Energie Elli sucht Testkunden für bidirektionales Laden

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

Elli startet ein Pilotprojekt zum bidirektionalen Laden im Haushalt. Die Volkswagen-Tochter sucht dafür ab Dezember 2025 Testnutzer.

Das Unternehmen Elli startet ein Pilotprojekt für bidirektionales Laden im privaten Haushalt.(Bild:  Volkswagen)
Das Unternehmen Elli startet ein Pilotprojekt für bidirektionales Laden im privaten Haushalt.
(Bild: Volkswagen)

Die Volkswagen-Tochter Elli startet ein Pilotprojekt für das bidirektionale Laden im privaten Haushalt. Damit sollen Nutzerinnen und Nutzer heimische Elektrogeräte künftig mit der Energie der Fahrzeugbatterie und der heimischen PV-Anlage betreiben. Mit bidirektionalem Heimladen können die Ladekosten teils um bis zu 75 Prozent senken, rechnet Volkswagen vor. Gleichzeitig sind Anwender in einem vergleichbaren Umfang unabhängig vom öffentlichen Stromnetz.

Kundinnen und Kunden des Autoherstellers und des Photovoltaik-Anbieters Otovo können sich für das im Dezember 2025 in Deutschland startende Pilotprogramm bewerben – und erhalten bei Auswahl eine DC-bidirektionale Wallbox von Elli.

Diese Fahrzeuge eignen sich für das bidirektionale Laden

Für das bidirektionale Laden eignen sich Modelle der MEB-Plattform ab Softwareversion „ID.S 3.5“ oder höher und mit 77-kWh-Batterien. Die Wallbox verbindet die heimische Solaranlage und das E-Fahrzeug mit einer Softwareplattform. Eine Ladestation des Unternehmens Cubos nutzt die Batterie eines E-Fahrzeugs als Heimspeicher – und versorgt Haushaltsgeräte mit selbst erzeugtem Solarstrom. Die Energieflüsse zwischen Stromnetz, Fahrzeug und Haushalt steuert die „Elli Charging App“.

So berechnet Volkswagen die mögliche Ersparnis

Volkswagen hat für die genannten Ersparnis von bis zu 75 Prozent rechnerisch einen Vier-Personen-Haushalt simuliert. Er verbraucht vier Megawattstunden jährlich. Der Haushalt betreibt ein Elektrofahrzeug mit einem 77-kWh-Akku, die jährliche Fahrleistung beträgt 5.500 Kilometer. Die heimische Photovoltaikanlage hat eine Leistung von 7,5 kWp, beim Ertrag rechnet Volkswagen mit neun Megawattstunden. Ein vorhandener Heimspeicher fasst fünf Kilowattstunden und ist vernetzt mit einem Heim-Energiespeichersystem. Außerdem existiert ein dynamischer Stromtarif nach dem „EPEX-Spot DA“. Dabei wird einmal täglich ein Strompreis für 24 Stunden festgelegt.

Die mögliche Ersparnis ergibt sich aus dem Vergleich mit dem selben Haushalt ohne PV-Anlage, Heimspeicher und Energiespeichersystem. Die eigene Ersparnis zeigt ein Rechner von Elli. Die Anschaffungskosten für die genannten Komponenten sind in die Rechnung nicht eingeflossen.

Virtuelles Kraftwerk ab 2026

Bis zum Ende des Jahrzehnts will Elli seine Großspeicher und hunderttausende E-Fahrzeugbatterien in Europa zu einem virtuellen Kraftwerk vereinen. Das „Managed Battery Network“ soll den Energiehandel mit Speicherkapazitäten steuern. Ab dem Jahr 2026 will das Unternehmen dafür mehrere Hundert dezentrale E-Fahrzeuge zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzen. Folgend will Elli deren Energie an der EPEX-Strombörse vermarkten.

Parallel startet Elli ins Großspeichergeschäft. Das „Elli PowerCenter“ entsteht aktuell in Salzgitter. Es soll im Dezember fertig sein. Der Speicher mit 20 Megawatt Leistung und 40 Megawattstunden Kapazität basiert auf LFP-Batteriepacks von Powerco.

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