Alternative Antriebe Daimler Truck testet neue Brennstoffzellen-Lkw in Schweizer Alpen 

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Daimler Truck hat erste Prototypen der zweiten Generation des Brennstoffzellen-Lkw „GenH2“ getestet. In den Schweizer Alpen fuhren die Entwickler mehrere tausend Kilometer im Wintertest. 

Daimler Truck hat die zweite Generation des Brennstoffzellen-Lkw „GenH2“ in den Schweizer Alpen getestet.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck hat die zweite Generation des Brennstoffzellen-Lkw „GenH2“ in den Schweizer Alpen getestet.
(Bild: Daimler Truck)

Daimler Truck hat erste Prototypen der nächsten Generation des Brennstoffzellen-Lkw „GenH2“ aufgebaut und geprüft. Heißt: Entwickler des Nutzfahrzeugherstellers waren mit zwei Fahrzeugen zur Wintererprobung am Simplonpass im schweizerischen Wallis unterwegs. 
„Kälte, Schnee und herausfordernde Steigungsprofile in dieser Region boten die besten Voraussetzungen, um die innovative Technik der mit Flüssigwasserstoff betriebenen Lkw unter realistischen Extrembedingungen zu testen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen“, teilt Daimler Truck mit. „Mit einer Passhöhe von über 2.000 Metern über dem Meeresspiegel und einem Aufstieg von 600 auf 2.000 Meter Höhe bot die Strecke über den Simplonpass gute Voraussetzungen, um das Zusammenspiel des Brennstoffzellenaggregats mit weiterentwickelten Komponenten zu testen“, erklärt Rainer Müller-Finkeldei, Leiter Mercedes-Benz Trucks Product Engineering. Laut Müller-Finkeldei waren die Tests erfolgreich. „Bei der Weiterentwicklung unseres Mercedes-Benz GenH2 Trucks knüpfen wir nahtlos an die Erfahrungen der ersten Prototypengeneration an und können so die verbesserte Technologie von Anfang an unter Extrembedingungen testen“, ergänzt er.

Vorausschauender Tempomat für effizienten Fahrbetrieb

Während der Erprobung prüften die Entwickler das Zusammenspiel aller wesentlichen Komponenten. Dazu zählen die Brennstoffzelle, die Hochvolt-Batterie, die E-Achse, das Tanksystem und das Thermomanagement. Außerdem testeten sie den „Predictive Powertrain Control“, ein topografieabhängiger Tempomat. Die Aufgabe des Systems: den Strom aus der Batterie in Kombination mit der Brennstoffzelle effizient einsetzen – mit Blick auf den Abruf der Energie für den Vortrieb und die Rekuperation bei Abwärtsfahrten.
Die beiden im Fahrbetrieb CO2e-freien Wasserstoff-Lkw fuhren in 14 Tagen 6.500 Kilometer mit bis zu 40 Tonnen Gesamtfahrzeuggewicht. Auf dem Weg überquerten sie Passstraßen mit einem Gesamtanstieg von 83.000 Höhenmetern. Besonders herausfordernd waren laut Daimler Truck die circa 20 Kilometer langen Passauf- und -abfahrten mit einem Steigungsgrad von zehn bis zwölf Prozent. Sie summierten sich auf eine Distanz von 1.600 Kilometern. 
Betankt wurden die Brennstoffzellen-Lkw an einer mobilen Wasserstofftankstelle von Air Products. Das Unternehmen hatte sie während den Erprobungen an der Testbasis im Wallis aufgebaut.

Was ist neu am GenH2 Generation Zwei?

Zu technischen Daten der neuen Generation des Trucks wollte sich ein Pressesprecher des Lkw-Herstellers auf Nachfrage nicht äußern. Anders als die erste Generation hat der Prototyp des kommenden GenH2 eine andere Kabine – rein optisch die des E-Actros, der seit November aus dem Werk in Wörth am Rhein rollt.

der Lkw GenH2 von Daimler Truck auf einer Brücke, im Hintergrund Teile der Schweizer Alpen
Rund 6.500 Kilometer sind die Entwickler mit dem Prototypen des neuen GenH2 durch die Schweizer Alpen gefahren.
(Bild: Daimler Truck)

Fördermittel von Bund und Ländern

Im vergangenen Jahr hat Daimler Truck eine Fördermittelzusage in Höhe von 226 Millionen Euro erhalten, vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr und den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Das Geld dient der Entwicklung, Kleinserienproduktion und dem Kundeneinsatz von 100 Brennstoffzellen-Lkw. Konkret fließt es in die Entwicklung der Fahrzeuge, den Aufbau und Betrieb der Brennstoffzellen-Lkw, Machbarkeitsstudien zur Wasserstofflieferkette und die notwendigen Produktionsanlagen und -prozesse. Die Sattelzugmaschinen will Daimler Truck im Mercedes-Benz-Werk Wörth bauen. Ab Ende 2026 sollen sie Kunden in der Praxis testen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung