Batterietechnik
Kommentar: Europas letzte Chance im Batterie-Zeitalter

Ein Gastkommentar von Jozsef Bugovics* 6 min Lesedauer

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Europa steht bei Batterien vor dem entscheidenden Moment: Chinas 15-jähriger Vorsprung lässt sich nur durch radikale Innovation überwinden. Die Rettung könnte kommen. Ein Gastkommentar von Jozsef Bugovics.

Jozsef Bugovics ist Partner bei Pava Partners(Bild:  Pava Partners/Felix Adler)
Jozsef Bugovics ist Partner bei Pava Partners
(Bild: Pava Partners/Felix Adler)

Die Ausgangssituation der europäischen Autoindustrie im Batterie-Bereich ist von strukturellen Nachteilen geprägt: Chinesische Akteure haben ihre Batterieindustrie 15 Jahre lang massiv subventioniert und sind von kleinen zu sehr großen GWh-Fabriken gewachsen. Zudem kontrollieren sie den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan, was ihnen eine Kosten- und Technologieführerschaft bei modernen NCA-, NMC und L(M)FP-Zellen sichert.

Subventionen, Produktionsvolumen und Rohstoffe

Der Aufbau in China wurde gezielt durch staatliche Subventionen gestützt, auch gegen WTO-Regelungen, sodass die Skalierung von Fertigung und die Reduzierung der Ausschussraten in hohen Stückzahlen dort effizient möglich wurde. Für europäische Hersteller entsteht daraus eine Marktsituation, in der der Einstieg in die eigene Zellproduktion („MeToo-Produkt“) enorme Verluste in den ersten Jahren verursachen würde, bis die notwendigen Volumina und Fertigungseffizienz erreicht sind. Die Realität danach ist, dass man der „Zweitbeste“ hinter den etablierten chinesischen Gigafactories bleibt, selbst nach dieser massiven Investitionsphase.