Zulieferer Nikolai Setzer bestätigt: Teile von Continental stehen zum Verkauf

Quelle: dpa/dpa-afxp 2 min Lesedauer

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Auf dem Investorentag des Zulieferers bestätigte CEO Nikolai Setzer teilweise die aktuellen Gerüchte. Mehrere Bereiche von Continental sollen abgespalten werden.

Continental will den Bereich für Auto-Cockpits ausgliedern.(Bild:  Marcus Prell/Continental)
Continental will den Bereich für Auto-Cockpits ausgliedern.
(Bild: Marcus Prell/Continental)

Continental stellt Teile des Zulieferergeschäfts auf den Prüfstand. Nach der möglichen Abspaltung des Automobilbereichs der Sparte Contitech prüfe der Konzern nun auch, Teile der Automotive-Sparte selbst auszugliedern, kündigte Continental-Chef Nikolai Setzer am Montag beim Kapitalmarkttag des Konzerns an.

Konkret gehe es zunächst um das Geschäft mit Auto-Cockpits und Displays. Das Geschäftsfeld mit bisher 3,5 Milliarden Euro Umsatz werde zunächst organisatorisch selbstständig aufgestellt, um dann möglich Optionen prüfen zu können. Von einem Einstieg eines Investors, einer Gemeinschaftsfirma bis hin zu einem Verkauf oder Börsengang sei alles möglich.

Setzer hält am autonomen Fahren fest

Entschieden sei aber noch nichts, einen Zeitplan nannte Setzer auf Nachfrage nicht. Daneben prüfe man dasselbe für weitere, kleine Randbereiche der Sparte mit zusammen 1,4 Milliarden Euro Umsatz. Einzelheiten nannte Setzer noch nicht. Das Geschäft mit dem Autonomen Fahren stehe dabei aber nicht auf dem Prüfstand, betonte Setzer.

„Automotive bleibt bei uns“, sagte er. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Continental für diesen Bereich der beste Eigentümer sei. „Und wir sehen hier großes Potenzial.“ Auch nach der möglichen Abspaltung des Cockpit-Geschäft und der weiteren Bereiche sei der Bereich mit rund 15 Milliarden Euro Umsatz noch ebenso groß wie das eigene Reifengeschäft. „Damit sind wir immer noch ein großer Player.“

Insgesamt sei Continental zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, räumte Setzer ein. Seine im Jahr 2020 gesteckten Ziele habe man bisher nicht erreicht. „Insbesondere im Automotive-Bereich dauert es länger, als 2020 angenommen. Wir sind mit dem Erreichten nicht zufrieden.“

F&E-Ausgaben sollen sinken

Deshalb will das Management die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den kommenden Jahren spürbar senken. Im Automotive-Bereich sollen diese Ausgaben von derzeit zwölf Prozent des Umsatzes zunächst auf elf Prozent und mittelfristig – also in drei bis fünf Jahren – auf unter zehn Prozent sinken. Das teilte das Conti-Management ebenfalls auf dem Kapitalmarkttag des Unternehmens mit.

Analysten und Investoren hatten dem Konzern schon länger vorgeworfen, in der Autozuliefersparte zu viel Geld für Forschung und Entwicklung auszugeben. Um die Quote zu senken, soll auch die Zahl der weltweit 82 Entwicklungsstandorte reduziert werden. Es gehe vor allem darum, kleine und ineffiziente Standorte mit anderen zusammenzulegen, sagte Setzer. Zudem hatte Continental bereits angekündigt, in der Verwaltung der Autosparte Stellen abzubauen. 400 Millionen Euro sollen so eingespart werden. Berichte zufolge sollen etwa 5.500 Verwaltungsstellen wegfallen.

Mehr Dividende für Aktionäre

Erhöhen will Continental dagegen die Ausschüttungen an seine Aktionäre. Statt der bisher in Aussicht gestellten 15 bis 30 Prozent des Nettogewinns wolle man künftig 20 bis 40 Prozent als Dividende auszahlen, kündigte Finanzvorständin Katja Garcia Vila an. In der jüngeren Vergangenheit habe Conti oft bereits am oberen Ende der Spanne ausgeschüttet, sagte Garcia Vila.

Mittelfristig will Conti den Gesamtumsatz von den in diesem Jahr angepeilten 41 bis 43 Milliarden auf 51 bis 56 Milliarden Euro steigern. Bereits kurzfristig – das heißt in zwei bis drei Jahren – will der Zulieferer die Bandbreite bei der angestrebten bereinigten operativen Marge von acht bis elf Prozent erreichen und sich danach weiter innerhalb der Spanne verbessern.

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