Schmitz Cargobull Kunststoff-Druckluftspeicher

Redakteur: Bernd Otterbach

Schmitz Cargobull hat den ersten Druckluftbehälter für LKW-Anhänger aus Kunststoff vorgestellt. Entwickelt hat ihn die Firma Comat aus drei abgestimmten Ultramid-Typen aus dem BASF-Sortiment.

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Der knapp 1,2 Meter lange Behälter hat einen Durchmesser von 32 cm und fasst 80 Liter. Er dient zur Druckluftsteuerung von vielen mechanischen Funktionen am LKW, insbesondere von Bremse und Luftfederungssystemen. Bisher wurden diese Speicherbehälter aus Metall gefertigt. In dem neuartigen Mehrschritt-Verfahren zur Herstellung der Behälter kommt laut Hersteller zunächst eine hochviskose Ultramid-Extrusionstype aus dem Polyamid-6-Sortiment der BASF zum Einsatz, aus der Comat Rohre extrudiert und beschneidet.

Danach entstehen in einem von Comat entwickelten Verfahren Endlos-Glasfasern, die mit einer wärmestabilisierten Ultramid-Type imprägniert sind. Das Rohr wird mit diesen Fasern umwickelt. Schließlich kommt auf die Rohr-Enden noch ein spritzgegossener Deckel, der aus einem dritten BASF-Polyamid besteht.

Hierfür hat das Unternehmen eine spezielle Schweißtechnik angewendet, so dass die Deckel druckdicht mit den Rohrabschlüssen verbunden werden. „Eine Gewichtsersparnis von 10 kg, bei zum Vorgängerbehälter vergleichbaren Kosten, war für uns der Grund in diese Entwicklung zu investieren“, erläutert Ralph Funck, Geschäftsführer von Comat. „Der neue Druckluftbehälter aus Kunststoff erfüllt die hohen Anforderungen, die wir auch an das frühere Metallteil stellten“, kommentiert Mark Hengst, Strategischer Einkauf Bereich Bremse/Licht/Telematik der Schmitz Cargobull AG. „Das ist ein Riesenschritt vorwärts zu mehr Kunststoff im LKW.“

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