Connectivity-Studie

Endkunden honorieren OEM-Dienste nicht

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Konkurrent Smartphone

Laut den Experten bietet Car Connectivity für OEMs viele Chancen, zusätzliche Umsatz- und Erlöspotenziale zu heben: Wenn es echten Mehrwert gibt, seien die Kunden bereit, für diese Angebote zu bezahlen. Gleichzeitig würde bei besseren Angeboten ein substanzieller Anteil den Hersteller wechseln. Zum jetzigen Zeitpunkt fehle es den Herstellern aber laut Berylls und „mm“ noch an Fantasie und Geschwindigkeit, um wirklich mehrwertige Dienste zu entwickeln und sie schnell und qualitativ hochwertig auf den Markt zu bringen.

Ein wesentliches Risiko bleiben Smartphones, denn Angebote wie „Apple Car Play“ und „Android Auto“ ermöglichen es Verbrauchern, ihr gewohntes Dienste-Ökosystem des Smartphones in das Fahrzeug zu integrieren. Das OEM-Angebot verliert dadurch an Bedeutung, denn der Nutzer ziehe sich tendenziell lieber vollständig ins Smartphone-Ökosystem zurück, in dem all seine präferierten Dienste gleichzeitig und leicht zugänglich verfügbar sind. Das könne bedeuten, dass Kunden langfristig das Auto nur noch als Projektionsfläche für Smartphone-Dienste nutzen – mit wenigen Ausnahmen bei fahrzeugnahen Diensten rund um Sicherheit und Service. Hier müssten die Hersteller aus Sicht der Beratungsunternehmen gegensteuern.

Eigenes Dienste-Ökosystem zu teuer

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verteidigen, haben die Hersteller laut der Studienautoren zwei mögliche Wege: der schnellere Aufbau und die Weiterentwicklung eines Dienste-Ökosystems konkurrierend mit dem Smartphone – oder der Verzicht auf eine umfangreiche eigene Dienste-Entwicklung. Im zweiten Fall müssten die OEMs sicherstellen, dass sich das Auto einfach in die Smartphone-Ökosysteme einbeziehen lässt. Insbesondere deutsche Hersteller haben bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, eigene Dienste-Ökosysteme zu entwickeln.

Die Ergebnisse des „Car Connectivity Compass“ zeigen, dass diese Anstrengungen von Kunden zwar wahrgenommen werden, sich aber für die OEMs kaum auszahlen. Insbesondere bei fahrzeugfernen Diensten haben die Automobilhersteller Schwierigkeiten, gegen Smartphone- Anwendungen zu bestehen. Ein umfangreicheres Dienste-Portfolio könne helfen, um gegenüber Smartphone-Ökosystemen konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Strategie ist allerdings mit erheblichen Risiken verbunden – Kosten und Nutzen stehen dabei aus Sicht der Berater in keinem sinnvollen Verhältnis.

Kunden allein zahlen Investitionen nicht

Echte Differenzierungsmöglichkeiten für Hersteller bestehen demnach nur in der Verknüpfung von Fahrzeugdaten beziehungsweise -funktionen mit Connectivity-Diensten. Dienste rund um Sicherheit, Navigation und Service, die intelligent Fahrzeug-, Fahrer- und Umweltdaten verknüpfen, können echten Mehrwert schaffen. Zusammenfassend betont die Studie, dass die Hersteller ihre Aktivitäten neu ausrichten müssen, um ihren langfristiger Erfolg im Zukunftsfeld Connectivity nicht zu gefährden. Das intelligente Nutzen des Konnektivität-Outputs „Daten“ müsse dabei zwei Ziele verfolgen: Die Entwicklung von Endkunden-relevanten Diensten muss im Fokus stehen. Außerdem sei auch die konsequente interne Ausrichtung zur Optimierung und Sicherung des Geschäftsfeldes erfolgskritisch. Denn der Kunde allein wird die Investitionen der Hersteller nicht zahlen.

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