Nach Unfällen GM setzt Produktion von Robotaxi-Fahrzeugen aus

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Gemeinsam mit Honda hatte die General-Motors-Tochter Cruise ein autonom fahrendes Modell entwickelt. Dessen Produktion liegt nun für unbestimmte Zeit auf Eis. Zuvor hatte es einen Unfall gegeben.

Im Gegensatz zu den bisherigen Robotaxis ist in Fahrzeugen der „Origin“-Serie gar kein Platz für einen Fahrer. (Bild:  Cruise)
Im Gegensatz zu den bisherigen Robotaxis ist in Fahrzeugen der „Origin“-Serie gar kein Platz für einen Fahrer.
(Bild: Cruise)

Nachdem die Robotaxi-Firma Cruise Fahrten ohne Menschen am Steuer stoppen musste, setzt ihr Mutterkonzern General Motors auch die Produktion einer künftigen Fahrzeug-Generation ohne Lenkrad und Pedale aus.

Nach der Fertigung einer kleinen Zahl von Vorserien-Fahrzeugen werde die Produktion der Fahrzeuge mit dem Namen „Origin“ vorläufig gestoppt, teilte ein GM-Sprecher am Dienstag mit. Er machte keine Angaben dazu, wie schnell sie wieder aufgenommen werden könnte.

Die „Origin“-Fahrzeuge wurde zusammen mit Honda entwickelt und sollen nach bisherigen Plänen in einigen Jahren auch in Japan zum Einsatz kommen. In den rechteckigen Wagen mit Schiebetüren ist gar kein Platz für einen Fahrer vorgesehen.

Software wird angepasst

Cruise will nun die Software der 950 Fahrzeuge aktualisieren. Mit den Änderungen werde sich das Computer-System in solchen Situationen anders verhalten, heißt es in Unterlagen zu dem Update bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA.

Cruise deklarierte das Update als freiwillige Rückrufaktion. Das Update sei zunächst in einer Testflotte installiert worden. Vor Wiederaufnahme der Fahrten ohne Menschen am Steuer sollten es alle Wagen bekommen, erläuterte Cruise in den am Dienstag bei der NHTSA veröffentlichten Unterlagen.

Behörde musste nach Unfall eingreifen

Nach zwei Unfällen mit Fußgängern verbot die kalifornische Verkehrsbehörde Cruise, Autos ohne Sicherheitsfahrer auf die Straßen von San Francisco zu schicken. Die GM-Tochterfirma setzte daraufhin den fahrerlosen Betrieb auch an anderen Standorten aus. Fahrzeuge des Konkurrenten Waymo dürfen weiter fahrerlos durch San Francisco fahren.

Auslöser für die Entscheidung der Behörde war insbesondere ein Unfall Anfang Oktober, bei dem eine Frau unter ein Cruise-Fahrzeug geraten und von dem Wagen mehrere Meter mitgeschleift worden war.

Dem Unfallbericht zufolge wurde die Fußgängerin zunächst von einem anderen Fahrzeug mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert. Das selbstfahrende Auto habe zwar sofort gebremst – aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern können.

Die Verkehrsbehörde stört sich vor allem daran, was danach passierte. Das Robotaxi blieb zunächst stehen, versuchte danach aber, an den Straßenrand zu fahren. Die unter dem Wagen steckende Frau sei dabei rund sechs Meter mitgeschleppt worden und der Wagen habe ein Tempo von gut elf Kilometern pro Stunde erreicht, hieß es in der Entscheidung der Behörde.

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