gesponsertAutomobilhersteller BYD: Überzeugen mit Innovationen

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BYD expandiert. Anfang 2026 kommt mit Denza die Premium-Marke nach Deutschland. Auf dem Testgelände in Zhengzhou zeigt das Unternehmen, warum es sich als Technologie- statt Autokonzern sieht.

Der Denza Z9 GT ist das erste Modell von BYDs Submarke, das in Europa verfügbar ist.(Bild:  BYD)
Der Denza Z9 GT ist das erste Modell von BYDs Submarke, das in Europa verfügbar ist.
(Bild: BYD)

Mit inzwischen elf Fahrzeugmodellen, die speziell für den europäischen Markt konzipiert wurden, bietet BYD unter allen chinesischen Marken die größte Auswahl in Deutschland. Bis Ende 2026 will das Unternehmen hierzulande 300 Händlerstandorte akquirieren. „Wir legen damit die Basis für unser Vertriebsziel von mehr als 50.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr“, sagt Deutschland-Chef Lars Bialkowski.

Unter der Marke Build Your Dreams (BYD) zielt man auf den Massenmarkt. Im ersten Quartal 2026 ergänzt man das Angebot um die Premiummarke Denza. Den Anfang macht eine Schräghecklimousine, deren Karosserie Anleihen bei einer Turismo-Version eines deutschen Sportwagens nimmt. Das überrascht nicht, mit Wolfgang Egger verantwortet bei BYD ein erfahrener deutscher Auto-Designer die Gestaltung der vier Automarken (BYD, Fangchenbao, Denza und Yangwang). Das runde weiß-blaue Logo auf der Front des Denza Z9 GT steht für einen Wassertropfen. Den wird man auch auf dem Van D9 sehen. Der kommt mit einem Plug-in-Hybridantrieb nach Deutschland. Den sportlichen Z9 GT wird es auch als reines E-Auto geben. Im Laufe des kommenden Jahres wird die Palette noch um einen Geländewagen sowie einen Sportwagen erweitert.

Der BYD Atto 2 hat eine in die Karosseriestruktur integrierte Eisenphosphat-Batterie („Cell-to-Body“).(Bild:  BYD)
Der BYD Atto 2 hat eine in die Karosseriestruktur integrierte Eisenphosphat-Batterie („Cell-to-Body“).
(Bild: BYD)

„Wir akquirieren gerade die Händlerstandorte“, sagt Vertriebsdirektor Klaus Hartmann. Er war zuvor für Ineos und Mercedes-Benz tätig. Jeder BYD-Händler kann sich auch für die Marke Denza bewerben. Doch strebt man eine räumliche Trennung beider Marken aufgrund ihrer Positionierung an. Da sich der Wettbewerb in der Elektromobilität an der Ladesäule entscheidet, bringt Denza die Mega-Flash-Ladetechnik mit nach Deutschland. „Man kann die E-Autos mit bis zu 1.000 kW Ladeleistung aufladen. Das sind zwei Kilometer Fahrleistung pro Sekunde Ladezeit“, sagt Hartmann. Die Ladesäulen wird man zunächst an Händlerstandorten installieren. Da in Innenstadtlagen die benötigten Hochvoltanschlüsse ans Stromnetz fehlen, arbeitet man mit Pufferbatterien, die über Nacht geladen werden und dann bis zu einem Megawatt Ladeleistung abgeben. Langfristig sucht das Unternehmen nach Partnern für Ladestandorte entlang der Autobahnen. Insgesamt sind 300 Ladestandorte in Europa geplant.

