Künstliche Intelligenz BMW testet humanoide Roboter in der Produktion

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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BMW hat im US-Werk Spartanburg humanoide Roboter getestet. Im Karosseriebau erledigten sie Arbeiten, die sonst Menschen ausführen.

BMW hat den humanoiden Roboter „Figure 02“ im Werk Spartanburg getestet.(Bild:  BMW)
BMW hat den humanoiden Roboter „Figure 02“ im Werk Spartanburg getestet.
(Bild: BMW)

BMW hat humanoide Roboter in der Produktion getestet. Der Roboter „Figure 02“ des kalifornischen Unternehmens Figure legte während der Tests im Karosseriebau im Werk Spartanburg erfolgreich Blechteile in Vorrichtungen ein. Die Teile wurden anschließend als Teil der Karosserie zusammengefügt. Das klingt banal, ist aber weit von gewöhnlicher Automatisierung entfernt.

Der Roboter kann autonom menschenähnliche und zweihändige Aufgaben erledigen. Darunter fallen Bewegungen, „die vielfältige und dynamische Manipulationen, komplexes Greifen und die Koordination beider Hände im Einklang erfordern“, teilt BMW mit. Figure 02 kann komplexe Teile millimetergenau platzieren und sich dynamisch bewegen. Einsatzszenarien für Figure 02 sieht BMW laut einer Mitteilung bei ergonomisch ungünstigen und ermüdenden Aufgaben.

Das Robotermodell ist laut seines Herstellers der weltweit fortschrittlichste, humanoide Roboter, der aktuell auf dem Markt erhältlich ist. Im Vergleich zu seinem Vorgänger verfügt er über die dreifache Rechenleistung, eine bessere Sprachkommunikation, bessere Kameras – sechs Stück davon –, Mikrofone und Sensoren, einen leistungsstärkeren Akku und neue Hände. Sie haben jetzt die Größe einer menschlichen Hand und sind in 16 Freiheitsgraden beweglich. Ihre Kraft ist mit der einer menschlichen Hand vergleichbar.

Die technischen Daten von Figure 02

Der Roboter ist rund 1,68 Meter groß und wiegt 70 Kilogramm. Seine Nutzlast beträgt 20 Kilogramm. Er bewegt sich mit rund 4,3 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Laufgeschwindigkeit eines Menschen beträgt rund fünf Kilometer pro Stunde. Die Laufzeit – im Wortsinn – beträgt fünf Stunden. Die Energie liefert ein integrierter Akku mit 2,25 Kilowattstunden Kapazität.

Für die zugrunde liegende künstliche Intelligenz arbeitet Figure mit Open AI, Microsoft und Nvidia zusammen. Das Ziel ist eine „Datenmaschine“, die die gesammelten Informationen in Trainingsdaten wandelt und sie mittels neuronaler Netzwerke für Humanoidenflotten verfügbar halten soll.

Im Video aus dem BMW-Werk wird deutlich, dass die Roboter eigene Fehler selbständig korrigieren können.

Inhalte schlussfolgern und darauf reagieren

Zu den Fähigkeiten der Roboter zählt das sogenannte Sprache-zu-Sprache-Denken. Das heißt: Der Roboter soll Fragen verstehen, deren Inhalt mit seiner Umgebung abgleichen und in seinen Antworten und Reaktionen berücksichtigen. Eine Demonstration – mit dem Modell 01 und unabhängig vom Einsatz bei BMW – zeigt, auf welchem Level die künstliche Intelligenz des Roboters ist. Das Setting: Ein Tisch, darauf ein Tablet mit einem Apfel, ein Geschirrtrockner mit Tellern und einem Glas.

Auf die Frage eines Entwicklers, ob er etwas zu essen haben könne, greift der Roboter den Apfel und reicht ihn weiter. Nach dem Grund für seine Reaktion gefragt, antwortete der Roboter sinngemäß: „Der Apfel war das einzig Essbare auf dem Tisch.“

Humanoide ins Produktionssystem integrieren

Mit dem Test wollte BMW herausfinden, welche Anforderungen sogenannte Multipurpose-Roboter erfüllen müssen, um sie in ein bestehendes Produktionssystem zu integrieren. Dazu gehört etwa, wie humanoide Roboter in der Praxis mit dem Produktionssystem kommunizieren. Die Entwickler von BMW und Figure werten die Ergebnisse aus und entwickeln den Roboter weiter.

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