Pilotabschluss Tarifeinigung in der Metall- und Elektroindustrie

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die 3,9 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekommen mehr Geld. Der Tarifvertrag hat eine vergleichsweise lange Laufzeit von 25 Monaten.

Die Warnstreik-Fahnen können eingerollt werden! Denn die Verhandlungen um einen neuen Tarif in der Metall- und Elektrobranche sind per Pilotabschluss beendet.(Bild:  IG Metall)
Die Warnstreik-Fahnen können eingerollt werden! Denn die Verhandlungen um einen neuen Tarif in der Metall- und Elektrobranche sind per Pilotabschluss beendet.
(Bild: IG Metall)

Nach 18-stündigen Verhandlungen haben IG Metall und Arbeitgeberverbände in Hamburg mitgeteilt, dass die Gehälter um 5,1 Prozent steigen sollen. Für kriselnde Unternehmen gibt es Möglichkeiten, einzelne Zahlungen auszusetzen oder ganz zu streichen. Weitere Warnstreiks sind damit vom Tisch. Den Pilotabschluss, der nun möglichst schnell auch in den übrigen Tarifbezirken übernommen werden soll, wurde von den Verhandlungsteams aus Bayern und dem Tarifgebiet Küste erstmals im Tandem erreicht. Er hat eine vergleichsweise lange Laufzeit von 25 Monaten. Aufs Jahr gerechnet sind deshalb weniger als drei Prozent Lohnsteigerung herauskommen. Gefordert hatte die IG Metall sieben Prozent in zwölf Monaten.

Die Sozialpartnerschaft funktioniert

Dass man den Abschluss innerhalb von zwei Monaten hinbekommen habe, sei ein Signal an die Bevölkerung, dass die Sozialpartnerschaft funktioniere. Die Unternehmen würden im laufenden Jahr nicht mehr belastet. Der Schaden durch Streiks wäre größer geworden. Für die Beschäftigten winkt nun eine Einmalzahlung von 600 Euro, die spätestens im Februar 2025 fließen wird. Die Tabellenerhöhungen sollen dann in den kommenden beiden Jahren jeweils zum 1. April greifen. Die erste Stufe bringt ein Plus von zwei Prozent. Die zweite dann 3,1 Prozent. Zusätzlich soll es nun auch für Teilzeitbeschäftigte möglich sein, einen bestimmten Gehaltsanteil in Freizeit umzuwandeln. Für Auszubildende wurde eine überproportionale Erhöhung um 140 Euro monatlich vereinbart, die bereits zum Januar 2025 gilt. Der Tarifvertrag endet dann am 31. Oktober 2026.

Die Tarifverhandlungspartner „ampeln“ halt nicht!

Einigkeit zeigten die Tarifpartner bei der Beurteilung der politischen Entwicklung in Berlin. Die Tarifparteien wollten demnach zeigen, dass man nicht „ampelt“, sondern Einigung erzielen kann. Man hoffe, dass man mit diesem Ergebnis auch ein Anstoß an die Politik gesendet hat, dass Kompromisse mitunter schmerzhaft, aber möglich sind. Der Abschluss sei ein Signal an die Politik, sich jetzt endlich zu ordnen. Man richte an eine neue Regierung angesichts der wirtschaftlichen Lage in den Betrieben die gleichen Forderungen wie zuvor. So werden weiterhin Steuerentlastungen für Unternehmen, Bürokratieabbau, begrenzte Sozialabgaben und einen leichteren Zugang für Fachkräfte aus dem Ausland gefordert. Auch niedrigere Energiepreise seien weiterhin nötig.

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