Marktbeobachter Weshalb BYD von EU-Strafzöllen profitiert

Von Henrik Bork 7 min Lesedauer

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Aus Chinas Perspektive werden die EU-Strafzölle die Marktposition von BYD stärken. Das kann zum Nachteil der deutschen Autohersteller sein. Indes sinkt das Ansehen der EU-Länder bei den Menschen in China.

Die EU-Strafzölle könnten die Marktmacht von BYD gegenüber seinen heimischen Konkurrenten weiter stärken.(Bild:  BYD)
Die EU-Strafzölle könnten die Marktmacht von BYD gegenüber seinen heimischen Konkurrenten weiter stärken.
(Bild: BYD)

Aus Pekinger Perspektive hat Brüssel der chinesischen Autoindustrie einen großen Gefallen getan. Die neuen Importzölle der EU auf chinesische E-Autos stärken die Marktposition von BYD – dem gefährlichsten neuen Wettbewerber deutscher und internationaler Autobauer – indem sie dessen heimische Konkurrenten schwächen, sagen Insider der Industrie in der Volksrepublik. Die EU-Kommission hat kürzlich angekündigt, die Zölle für chinesische E-Auto-Hersteller auf bis zu 48,1 Prozent (10 % + max. 38,1 %) anzuheben, weil sie nach Ansicht Brüssels marktverzerrende Subventionen ihrer Regierung erhalten haben.

Am härtesten betroffen ist der staatliche chinesische Autohersteller SAIC, die „Shanghai Automotive Industry Corporation“, die sich geweigert hatte, mit der EU-Untersuchung zu kooperieren. Ab Juli dieses Jahres – solange es in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten keinen Widerspruch gibt – sollen Importe auf E-Autos von SAIC in Europa mit Strafzöllen von 38,1 Prozent belegt werden, zusätzlich zu den bereits existierenden Importzöllen von zehn Prozent. Das sind, so die South China Morning Post in Hongkong, die „höchsten Strafzölle“ auf chinesische E-Autos und die „dritthöchsten“ Strafzölle in der Geschichte der EU-Kommission.