Wenden auf der Stelle

Den genauen Preis mag Hartmann für den Denza Z9 GT nicht nennen, doch er werde unterhalb der 100.000-Euro-Marke liegen. Das E-Auto kommt mit einer 100-kWh-Batterie. Auch im Premium-Segment setzt BYD auf die LFP-Zellchemie bei seinen Blade-Batterien. Es wird von drei Motoren angetrieben. Der Frontmotor leistet 230 kW, die beiden Heckmotoren jeweils 240 kW. Da sich die hinteren Räder in unterschiedliche Richtungen drehen können, wendet der Denza Z9 GT auf der Stelle. Auf dem werkseigenen Testgelände bei Zhengzhou präsentiert das Unternehmen diese Wendigkeit: Die 5,18 Meter lange Limousine wendet mit einem Radius von nur 4,62 Metern. Dabei sieht der Fahrer auf dem Bildschirm den Blick von oben. Man erkennt, ob beim Wenden Hindernisse im Weg sind. Es muss auch keine 180 Grad Wende sein. Der Fahrer zieht mit dem Finger auf dem Bildschirm den gewünschten Wendekreis nach. Den Rest erledigt das Fahrzeug automatisch. Die hinteren Räder können bis zu zehn Grad einschlagen. Somit fährt der Z9 GT einen sogenannten Krebsgang. Dabei bewegt sich das Fahrzeug in einer Diagonale zwischen Start- und Endpunkt. „Das ist beim Einparken in engen Lücken von Vorteil“, sagt Hartmann. Natürlich verfügt das Auto auch über einen automatischen Einparkassistenten.

„Was wir Ihnen hier zeigen, macht deutlich, dass wir eher ein Technologie-Unternehmen als ein klassischer Autohersteller sind“, sagt Stella Li im Interview mit Automobil Industrie. Die BYD-Vizepräsidentin rollte für ihre Präsentation im Rennanzug mit dem Sportwagen Yangwang U9 auf die Bühne. Der elektrische Sportwagen kann Fahrwerk und Federung für große Sprünge nutzen. Bis zu sechs Meter springt das Auto während der Fahrt über Schlaglöcher oder flache Gegenstände. Die nach oben öffnenden Scherentüren lassen sich auf mehrere Arten öffnen und schließen. Stella Li klopft drei Mal auf den Rand der offenen Scherentür und sie senkt sich. Der elektrische Zweisitzer gehört zu den weltweit schnellsten Serienfahrzeugen. Mit 2.220 kW Motorleistung stellte der U9 in der Rennversion Xtreme kürzlich auf dem Ovalrundkurs in Papenburg einen Geschwindigkeitsrekord mit 496,22 km/h auf.

In 112 Ländern aktiv

Yangwang ist die Luxusmarke im Konzern. Langfristig dürften auch diese Modelle nach Europa kommen, doch steht noch kein Zeitpunkt fest. Auf dem Testgelände steht eine Skihalle. Doch der äußere Eindruck täuscht, hier liegt kein Schnee, sondern Sand. Ein SUV sollte in Ländern des Nahen Ostens problemlos eine Düne meistern. Das wird in der 28 Meter hohen Halle getestet. Der Yangwang U8 meistert die 28 Grad Steigung in wenigen Sekunden, ohne stecken zu bleiben. BYD ist mit seinen Produkten inzwischen in 112 Ländern außerhalb Chinas vertreten. Im laufenden Jahr wurden bis einschließlich Oktober 785.000 E-Autos und Plug-in-Hybride in diesen Märkten verkauft. In unwegsamen Gebieten zurechtzukommen und den Kräften der Natur zu trotzen, erreicht BYD durch technische Innovationen. So kann der Yangwang U8 schwimmen. In China treten viele Flüsse über die Ufer. Für die Versorgung als auch Bergung ist es wichtig, unter Wasser stehende Gebiete immer noch befahren zu können.

