Roboter Neue ISO-Norm zum Messen von Kräften an Cobots

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Kräfte und Drücke an kollaborierenden Robotern einheitlich messen: Dafür hat das Fraunhofer IFF mit Partnern eine neue ISO-Norm entwickelt.

Es gibt eine neue ISO-Norm für das Messen von Kräften an Cobots.(Bild:  Fanuc)
Es gibt eine neue ISO-Norm für das Messen von Kräften an Cobots.
(Bild: Fanuc)

Kollaborierende Roboter sind in der Industrie verbreitet. Forscher des Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF haben deshalb gemeinsam mit Partnern eine ISO-Norm entwickelt, um Kontaktkräfte und -drücke an Cobots standardisiert zu messen. Die ISO-Norm wurde Ende Januar veröffentlicht.

Entstanden ist die Norm seit September 2020. Konkret: Ein neuer Standard für das Messen von Kontaktkräften und -drücken an Cobots, die durch „Leistungs- und Kraftbegrenzung“ nach ISO/TS 15066, Einhaltung von biomechanischen Grenzwerten, abgesichert sind. Daraus entstanden ist die kürzlich veröffentlichte ISO-Norm „ISO/PAS 5672:2023“.

Internationale Regeln vereinheitlichen

Entstanden ist die neue Norm in der Arbeitsgruppe „ISO/TC 299 WG 8: Validierungsmethoden für kollaborative Anwendungen“. Roland Behrens, Gruppenleiter Modellbasierte MRK-Integration und Sicherheit am Fraunhofer IFF, prüfte dabei mit seinem Team, wie sich unterschiedliche Regeln in den ISO-Mitgliedstaaten vereinheitlichen lassen, und wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse sinnvoll ergänzt werden können.

„Die ursprünglichen Regelungen auf nationaler Ebene hatte diese Frage nicht ausreichend abgedeckt und viele Punkte waren noch offen oder teilweise widersprüchlich. Hier konnten wir mit den Projektergebnissen aus dem COVR-Projekt ideal ansetzen,“ beschrieb Behrens die Ausgangssituation.

Cobots einfacher prüfen und abnehmen

Vorausgegangen war das EU-Forschungsprojekt „COVR“. Im Projekt war eine digitale Anlaufstelle für Unternehmen entstanden, die dort ihr Wissen zu Cobot-Applikationen teilen und entsprechende Applikationen absichern können.

„Wir sind gespannt zu sehen, welche Auswirkungen diese Norm auf die Welt der Robotik und die Sicherheit in der Mensch-Roboter-Kollaboration haben wird“, sagte Roland Behrens. „Ich kann aber jetzt schon verraten, dass das nächste ISO-Projekt die Prüfabnahme von Cobots nochmal deutlicher vereinfachen wird.“

Mehr Roboter weltweit im Einsatz

Weltweit nutzen Unternehmen mehr Roboter. Der World Robotics Report 2023 verzeichnet für das Jahr 2022 insgesamt 553.052 neu installierte Industrie-Roboter weltweit, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Anlagen, 73 Prozent, wurden in Asien installiert. Europa hält einen Marktanteil von 15 Prozent, Amerika von zehn Prozent. Für das Jahr 2023 schätzte die International Federation of Robotics ein Marktwachstum um sieben Prozent. Langfristig rechnet der Verband mit weiterem Wachstum: Die Marke von 600.000 weltweit installierten Einheiten pro Jahr solle der Prognose zufolge im Jahr 2024 erreicht werden.

Roboterforum Marburg

Der Roboterhersteller Battenberg veranstaltet am 21. März 2024 ein eigenes Forum zum Thema Robotik. Dabei geht es vor allem um virtuelle Qualitätsprüfung und Fahrzeugabsicherung mittels mobilem Cobot. Einzelne Vorträge zum Beispiel von BMW umfassen Türprüfungen, Simulation und virtuelle Inbetriebnahmen. Außerdem geht es um die Simulation von Roboterabläufen, Leuchtdichtemessungen, einen Touchpanel-Test auf Anzeige- und Bedienfeldern und den Functional Twin in der virtuellen Messrobotic.

Alle Informationen zur Veranstaltung als PDF

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