Gigafabrik Salzgitter Powerco beginnt Produktion von Batteriezellen

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Powerco hat mit der Batteriezellproduktion in Salzgitter begonnen. Die Zellen will Volkswagen ab 2026 in Serie in seine Autos bauen.

Powerco hat die Zellfertigung in Salzgitter gestartet.(Bild:  Stefan Warter/Volkswagen AG/PowerCo)
Powerco hat die Zellfertigung in Salzgitter gestartet.
(Bild: Stefan Warter/Volkswagen AG/PowerCo)

Powerco hat in Salzgitter mit der Produktion der sogenannten Einheitszelle begonnen. Die Zelle basiert auf der NMC-Technologie, Nickel-Mangan-Cobalt. Gegenüber aktuell verbauten Zellen hat die Einheitszelle laut Volkswagen eine rund zehn Prozent höhere Energiedichte. Zudem ist sie auf das neue Cell-to-Pack-Batteriesystem abgestimmt.

Weitere Zellchemien sollen folgen, darunter laut Unternehmen in Kürze die erste Einheitszelle mit LFP-Technologie, Lithium-Eisenphosphat. Die standardisierte Architektur erlaubt laut VW alle Zelltechnologien bis hin zu Feststoff – und den Einsatz unabhängig von Region und Marke.

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns soll Powerco rund die Hälfte des Bedarfs an Einheitszellen abdecken. Zusätzlich gibt es externe Lieferanten. Die jetzt gefertigten Zellen erhalten die Marken des Konzerns für finale Tests im Fahrzeug. Der erste Serieneinsatz ist im kommenden Jahr geplant, in der „Electric Urban Car Family“ von Volkswagen, Škoda und Seat/Cupra.

Layout aus Salzgitter für weitere Werke

Powerco will die Produktion der Einheitszelle im kommenden Jahr schrittweise hochfahren. Die erste Ausbaustufe umfasst eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 20 Gigawattstunden. Das reicht für rund 250.000 E-Autos, abhängig von der montierten Akkugröße. Die Kapazität ist erweiterbar auf bis zu 40 Gigawattstunden. Salzgitter ist das Leitwerk für weitere Zellfabriken im spanischen Valencia und im kanadischen St. Thomas. Beide Werken basieren auf dem Standardfabrik-Konzept von Powerco. Der Know-how- und Personalaustausch hat laut Volkswagen bereits begonnen.

Die Einheitszelle von Volkswagen eignet sich laut Hersteller für alle Zelltechnologien bis hin zu Feststoff.(Bild:  Volkswagen)
Die Einheitszelle von Volkswagen eignet sich laut Hersteller für alle Zelltechnologien bis hin zu Feststoff.
(Bild: Volkswagen)

Parallel baut der Autohersteller das Entwicklungszentrum in Salzgitter aus. Seit dem Jahr 2022 wachsen die Labor-, Test- und Entwicklungskapazitäten am Standort. Aktuell baut Volkswagen ein weiteres Testfeld auf. Es soll Anfang 2026 den Betrieb aufnehmen.

Energie vollständig aus regenerativen Quellen

Die Produktion in Salzgitter erfolgt vollständig mit regenerativer Energie aus Wind und Sonne. Erstmals betreibt Powerco die energieintensiven Rein- und Trockenräume mit Grünstrom. In Summe emittiert die Fabrik Salzgitter laut Volkswagen jährlich bis zu 115.000 Tonnen weniger CO2 als vergleichbare, konventionelle Fabriken.

Die Fertigung ist hochautomatisiert, kombiniert mit umfassender Echtzeit-Datenanalyse. „Tausende Datenpunkte aus Maschinen- und Gebäudeüberwachung ermöglichen eine detaillierte Rückverfolgung und bilden die Basis für eine KI-gestützte Qualitätskontrolle“, beschreibt Volkswagen.

Seit dem Jahr 2022 hat Volkswagen das Werk in Salzgitter aufgebaut. Auf rund 69.000 Quadratmetern entstehen in der ersten Ausbaustufe mit 20 GWh jährlich Batteriezellen für circa 250.000 E-Autos, abhängig von deren Akkugröße.(Bild:  PowerCo / Marco Prosch)
Seit dem Jahr 2022 hat Volkswagen das Werk in Salzgitter aufgebaut. Auf rund 69.000 Quadratmetern entstehen in der ersten Ausbaustufe mit 20 GWh jährlich Batteriezellen für circa 250.000 E-Autos, abhängig von deren Akkugröße.
(Bild: PowerCo / Marco Prosch)

Powerco-Chef Frank Blome zeigt sich in einer Mitteilung stolz auf sein Team: „Wir haben in nur drei Jahren ein neues Unternehmen aufgebaut, ein wettbewerbsfähiges Produkt entwickelt und eine komplette Zellfabrik einschließlich der vorgelagerten Lieferkette fertiggestellt. Parallel bauen wir in Spanien und Kanada bereits die nächsten Zellfabriken auf. Kurz gesagt: Wir liefern. Dahinter steht eine große Teamleistung von ganz vielen Menschen bei Powerco und Volkswagen, für die ich sehr dankbar bin.“

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