Fachkräftemangel Engpass bei Ingenieuren spitzt sich zu

Von Melanie Krauß 2 min Lesedauer

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Der VDI warnt davor, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure zuspitzt. 170.000 Stellen waren laut aktuellem Ingenieurmonitor zuletzt offen. In welchen Bereichen aktuell besonders gesucht wird.

Ingenieure werden auch weiterhin händeringend gesucht. Auf freie 470 Stellen kommen aktuell 100 Arbeitssuchende. (Bild:  Volkswagen)
Ingenieure werden auch weiterhin händeringend gesucht. Auf freie 470 Stellen kommen aktuell 100 Arbeitssuchende.
(Bild: Volkswagen)

Vom Bauingenieur über den Informatiker bis hin zum Elektrotechnikingenieur – laut dem neusten Ingenieurmonitor des VDI für das vierte Quartal 2022 fehlt es an allen Ecken und Enden. Der Verband bezeichnet die Lage als prekär. Er warnt davor, dass schon jetzt öffentliche Bauprojekte zum Erliegen kommen oder gar nicht erst gestartet werden. Auch Digitalisierungsprojekte würde auf der Strecke bleiben.

Ganz konkret in Zahlen ausgedrückt: Ende 2022 waren über ein Fünftel mehr Ingenieursstellen offen (21,6 %) als noch im Vorjahr. „Im vierten Quartal 2021 kamen rechnerisch auf 100 Arbeitslose noch 387 offene Stellen“, erläutert Prof. Axel Plünnecke vom IW in Köln. Im vierten Quartal 2022 stieg diese Engpasskennziffer auf 470. Die Rekordzahl aus dem zweiten Quartal 2022 (492 offene Stellen bei 100 Arbeitslosen) wurde zwar unterschritten, dennoch lasse sich ein klarer Trend erkennen.

MINT-Studiengänge: 15.000 weniger Erstsemester

„Der Fachkräftemangel kann bereits heute nicht annähernd abgedeckt werden und die Situation wird sich in den nächsten Jahren dramatisch verschärfen“, warnt Dieter Westerkamp, VDI-Bereichsleiter „Technik und Gesellschaft“ zu den Ergebnissen.

Westerkamp weist darauf hin, dass die Zahl der Studienanfänger in ingenieurwissenschaftlichen Kernfächern, Maschinenbau oder Elektrotechnik zuletzt massiv abgenommen habe. Gab es 2016 noch gut 140.000 MINT-Studierende im ersten Semester, ging die Zahl inzwischen deutlich zurück auf nur noch 125.000 im Jahr 2022. Entsprechend muss die deutsche Industrie in den kommenden Jahren auch mit einem signifikanten Rückgang der Absolventenzahlen rechnen.

Bei diesen Berufen gibt es die größten Engpässe

Am meisten gesucht wird in den folgenden Bereichen:

  • Energie- und Elektrotechnik
  • Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur
  • Informatik
  • Technische Forschung und Produktionssteuerung
  • Maschinen- und Fahrzeugtechnik

Auf einer Veranstaltung in Barcelona hat sich jüngst Audi-Personalvorstand Xaver Ros über aktuelle Herausforderungen für den Personalbereich in der Automobilbranche geäußert. „Der Fachkräftemangel ist Realität. Er ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Wir müssen neue Wege gehen, um ihm entgegenzuwirken.“ Außerdem müsse man bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung umdenken: „Gerade junge Generationen fordern ein inklusives Umfeld. Auch deshalb ist es für mich ein zentraler Treiber unserer Arbeitsgeberattraktivität“, sagte Ros in seiner Heimatstadt.

„Wir müssen internationale Fachkräfte gewinnen und halten“

Dieter Westerkamp fordert eine Willkommenskultur in Deutschland zu entwickeln, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Wir müssten „alle Anstrengungen unternehmen, um die internationalen Fachkräfte, die wir mühsam gewonnen haben, auch länger in Deutschland zu halten.“ Nur mit einer qualifizierten Zuwanderung könne der Wohlstand und das zukünftige Leben und Arbeiten in Deutschland gesichert werden.

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