Mit dem B5 besetzt Denza das Segment der Geländewagen.(Bild:  BYD)
Mit dem B5 besetzt Denza das Segment der Geländewagen.
(Bild: BYD)

Der SUV fährt in ein Wasserbecken auf dem Testgelände. Sobald die Reifen keine Bodenberührung mehr haben, wirken die Räder als Ruder sowie Schiffsschraube. Durch vier Motoren wird das Drehmoment einzeln gesteuert und ermöglicht so eine Fahrt im Wasser. Sobald die Sensoren Wasser spüren, schließen automatisch die Fenster und das Glasschiebedach fährt auf, falls die Insassen das Auto verlassen müssen. Bei unserer Testfahrt bewegt sich der U8 sicher durch das Becken und lässt sich präzise manövrieren. Der U8 ist ein Plug-in-Hybrid. Während der Schwimmfahrt ist die Front etwas tiefer ins Wasser geneigt. Dabei werden alle Zugänge zum Verbrennungsmotor wasserdicht verschlossen. Die Funktion ist nur für Notfälle gedacht. Nach jedem Schwimmeinsatz empfiehlt der Hersteller eine Inspektion in der Werkstatt.

120.000 Ingenieure

Vom Wasserbecken aus kann man die BYD-Werkshallen in der Ferne erkennen. Zhengzhou ist eine von neun Produktionsstätten in China. Seit Frühjahr 2023 laufen hier sieben Modelle vom Band. Die Jahreskapazität liegt bei 300.000 Fahrzeugen. BYD zeichnet als Technologieunternehmen aus, dass 70 Prozent der Bauteile für ein Fahrzeug aus eigener Fertigung stammen. Heute hält das Unternehmen über 65.000 Patente.

Angefangen hat alles mit der Batteriefertigung ab 1995. Die Batterien wurden in Mobiltelefonen und Kleingeräten eingesetzt. 2003 übernahm BYD einen Autohersteller und stieg in die Fahrzeugproduktion ein. Heute arbeiten 960.000 Menschen für den börsennotierten Konzern. Davon sind 120.000 als Ingenieure in Forschung und Entwicklung tätig.

Stella Li, Executive Vice President, präsentiert einen Sportwagen der Marke Yangwang.(Bild:  BYD)
Stella Li, Executive Vice President, präsentiert einen Sportwagen der Marke Yangwang.
(Bild: BYD)

BYD setzt nicht nur auf Elektroautos. Eine weitere technische Innovation ist der „Dual Mode intelligent“, kurz DM-i. Bei den Plug-in-Hybriden übernehmen die Elektromotoren die Hauptarbeit. Der Verbrenner unterstützt, wenn mehr Leistung benötigt wird oder die Batterie nachgeladen werden muss. So erreicht man im Seal 6 DM-i Touring bis zu 1.350 km im kombinierten Modus und 100 km rein elektrisch. Für Deutschland wird das Modell als Kombi angeboten, während es in anderen Ländern als Limousine unterwegs ist. Weltweit fahren bereits 7,3 Millionen Menschen mit der DM-i-Technik. Für Stelle Li ist es ein wichtiger Schritt in Richtung reiner Elektromobilität.

Drei Fragen an Stella Li

Frau Li, was ist Ihr Ziel für Deutschland?

Stella Li: Wir bewegen uns hier im Herzen der Automobilindustrie. Da können wir nicht die Nummer Eins sein, so wie im dritten Quartal in Italien, Spanien und Uruguay. Aber wir haben ehrgeizige Pläne für Deutschland. In den kommenden zehn Jahren wollen wir uns zu einem entscheidenden Player auf dem Automarkt entwickeln.

Sie setzen in Deutschland auch auf den Hybridantrieb. Liegt das in erster Linie an den Strafzöllen für E-Autos?

Die Preisgestaltung ist ohne die Zölle natürlich einfacher. Aber wir haben festgestellt, dass 60 Prozent unserer Kunden, die mit unserer DM-i-Hybridtechnik fahren, sich danach für ein Elektroauto entscheiden. Ich halte es für einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren.

Sie starten bald mit einer Produktion in Ungarn. Dadurch entfallen Strafzölle. Werden die Preise für Ihre Autos dadurch sinken?

Ja, wir beginnen im Laufe des kommenden Jahres mit der Dolphin-Surf-Produktion im ungarischen Szeged. Eine Preissenkung wird schwierig, denn die Produktion ist aufgrund höherer Energiepreise und Löhne deutlich teurer als in China.

Das Interview führte Dirk Kunde

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