Additive Fertigung Formnext Awards prämieren wegweisende Lösungen

Von Automobil Industrie 5 min Lesedauer

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Schnellere und nachhaltigere Additive Fertigung: Die Formnext Awards 2025 prämieren wieder in sechs Kategorien unter anderem junge Unternehmen, nachhaltige Geschäftsideen und besondere Technologien.

In sechs Kategorien loben die Veranstalter und Partner der Messe Formnext wieder Awards aus. Voten kann jeder bis zum 20. November.(Bild:  Mesago)
In sechs Kategorien loben die Veranstalter und Partner der Messe Formnext wieder Awards aus. Voten kann jeder bis zum 20. November.
(Bild: Mesago)

Die Finalisten wurden nun von den jeweiligen Jurys ausgewählt und präsentieren ihre Exponate sowohl im Vorfeld der Messe online als auch im Rahmen einer Sonderschau auf der Formnext. Die Gewinner werden in einer feierlichen Award-Zeremonie am 20.11.2025 auf der Industry Stage (Halle 11.0, D72) gekürt.

Bei der Abstimmung kann sich auch in diesem Jahr ab sofort das Publikum beteiligen. Bis Donnerstag, 20.11.2025 um 12:00 Uhr ist die Abstimmung für alle Kategorien möglich, wobei das Voting des Publikums als zusätzliche Jurorenstimme zählt.

AM-Bassador Award: vom AM-Ökosystem bis zur anerkannten Ausbildung

Der Additive Manufacturing (AM)-Bassador Award prämiert Einzelpersonen oder Organisationen, die durch innovative Trainings- und Ausbildungsansätze oder ihre persönliche Fürsprache einen einzigartigen Einfluss auf die Branche und die Anwender haben. Im Finale stehen.

  • Naiara Zubizarreta, die Direktorin von Addimat, dem spanischen Verband für additive Fertigung, der in diesem Jahr sein 10. Jubiläum feiert.
  • Auch Irena Heuzeroth, Ingenieurin und Senior Trainerin Bildung Spritzgießen | Additive Fertigung, hat es mit ihrem Engagement im Bereich Ausbildung in Finale geschafft. Die IHK Würzburg-Schweinfurt und das Kunststoff-Zentrum (SKZ) bieten gemeinsam den Praxisstudiengang zum „Geprüften Industrietechniker Fachrichtung Additive Fertigung“ an.
  • Neue Wege im Bereich AM-Ausbildung möchte auch Gustavo Melo von der RWTH Aachen möglich machen: Er hat eine technologiegestützte und datengesteuerte Methodik entwickelt.

Design Award: Von der LNG-Messung bis zu Prothesen für Kinder in Kenia

Mit außergewöhnlichen Designs und Produkten haben die folgenden Finalisten in der Kategorie Design Award überzeugt:

  • Die Limb Kind Foundation hat zusammen mit Hewlett-Packard und globalen Partnern ein 3D-Druckprojekt in Kenia gestartet. Dabei wurden im Ausland maßgeschneiderte Prothesen-Schaftteile für Kinder hergestellt und nach Kenia transportiert, wo sie kostenlos von Orthopädietechnikern montiert und den Kindern angepasst werden.
  • IKM Flux, EOS, Valland und Toffee X haben in einer Kooperation einen Flux-Verdampfer entwickelt, der den Energiegehalt von LNG-Gas deutlich genauer misst als herkömmliche Geräte. Mit dem Verdampfer, bei dem unter anderem thermo-fluidische Topologieoptimierung zum Einsatz kam, lassen sich geringe, aber mitunter wertvolle Messungenauigkeiten bei LNG-Lieferungen beseitigen.
  • Die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd hat die Handtherapie-Gadgets „Grabbit“ entwickelt, die helfen sollen, die Hände zu trainieren – zum Beispiel bei Krankheiten, Verletzungen oder altersbedingter Schwäche. TPU-Lattice-Strukturen und PA12 werden dabei mit Eschenholz kombiniert.

(R)Evolution Award: Neue Sand- und Spritzgussformen

Produkte, Technologien oder Dienstleistungen, die einen besonderen Mehrwert für den Anwender bieten, werden mit dem (R)Evolution Award ausgezeichnet. Bei den diesjährigen Finalisten stehen Innovationen aus der industriellen Fertigung sowie dem Dentalbereich im Fokus.

