Kurz vor dem Start haben die Macher der IAA Mobility noch einmal den weiten Rahmen ihrer Veranstaltung betont. Die einst reine Autoshow soll breitere Massen begeistern.
Stand der Volkswagen Gruppe auf der IAA Mobility 2025.
(Bild: VDA/IAA Mobility)
Wenn am 9. September abends in München die Fassaden von Oper oder altem Rathaus bunt beleuchtet erstrahlen, beginnt für die Stadt nicht nur ein Lichtspektakel. Mit dem „Festival of Lights“ startet die IAA Mobility 2025, nach eigenem Bekunden die größte Mobilitätsplattform. Vom Messegelände bis zu den Einkaufsstraßen soll München dann für sechs Tage von 11 bis 21 Uhr zum Labor und Schaufenster für die Zukunft von Verkehr, Technik und urbanem Leben werden.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet in diesem Jahr eine Rekordzahl von Ausstellern und Besucherinnen und Besuchern. Auch, wenn etwa Toyota, Fiat oder Peugeot sich diesen wie andere Auftritte sparen, sind mehr als 30 Hersteller dabei; darunter alle deutschen Marken, viele Asiaten oder Renault – und auch eine Menge anderer Mobilitätsmarken von der Bahn über Fahrrad-Produzenten bis zu Sharinganbietern.
München dauerhaft als IAA-Standort?
Jürgen Mindel, Geschäftsführer des VDA, spricht von einem „globalen Aushängeschild unserer Industrie“ und betont die ökonomische Dimension. Schon 2023 habe die Messe 169 Millionen Euro an zusätzliche Kaufkraft für die Stadt gebracht – 2025 rechnet man wieder mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Auch deswegen geben sich die Partner sehr zuversichtlich, bis 2031 drei weitere IAA in München zu veranstalten. In den nächsten Wochen könnte diese Zusammenarbeit schon formal verlängert werden.
Die Struktur der Veranstaltung ist auch in diesem Jahr zweigeteilt. Auf dem Messegelände in Riem konzentrieren sich gegen Eintrittsgeld Fach- und Branchengespräche. Dort finden auch der IAA-Summit, über 200 Panels, technische Vorführungen und Produktneuheiten statt. Große Konzerne wie Mercedes-Benz, BMW und Google verdreifachen ihre Standflächen, um Softwarelösungen, neue Batterien oder Konzepte für urbane Mobilität zu zeigen. Und wohl zuweilen auch, um nicht gegenüber chinesischen Newcomern optisch abzufallen, die vor zwei Jahren mit bombastischen Auftritten das Messegelände dominiert hatten.
Mit mehr als 500 internationalen Sprecherinnen und Sprechern aus Wirtschaft und Wissenschaft wird die IAA auf dem Messegelände wieder Diskussionsforum der professionellen Besucher. Die Chefs von Opel, BMW und Polestar treten ebenso auf wie Vertreterinnen von Google, Samsung und vielen Forschungsinstituten. Schließlich prägen Batterietechnik aus China, Chipentwicklungen aus Südkorea oder Cloud-Lösungen aus den USA die Zukunft der Mobilität.
Open Space: Kostenlos und für Endkunden
Im Zentrum Münchens sind allerdings die klassischen Hersteller aus Deutschland wie Audi, BMW, Mercedes, Porsche oder VW wieder die unangefochtenen Platzhirsche. Dort erstreckt sich der sogenannte Open Space, wo Besucher kostenlos die Neuheiten anschauen können. Zwischen Odeonsplatz und Ludwigstraße können sie viele Fahrzeuge nicht nur sehen, sondern direkt ausprobieren. 231 Modelle stehen für Probefahrten bereit – vom Elektro-SUV bis zum Lastenrad. Ein eigener Bereich im Englischen Garten widmet sich Fahrrädern und Mikromobilität, wo Besucher auf Teststrecken und Parcours die technischen Möglichkeiten erleben können.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf autonomem Fahren. 25 Fahrzeuge sollen zeigen, wie sich computergesteuertes Fahren anfühlt. Studien, etwa von McKinsey, prognostizieren bis 2030 einen Marktwert von mehr als 300 Milliarden Dollar allein für automatisierte Fahrdienste. Probefahrten werden in klar definierten Zonen ermöglicht, begleitet von Sicherheitspersonal und Expertinnen. Der Branchentrend ist eindeutig: Immer mehr Hersteller treiben softwaredefinierte Fahrzeuge voran. Auch in den Diskussionsrunden des IAA-Summits und auf dem zentralen Marienplatz spielen dabei Fragen der Verkehrssicherheit, Ethik und Regulierung eine große Rolle.
