Produktion BMW eröffnet Presswerk in den USA

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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BMW hat sein erstes Presswerk in Nordamerika eröffnet. Rund eine halbe Autostunde entfernt entsteht außerdem ein Batteriewerk.

BMW hat sein erstes Presswerk in Nordamerika eröffnet.(Bild:  Fred Rollison/BMW)
BMW hat sein erstes Presswerk in Nordamerika eröffnet.
(Bild: Fred Rollison/BMW)

BMW hat im Werk im amerikanischen Spartanburg ein neues Presswerk eröffnet. Außerdem bereitet sich das Werk auf den Anlauf des neuen X3 vor. Die Außenhaut – wie Karosserieaußenwände, Türen, Kotflügel und die Heckklappe – stellt BMW bereits im eigenen Presswerk her.

Bis zum Jahr 2030 will BMW in dem Werk die Produktion mindestens sechs vollelektrischer Modelle beginnen. Die Hochvoltbatterien für die Autos kommen aus dem nahegelegenen Woodruff. Hier errichtet der Autohersteller aktuell eine Montage für Batterien der sechsten Generation. Sie soll ab den Jahr 2026 Batteriezellen liefern.

Das neue Presswerk kostet laut BMW mehr als 200 Millionen US-Dollar. Vom Baubeginn des etwa 20.000 Quadratmeter großen Werks bis zur ersten Komponente vergingen knapp zwei Jahre. Mehr als 200 neue Arbeitsplätze sind entstanden, viele Beschäftigte bildete BMW in den Presswerken im britischen Swindon und in Leipzig aus.

Wie funktioniert das Presswerk?

Ein Kran speist große Blechrollen, sogenannte Stahl- oder Alu-Coils, in die Coil-Anlage ein. Hier wird das Blech mit bis zu 70 Hüben pro Minute in einzelne Platinen – rechteckige Zuschnitte oder Sonderformen – geschnitten. Diese Platinen formt eine fünfstufige Pressenlinie zu finalen Karosserieteilen um.

Ein Brückenkran bringt zu jeder Station das passende Presswerkzeug, die sogenannte Pressform. Die Platine wird in die erste Pressenstation eingelegt und von einer roboterähnlichen Automationstechnik – der sogenannten „Crossbar Feeder“ – von Station zu Station transportiert. Dort erfolgen weitere Form- und Schneidvorgänge. Die Anlage kann bis zu 18 Hübe pro Minute ausführen. Je nach Bauteilgröße sind täglich bis zu 10.000 Teile möglich.

Nach dem Pressen werden die Teile auf ihre Qualität geprüft. Eine spezielle Beleuchtung imitiert dazu das natürliche Tageslicht. Anschließend gelangen die Pressteile in Transportbehältern in den Karosseriebau. Für Blechabfälle aus dem Presswerk gibt es einen geschlossenen Materialkreislauf. Täglich sind das etwa 60 Tonnen. Diese werden gesammelt, außerhalb des Werkes recycelt und für neue Stahl- oder Alu-Coils verwendet.

30 Jahre BMW-Werk Spartanburg

Das Werk Spartanburg in South Carolina besteht seit 30 Jahren. Mehr als 6,7 Millionen Autos hat BMW nach eigenen Angaben bereits gefertigt. Im Werk bauen mehr als 11.000 Menschen unterschiedliche X-Modelle, bis zu rund 1.500 täglich. Auf dem etwa 750.000 Quadratmeter großen Werksgelände befinden sich drei Karosseriebauten mit über 2.600 Robotern, zwei Lackierereien und zwei Montagehallen.

Das Werk erzeugt etwa 20 Prozent seines Strombedarfs aus recyceltem Methangas aus einer lokalen Mülldeponie. Mittels Wasserstoffbrennstoffzellen versorgt das Werk etwa 800 Logistik-Fahrzeuge mit Strom.

BMW will rund 1,7 Milliarden US-Dollar in ihre Geschäfte in den USA investieren. Eine Milliarde US-Dollar fließt in die Elektrifizierung des Werkes Spartanburg, weitere 700 Millionen US-Dollar in den Aufbau eines neuen Montagestandorts für Hochvoltbatterien in Woodruff.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier stellte BMW den X3 der vierten Generation vor. Das Modell ist eines der meistverkauften Fahrzeuge des Unternehmens. Der neue X3 kommt im Herbst 2024 auf den Markt.

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