  • Das portugiesische Unternehmen Erofio hat im Rahmen seines Inov. iQ-Projekts ein Formwerkzeug für eine 100-Tonnen-Spritzgussmaschine vollständig aus Metall 3D-gedruckt. Das Formwerkzeug, das in Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Spritzgussmaschinen Engel entstand, ist für ultradünne Teile mit Wandstärken von nur 1 mm konzipiert. Dabei konnte durch die Leichtbauweise das Werkzeuggewicht um 75 Prozent und der Energieverbrauch um 30 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig stieg die Produktivität durch kürzere Zykluszeiten.
  • Die Laempe Mössner Sinto GmbH hat ein 3D-Drucksystem für die Großserienproduktion von Sandkernen entwickelt und bei der BMW Group erfolgreich in Betrieb genommen. Das System produziert mehr als 1.100 Kerne pro Tag.
  • Mit der Coritec Mythos präsentiert Imes-Icore das weltweit erste voll automatisierte Hybrid-Herstellungssystem, das additive Beschichtung (PEM) und präzises Fräsen/Schleifen in einem 5-Achs-Prozess vereint. Diese Technologie ermöglicht mehrfarbige, multimediale Zahnrestaurationen.

Rookie Award: Innovationen für Medical, Dental und FDM-Drucker

Der Rookie Award prämiert junge Einzelpersonen mit aussichtsreichen Geschäftsideen, die ihr Unternehmen noch nicht oder vor weniger als einem Jahr gegründet haben. Die drei Finalisten bieten Lösungen für den Bereich Medizin und Dental sowie eine technische Optimierung von 3D-Druckern:

  • Das digitale Produktionssystem von Fidentis nutzt Multi-Material-PBF-LB/M, Robotik und Automatisierung, um hochwertige, aus mehreren Materialien bestehende Kobalt-Chrom- und Goldprothesen für den Dentalbereich in großem Maßstab herzustellen.
  • Um etwa die Behandlung von Atemnot zu verbessern, nutzt 3D My Mask bei der Herstellung maßgeschneiderter Silikonmasken 3D-Gesichtsscan und AM. Hinter dem Projekt stehen Neonatologen, Wirtschaftsingenieure und Unternehmer, die in das IAM-3D-HUB-Ökosystem eingebettet sind.
  • Tesseract hat leicht zugängliche Linearmotoren entwickelt, die für FDM-Drucker optimiert sind. Die selbstkorrigierenden Motoren bewegen sich ohne mechanische Übertragung direkt über eine Magnetschiene und ermöglichen so schnellere und präzisere Bewegungen.

Start-up Award: Schnellere AM-Fertigung, Verbesserungen für Robotik und Medizin

  • Mit seiner volumetrischen additiven Fertigung (VAM) verspricht Perfi Technologies den herkömmlichen 3D-Druck zu übertreffen, indem jeder Punkt eines Objekts gleichzeitig statt schichtweise „gedruckt“ wird. Das soll die Produktionszeit von Stunden auf Sekunden reduzieren, Stützstrukturen überflüssig machen und die Nachbearbeitung minimieren.
  • Ebenso eine neue AM-Technologie hat das junge ungarische Unternehmen Allonic entwickelt: Das 3D Tissue Braiding ist eine neue, textil basierte additive Fertigungstechnologie und will komplexe Robotik einfach genug für die Massenproduktion machen. Daneben versprechen die Softwaretools der Schweizer Nureo AG, das 3D-Design von Teilen vollständig zu automatisieren.
  • Das thailändische Start-up Osseo-Labs will mit seiner KI-gestützten Operationsplanung und den 3D-gedruckten, patientenspezifischen Implantaten orthopädische sowie kiefer- und Gesichts-chirurgische Operationen verbessern.
  • Auf den Gesundheitsbereich hat sich auch Biomotion Technologies Flex Co aus Wien fokussiert und eine Plattform entwickelt, die das Bioprinting von 3D-Gewebemodellen automatisiert und standardisiert. Das Ziel ist es, das Screening von Medikamenten zuverlässiger zu machen.

Sustainability Award: Filter beseitigt Metall-AM-Rückstände

Ins Finale des Sustainability Awards, der AM-Anwendungen und Produkte anhand ihres Produktlebenszyklus auszeichnet, stehen Smart Materials 3D Printing, Continuum Powders sowie EOS.

  • Smart Materials 3D entwickelt biologisch abbaubare 3D-Druckmaterialien aus regionalen, agroindustriellen Reststoffen und setzt damit Maßstäbe für nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
  • Continuum Powders wandelt mit seiner Greyhound Melt-to-Powder (M2P)-Plattform und dem Opti-Vantage-Qualitätsrahmen hochwertige Abfälle in anwendungsbereite Metallpulver um.
  • EOS präsentiert sich mit seinem Filtersystem für das Lasersintern von Metallen, welches mit dem Abluftstrom abtransportiertes und noch brauchbares Pulver abtrennt, sowie reaktive Nebenprodukte der metallbasierten AM wie Kondensat, Ruß und ultrafeinen Partikeln direkt im Prozess neutralisiert. Diese gelten als gefährlicher Sondermüll und verursachen hohe Entsorgungskosten, während die Rückgewinnung des weiterverwendbaren Pulvers Kosten und CO₂-Emissionen spart. Das neue Umluftfiltersystem, das EOS auf der Formnext 2025 vorstellt, wandelt hochreaktive Kondensate in stabile Metalloxide um, die dann sicher entsorgt werden können.

Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand D82

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