage setzt Bosch weiter auf ein hybrides Geschäftsmodell, baut sowohl auf die politisch und öffentlich teils in Verruf geratene Diesel- und Benzintechnik als auch auf E-Mobilität und Wasserstoff. Denner warb dafür, bei dieser Frage ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen zu betrachten. Er beobachte aber zurzeit „eine einseitige Betonung des ökologischen Aspekts“ – verbunden mit der Annahme, ein schnelles Umschwenken ganz auf moderne Antriebe sei wirtschaftlich verkraftbar. „Diese Hypothese sollte dringend überprüft werden.“ Allein bei Bosch hängen noch immer rund 40.000 der weltweit 394.500 Jobs am Diesel.
Umsatzeinbruch im Bereich Mobility Solutions
Im Vorjahr verbuchte der Konzern in fast allen großen Unternehmensbereichen Umsatzrückgänge – einzig das Geschäft mit Gebrauchsgütern wuchs. Der schmerzhafteste Einbruch entfiel auf den mit Abstand wichtigsten Bereich Mobility Solutions, der Zulieferersparte für die Automobilindustrie. In dem Segment, das mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes der Bosch-Gruppe ausmacht, gingen die Erlöse um satte 9,5 Prozent auf 42,3 Milliarden Euro zurück.
Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer begründete diesen Einbruch vor allem mit den wirtschaftlichen Turbulenzen zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr. Auch in der Autoindustrie waren damals wichtige Lieferketten gerissen und die Produktion der OEMs stand teilweise still.
Kurzarbeit und Kosteneinsparungen
Auf die unerwartete Krise reagierte Bosch damals unter anderem mit Kurzarbeit und Arbeitszeitabsenkungen für Tausende Mitarbeiter sowie Kostensparprogrammen. Allein durch Investitionskürzungen seien im Jahr 2020 mehr als 1,1 Milliarden Euro an liquiden Mitteln im Vergleich zum Vorjahr eingespart worden, sagte Asenkerschbaumer. Die Sicherung der Liquidität sei in der Krise ein „ganz zentrales Thema“ gewesen. Vorwürfe, Bosch habe damit auch bei Zukunftstechniken gespart, wies er zurück. Man habe „keinen einzigen Euro“, der wichtig für die Zukunftssicherung sei, gestrichen. „Aber es gibt natürlich in einem Großkonzern immer wieder Investitionen, die man schieben kann, ohne dass irgendwelche negativen Einflüsse auf die Zukunftsgestaltung vorliegen. Und das haben wir getan.“
Verkäufe in China übertreffen zum ersten Mal Deutschland
Im zweiten Halbjahr besserte sich die Lage deutlich, dabei profitierte Bosch ebenso wie viele Autohersteller überdurchschnittlich von der schnellen Konjunkturbelebung in Fernost: Auf Jahressicht gesehen übertraf der Umsatz in China zum ersten Mal in der Konzerngeschichte sogar die Erlöse in Deutschland.
Einen gewinnbringenden Zukunftsmarkt sieht Bosch in der Entwicklung softwareintensiver Elektroniksysteme für Fahrzeuge – dafür hat der Konzern 17.000 Mitarbeiter in 20 Ländern in einem neuen Geschäftssegment unter dem Dach von Mobility Solutions zusammengezogen. Denner sagte, schon jetzt komme dieser Markt auf ein jährliches Volumen von rund 20 Milliarden Euro, bis 2030 sei ein jährlicher Zuwachs um bis zu 15 Prozent zu erwarten. Allein im zweiten Halbjahr 2020 seien bei Bosch in diesem Bereich Aufträge im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Euro eingegangen.
Stand: 08.12.2025
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