Transporter Schuh kauft Streetscooter zurück und holt DHL-Auftrag

Von Yvonne Simon 2 min Lesedauer

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Nach der Insolvenz des bisherigen Eigners steigt Gründer Günther Schuh wieder bei Streetscooter ein. Die Deutsche Post hat bereits eine Bestellung aufgegeben.

Prof. Günther Schuh (3. v. l.) hatte Streetscooter 2010 mit gegründet und nimmt sich des E-Transporters nun wieder an.(Bild:  e.Volution GmbH)
Prof. Günther Schuh (3. v. l.) hatte Streetscooter 2010 mit gegründet und nimmt sich des E-Transporters nun wieder an.
(Bild: e.Volution GmbH)

Günther Schuh und sein Unternehmen „Evolution“ produzieren künftig den als Streetscooter bekannten Elektro-Transporter weiter. Der bisherige Streetscooter-Besitzer, die Nob Manufacturing GmbH, hatte im vergangenen Herbst Insolvenz angemeldet. Bei der Nob Manufacturing GmbH handelt es sich faktisch um die B-On GmbH – das Unternehmen hatte sich im Zuge der Insolvenz umbenannt, wie ein Blick ins Handelsregister zeigt.

Die Evolution GmbH habe den Betrieb und das Anlagevermögen der insolventen Gesellschaft zum 1. Januar 2024 übernommen, heißt es in einer Meldung des Unternehmens. Für die Transaktion sei man eine strategische Partnerschaft mit Neapco eingegangen, dem Auftragsfertiger, der die Fahrzeuge in Düren montiert.

Komplizierter Fall, aber Lieferanten ziehen mit

Professor Schuh und sein Team konnten bereits einen Auftrag des Paketdienstleisters DHL verbuchen. Der „Welt am Sonntag“ erklärte er: „Wir haben vereinbart, dass wir eine Charge von 700 bis 820 Fahrzeugen im ersten Halbjahr liefern. Durch dieses Auftragsvolumen sind wir auch für die Zulieferer wieder im Geschäft.“ So könnten die Arbeitsplätze bei Nob, Neapco und bei weiteren Zulieferern erhalten werden.

Insolvenzverwalter Dirk Wegener erläutert dazu in der Pressemitteilung: „Der Fall war recht kompliziert, weil viele Partner wie die DHL und zahlreiche Schlüssel-Lieferanten mitwirken mussten, die nicht unmittelbar an der Insolvenz der Nob beteiligt waren, ohne deren Mitwirkung aber eine Rettung nicht möglich geworden wäre.“

Streetscooter auf neuer Plattform

Laut „Welt am Sonntag“ möchte Schuh das Fahrzeug nun auf eine neue technische Basis stellen, die er für sein aktuelles Projekt, das Elektro-SUV Space, entwickelt. Ab 2026 will er den Streetscooter auf der neuen Plattform bauen und peilt 5.000 bis 6.000 Einheiten jährlich an.

Schuhs Unternehmen verfolgt das Ziel, „Nachhaltigkeit durch extreme Langlebigkeit der Basisfahrzeuge in der Automobilbranche einzuführen“. Das Unternehmen habe mit der RWTH Aachen einen Prozess entwickelt, der durch ein langlebiges Chassis und eine digitale Fahrzeugakte eine regelmäßige, kostengünstige Aufwertung bestehender Fahrzeuge ermöglichen soll. Das sei bei Transportern, die im Alltag extrem strapaziert werden, besonders wirkungsvoll.

Wechselhafte Geschichte

Schuh und sein Kollege Achim Kampker hatten Streetscooter im Jahr 2010 an der RWTH Aachen gegründet. Im Dezember 2014 übernahm die Deutsche Post das Unternehmen. Ende 2021 kaufte Odin Automotive die Rechte an der Produktion und firmierte in B-On um. Die deutsche Gesellschaft plante 2023 noch, ein Händlernetz aufzubauen; im September war das Unternehmen dann insolvent. International ist B-On weiterhin aktiv.

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