Erlebnis statt Ausstellung: Interaktive Formate für Familien
In der City geht es aber vor allem um die große Show: Die Messe legt in diesem Jahr noch größeren Wert auf Erlebnisprogramme. Als interaktive Schnitzeljagd führt der Family Trail über verschiedene interaktive Stationen. Familien und Kinder. Sie können dort unter anderem nachhaltige Antriebe, Technik zum Anfassen und kleine Wettkämpfe entdecken. Ein eigener Kids Day mit Musikshows soll die nächste Generation an solche Themen heranführen.
Stand: 08.12.2025
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Für Studierende und junge Berufstätige öffnen sich Freitag am Career Day neue Perspektiven, für Frauen gibt es dann einen speziellen Abend zur Kontaktpflege mit potenziellen Arbeitgebern. Auch Sport und Kultur sind Teil des Programms. Musikerinnen wie Alice Viola oder DJs bei Abendveranstaltungen sollen die IAA Mobility stärker als Festival positionieren, und Sportbegeisterte bekommen eine eigene Generation & Sports Day.
Bürgerdialog und Nachhaltigkeit im Zentrum
Technische Anwendungen, Kultur und Bürgerbeteiligung zusammenführen – das ist der dahinterstehende Anspruch, auch, um Proteste von Autoskeptikern schon im Ansatz einzudämmen. Die Veranstalter betonen dabei die zentrale Rolle von Nachhaltigkeit. Mit dem offenen Citizens Lab in der Innenstadt entsteht zusätzlich ein Forum, in dem Fachleute mit Bürgerinnen und Bürgern über Radwege, ÖPNV und Klimaziele sprechen. Themen wie Kreislaufwirtschaft oder Ladeinfrastruktur rücken dabei ins Zentrum.
Dabei will sich die Messe zu aktuellen Herausforderungen als Forum anbieten. Studien zur Verkehrswende in Deutschland, etwa der Agora-Verkehrswende, zeigen, dass 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw auf den Straßen fahren müssen, um die Klimaziele zu erreichen. Die IAA Mobility nutzt diese Zielmarke als Anlass, wenn E-Autos, Fahrräder und Sharing-Konzepte ausgestellt und diskutiert werden.
Bahn, Bus und Lego – neue Partnerschaften für neue Mobilität
Neue Partnerschaften verdeutlichen diesen erweiterten Mobilitätsbegriff der Messe. Die Deutsche Bahn stellt erstmals im Maßstab 1:1 die Münchner XXL-S-Bahn vor, die ab 2028 im Einsatz sein soll. Kommunale Verkehrsbetriebe und die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft beteiligen sich an Initiativen für den Nahverkehr. Lego ist Partner für das Festival of Lights, und die Versicherer Allianz fördert den Kids Day.
Das dürfte auch 2025 wieder viele Besucher jenseits der klassischen Autofreaks nach München locken, zur Freude der dortigen Gastronomie, Kaufhäuser oder Hotels. Studien des ifo-Instituts haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, wie Messen wirtschaftliche Nebeneffekte erzeugen. Die Münchner erwarten wieder eine halbe Million Gäste – was nicht jeden Einheimischen begeistert, der nur zum Shoppen in der City wollte. Nach wie vor tun sich nicht wenige Einheimische daher eher schwer mit dem mobilen Spektakel in der Innenstadt.
Hoffen auf gutes Wetter
Die beiden bisherigen IAA in der Stadt hatten allerdings trotz mancher Kritiker positiven Festival-Charakter verbreitet – wofür auch ein ganz wesentlicher Faktor gesorgt hat: Sommerstimmung mit strahlendem Sonnenschein. Der Blick auf die Wettervorhersage dürfte daher der einzige Faktor sein, der die Verantwortlichen in den nächsten Tagen noch in wirkliche Unruhe versetzen könnte. Aktueller Trend: Es wird nicht alles eitel Sonnenschein.