Zulieferer Bosch-Chef will den Zulieferer für die Börse öffnen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Stefan Hartung liebäugelt mit Börsengängen einzelner Sparten von Bosch – auch, um Zukäufe zu finanzieren. Im Raum Stuttgart will der Konzernchef weniger Stellen abbauen.

Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, liebäugelt mit dem Börsengang einzelner Sparten.(Bild:  Bosch)
Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, liebäugelt mit dem Börsengang einzelner Sparten.
(Bild: Bosch)

Bosch-CEO Stefan Hartung will den Konzern stärker an den Kapitalmarkt heranführen. „Wir müssen Bosch für die Börse öffnen – in einzelnen Bereichen und an den geeigneten Stellen“, sagte der Manager jüngst dem „Manager-Magazin“.

Um sich in bestimmten Geschäften zu engagieren, müsse Bosch auch auf Partnerschaften setzen. „Wir müssen näher an den Kapitalmarkt ran und in der Lage sein, an einigen Elementen des Unternehmens in Zukunft auch andere teilhaben zu lassen. An der Finanzierung und am Geschäft.“ Bei den Gemeinschaftsunternehmen in China sei das bereits der Fall.

An der Börse gibt es laut des Unternehmenslenkers andere Ansprüche und Voraussetzungen: „Wir müssen diese Fähigkeit in den nächsten Jahren weiterentwickeln“, sagte Hartung. Der finanzielle Spielraum etwa von amerikanischen Tech-Konzernen sei ein anderer als der eigene. „Wir werden Partnerschaften brauchen“, räumte Hartung ein. „Einen Börsengang der Bosch-Gruppe insgesamt werden Sie aber sicher nicht erleben“, sagte er.

„Jeden als Wettbewerber und Partner vorstellen“

Um das Renditeziel von sieben Prozent im Jahr 2026 erreichen zu können, müsse sich Bosch genau ansehen, wo das Unternehmen wachsen wolle. „Bei der Elektrifizierung und Automatisierung im Fahrzeug schaffen wir das aus eigener Kraft, da sind wir schon führend, bauen Werke, investieren Milliardensummen“, erklärte Hartung.

„Bei den nicht automobilen Feldern können wir hingegen nicht ausschließlich aus eigener Kraft wachsen, da müssen wir uns Zukäufe anschauen.“ Zum Beispiel bleibe das Geschäft mit Wärmepumpen spannend. „Auch weil da – getrieben durch den plötzlich bremsenden Effekt der Regulierung – einige Marktteilnehmer ins Straucheln gekommen sind.“ Wenn der Preis stimme, könne es günstige Gelegenheiten für Übernahmen geben.

„Wir müssen uns mittlerweile jeden als Wettbewerber vorstellen“, sagte Hartung mit Blick auf die harte Konkurrenz von Technologieunternehmen. „Und genauso als Partner. Es wird Dinge geben, die macht man auch als Bosch besser nicht ganz allein.“ Damit werde es automatisch notwendig, auch börsengelistete Teilunternehmen bei sich im Konzern zu haben.

Geringerer Stellenabbau im Raum Stuttgart

In den vergangenen Monaten waren mehrmals Pläne des Unternehmens bekanntgeworden, weltweit Stellen zu streichen. Betroffen sind größtenteils deutsche Standorte in der Antriebssparte und in Bereichen für Steuergeräte, Fahrzeugelektronik und Software. Als Grund für die Pläne nannte Bosch vor allem den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Stellenabbau soll den Angaben zufolge sozialverträglich ablaufen – unter anderem durch Qualifizierungsprogramme und Vorruhestandsregelungen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt eine Vereinbarung für die deutschen Zulieferstandorte bis Ende 2027 aus.

Zuletzt war von 1.250 Jobs an den Standorten in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen die Rede. Am Dienstag (14. Mai) teilten Unternehmen und Betriebsrat mit, es seien nur noch 950 Arbeitsplätze betroffen. Außerdem einigten sich beide Seiten auf eine Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen an den Standorten: um zwei Jahre von 2027 auf Ende 2029.

Ausgelagerte Tätigkeiten selbst übernehmen

Realisiert werden soll die Verringerung des Stellenabbaus unter anderem durch die Ansiedlung eines Zukunftsthemas an den Standorten. Außerdem will Bosch bislang ausgelagerte Tätigkeiten wieder selbst übernehmen; zusätzlich wurde eine interne Personalvermittlung vereinbart.

Gegen die Pläne hatten Mitte März dem Betriebsrat zufolge bundesweit circa 25.000 Beschäftigte protestiert – davon 10.000 vor der Konzernzentrale in Gerlingen.

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