Kreislaufwirtschaft BMW beginnt Direktrecycling von Batteriezellen

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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BMW beginnt mit dem Direktrecycling von Batteriezellen. Mit einem neuen Verfahren will der Autohersteller Rohstoffe einfacher zurückgewinnen.

Mittels Direktrecycling bringt BMW die Rohstoffe aus Batteriezellen mechanisch zurück in den Kreislauf.(Bild:  BMW)
Mittels Direktrecycling bringt BMW die Rohstoffe aus Batteriezellen mechanisch zurück in den Kreislauf.
(Bild: BMW)

BMW hat das „Kompetenzzentrum Batteriezellrecycling“ im niederbayerischen Salching in Betrieb genommen. In dem Werk recycelt der Automobilhersteller gemeinsam mit der Encory GmbH Batteriezellen direkt. Das heißt: „Beim Direktrecycling können Reststoffe aus der Batteriezellfertigung bis hin zu ganzen Batteriezellen mechanisch zerlegt werden. Die Rohstoffe werden nicht komplett in ihren Ursprungszustand zurück verwandelt, sondern `direkt´ in den Kreislauf der Zellfertigung zurückgegeben“, teilt BMW mit.

Thermisches oder chemisches Aufbereiten entfällt

Dadurch entfällt das energieintensive chemische oder thermische Aufbereiten. Die Methode haben Beschäftigte von BMW entwickelt. Nach der vollständigen Inbetriebnahme des Recyclingwerks wollen die Unternehmen hier jährlich Batteriezellmaterial im mittleren zweistelligen Tonnenbereich recyceln.

Die gewonnenen Rohstoffe will BMW in der Pilotfertigung von Batteriezellen im hauseigenen Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung in Parsdorf einsetzen.

„Wir sind Vorreiter in der Industrie“

„Mit unserem Direktrecycling sind wir Vorreiter in der Industrie“, kommentiert Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei der BMW AG. „Diese Technologie hat ein großes Potential, die Batteriezellproduktion weiter zu optimieren.“ Denkbar wäre laut Fallböhmer, das Verfahren bei Zellherstellern in der Serienproduktion einzusetzen.

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Für das Kompetenzzentrum nutzt BMW eine bestehende Halle in Salching. Hier gibt es etwa 2.100 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche und knapp 350 Quadratmeter Büro- und Pausenräume. Strom liefert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Encory verantwortet Aufbau und Betrieb des Kompetenzzentrums. Das geistige Eigentum am Recyclingverfahren hält BMW.

Wer sind die Projektpartner?

Encory ist ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen BMW und der Interzero Group. Das Unternehmen entwickelt seit dem Jahr 2016 Dienstleistungen, Produkte und Ideen zu Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft in der Industrie. BMW und Interzero, ein Anbieter von Umweltdienstleistungen, sind zu je 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Im neuen Kompetenzzentrum sollen etwa 20 Menschen arbeiten.

Am Aufbau und Betrieb des Kompetenzzentrums sind mit Ausnahme einer schweizerischen Firma ausschließlich deutsche Firmen beteiligt. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen stammt laut BMW aus einem Umkreis von 100 Kilometern um Salching. Ursprünglich sollte das Werk in Kirchroth nahe Straubing entstehen.

Drei Standorte für Batteriezellen

BMW betreibt Batteriezell-Standorte in München, Parsdorf und Salching. Im Battery Cell Competence Center im Münchner Norden entwickeln die Beschäftigten Batteriezellen für Hochvoltbatterien und fertigen eine kleine Menge. Die beste Batteriezelle aus München skalieren die Beschäftigten im Parsdorfer Cell Manufacturing Competence Center auf einer Pilotlinie in Richtung Serienprozess.

Im neuen Cell Recycling Competence Center in Salching recyceln die Menschen die Überschüsse aus der Parsdorfer Pilotfertigung. Die gewonnenen Rohstoffe kommen zurück in die Zellproduktion.

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