Produktion Kuka und Flexfactory arbeiten zusammen bei „Production as a Service“

Von Thomas Günnel

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Effizient fertigen ohne in eigene Anlagen zu investieren: Das „pay-on-production“ genannte Modell wollen Kuka und Flexfactory – ein Joint Venture von MHP, Munich Re und Porsche – ausbauen.

Ohne eigene Investitionen in Produktionsanlagen fertigen: Dieses Modell wollen Kuka und Flexfactory ausbauen.
Ohne eigene Investitionen in Produktionsanlagen fertigen: Dieses Modell wollen Kuka und Flexfactory ausbauen.
(Bild: Kuka)

Kuka und Flexfactory haben auf der Automatisierungsmesse Automatica ihre Zusammenarbeit verkündet. Das Ziel: anpassungsfähige Produktionskapazitäten anbieten, die als Service gebucht werden. Philipp Hypko, Geschäftsführer bei Flexfactory, beschrieb das Modell im Mai beim Smart Factory Day. Nutzer von Maschinen und Anlagen sollten sich fragen, ob sie den Maschinen- und Anlagenpark oder die Produktionsstraße vollständig selbst besitzen wollen. „Wir sind davon überzeugt, dass der Besitz der Anlagen herausfordernd wird“, sagte Hypko, nannte als Gründe Resilienz, Sustainability und Value Proposition.

Am Beispiel der Fahrradindustrie beschrieb er die Probleme: „Es dauert aktuell länger ein Fahrrad nach Europa zu bekommen als ein Auto. Das liegt primär daran, dass die Produktion massiv nach Asien ausgelagert worden ist und hier die Supply Chains kollabieren. An den Standorten gibt es kaum Automatisierung. Um die Produktion nach Europa zurückzuholen, muss diese Produktion komplett anders aussehen“, skizzierte Philipp Hypko die aktuellen Schwierigkeiten.

Neue Technik kann Investitionsrisiko bedeuten

Es gebe erste Beispiele, wie zum Beispiel die Fertigung von Fahrradrahmen in Europa aussehen kann – „diese stärkere Automatisierung bedeutet aber auch höhere Investments.“ Der Zwang zur Dekarbonisierung bedeute, dass neue Technik eingesetzt werden müsse; die ein hohes Investitionsrisiko verursachen kann.

Das Thema Value Proposition sei nicht neu, werde aber immer aus anderen Blickwinkeln betrachtet. „Was ist in der aktuellen Zeit das Richtige?“, fragte Hypko. „In der jüngeren bis mittleren Vergangenheit gab es eine starke Tendenz zu größeren, für den Weltmarkt produzierenden Werken. In letzter Zeit geht es häufiger um das Thema Regionalisierung – das bedeutet wesentlich kleinere, lokale Werke.“ Die Herausforderung dabei sei es, dennoch Skaleneffekte zu erzeugen und das Auslastungsrisiko zu minimieren.

Das Konzept des Buchens von Produktionskapazitäten sei auf die produzierende Industrie übertragbar und werde schon angewendet, „ vor allem auf Einzel-Maschinenebene“ Auf der Ebene vollständiger Fabriken gibt es derzeit weniger Beispiele, „Kuka zum Beispiel hat für Jeep ein Betreibermodell ‚Pay on Production‘ umgesetzt“, sagte Philipp Hypko. In der „Kuka Toledo Production Operations“ hat das Unternehmen jahrelange Erfahrungen mit dem Fertigungsmodell gesammelt; überwiegend mit der Produktion von Rohkarossen für den Wrangler.

„Angesichts der aktuellen Herausforderung der global nicht mehr funktionierenden Lieferketten, den Preissteigerungen im Frachtbereich und dem Trend der Rückverlagerung von Produktionsstandorten nach Europa sehen wir in diesem Konzept großes Potential“ kommentierte Gerald Mies, Geschäftsführer von Kuka Systems.

Wer ist Flexfactory?

Flexfactory ist ein Joint Venture des Beratungsunternehmens MHP, Munich Re und Porsche. Das Unternehmen bündelt Expertise in digitaler und flexibler Fertigung und Geschäftsmodell-Transformation – für den Aufbau einer flexiblen Fabrik, die externen Investoren gehört und von mehreren Nutzern geteilt wird. Der Überbegriff dafür heißt „Production as a Service“.

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