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Carbon in konventionellen Fahrzeugkonzepten
BMW macht keinen Hehl daraus, dass mittelfristig Carbonfasermaterial auch verstärkt in konventionelle Fahrzeugkonzepte einfließen sollen. Immer schärfere Emissionsvorgaben zwingen die Automobilhersteller weltweit zur Verbrauchsminimierung. Und ein wesentlicher Stellhebel dazu ist nun mal die Reduktion des Fahrzeuggewichts. CFK ist dafür ein idealer Werkstoff: 50 Prozent leichter als Stahl und 30 Prozent leichter als Aluminium, steifer als alle Metalle und zudem korrosionsresistent. Wenn der hohe Preis nicht wäre: Die im Vergleich zu Stahl und auch Aluminium deutlich höheren Rohmaterialkosten sowie die aufwändigeren Fertigungsprozesse stehen einem Durchbruch im Automobilbau (noch) entgegen.
Ziel: Zehn Euro pro Kilogramm.
„Wir haben größtes Interesse daran, dass sich der Werkstoff CFK im Automobilbau durchsetzt, denn dann erhöhen sich die Skaleneffekte enorm“, so Aksel. Konkrete Zahlen werden in solchen Diskussionen selten genannt. Daimler-Chefentwickler Prof. Dr. Thomas Weber machte jüngst ein Ausnahme: Die Automobilindustrie hoffe auf einen Preis von zehn Euro pro Kilogramm Kohlefaser, bekannte er. Doch das ist noch Zukunftsmusik.
Carbon-Flechtanlage für Hohlbauteile aus CFK
Die Noten werden gerade geschrieben. BMW arbeitet beim Thema CFK beispielsweise auch mit der Technischen Universität München zusammen. Dort arbeiten Wissenschaftler seit knapp zwei Jahren an einer 350.000 Euro teuren Carbon-Flechtanlage für Hohlbauteile aus CFK, die BMW gestiftet hat.

Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts des SGL-Stiftungslehrstuhls für Carbon Composites (LCC) arbeiten die Experten aus Wissenschaft und Industrie gemeinsam an der Weiterentwicklung der industrialisierten Produktion von CFK-Bauteilen.
CFK-Bauteilefertigung in Großserie
Den aktuellen Stand der Industrialisierung zeigt die CFK-Fertigung in Landshut. Wenn Anfang 2013 die Serienfertigung anläuft, wird im Automobilbau ein neues Kapitel aufgeschlagen: CFK-Bauteilefertigung in Großserie. Im einstelligen Minutentakt entstehen hochkomplexe Komponenten für die i-Modellreihe von BMW. Die Zukunft hat begonnen.
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