E-Mobilität Warnschuss aus Peking: Neue Export-Kontrollen für Graphit

Von Henrik Bork 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

China hat angekündigt, dass für die Exporte bestimmter Graphitprodukte ab Dezember neue Lizenzen eingeholt werden müssen. Eine erste Reaktion auf die geplanten Strafzölle der EU für chinesische E-Autos?

Graphitpulver wird für viele Zwecke industriell genutzt, zum Beispiel für die Anode von Batteriezellen.(Bild:  RHJ - stock.adobe.com)
Graphitpulver wird für viele Zwecke industriell genutzt, zum Beispiel für die Anode von Batteriezellen.
(Bild: RHJ - stock.adobe.com)

Von Chinas jüngst angekündigten Exportlizenzen für bestimmte Graphitprodukte ist auch die Autoindustrie betroffen. Kugelgraphit wird für Antriebsbatterien von E-Autos verwendet und steht auf der Liste der Produkte, für die es bald eine Lizenz braucht. Aus diesem Grund haben die neuen Vorschriften Debatten ausgelöst, ob sich China damit für Chip- und High-Tech-Boykotte seitens der USA rächen oder die EU vor Strafzöllen auf chinesische E-Autos abschrecken wolle.

Politische Motive Chinas sind in der Tat möglich, allerdings handelt es sich bislang weder um einen Exportbann, noch um eine völlig neue Maßnahme. Schon seit dem Jahr 2006 gibt es für einige der Graphit-Produkte auf der Liste temporäre Exportkontroll-Bestimmungen. Nur waren die Exportgenehmigungen bislang auf Provinzebene erteilt worden, während sie nun ab dem 1. Dezember von der Zentralregierung in Peking eingeholt werden müssen.