Nutzfahrzeuge MAN beginnt Bau von Batteriewerk in Nürnberg

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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MAN hat mit dem Bau seines Batteriewerkes in Nürnberg begonnen. Das Werk wird die Lkw-Produktion in München beliefern – perspektivisch weitere Werke.

Aktuell fertigen Beschäftigte bei MAN in Nürnberg Batteriepacks noch manuell. Für die Großserie entsteht eine neue Fertigung.(Bild:  Sandra Schmid/MAN)
Aktuell fertigen Beschäftigte bei MAN in Nürnberg Batteriepacks noch manuell. Für die Großserie entsteht eine neue Fertigung.
(Bild: Sandra Schmid/MAN)

MAN Truck & Bus will ab dem Jahr 2025 in Nürnberg Batterien für seine elektrisch angetriebenen Lkw in Großserie herstellen. Dafür hat nun der Bau eines neuen Gebäudes am Standort mit dem symbolischen Spatenstich begonnen. Zwar entstehen in Nürnberg bereits Batterien für E-Lkw, das aber noch in manueller Kleinserienfertigung.

Die neue Produktionsfläche wird laut MAN gut 16.000 Quadratmeter haben. Rund 350 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Bis zu 100.000 Hochvolt-Batterien sollen ab 2025 das Werk verlassen. Laut MAN reicht das für zwischen 15.000 und 25.000 elektrische Lkw, abhängig von deren Konfiguration.

Für Nürnberg als Batterie-Standort hatte sich der Nutzfahrzeughersteller vor rund zwei Jahren entschieden. Seitdem läuft hier die Kleinserienfertigung. Bis Ende 2024 will MAN erste Kundenfahrzeuge aus dieser Kleinserie bedienen. Ab dem Jahr 2025 beliefert die neue Anlage die Elektro-Lkw-Produktion des Herstellers in München.

Für den Bau in Nürnberg, Investitionen in Logistik, Infrastruktur, Gebäude und Fertigungsanlagen investiert MAN rund 100 Millionen Euro; 30 Millionen Euro schießt der Freistaat Bayern zu.

Ab Ende Oktober 2023 verkauft MAN den „eTruck“. Die ersten Exemplare sollen 2024 „zu ausgewählten Kunden“ rollen. Die Batterien will MAN außerdem in seinen Stadtbussen einsetzen, später auch in Reisebussen. Mitte September verkündete MAN den Bau des 1.000sten Stadtbusses im polnischen Werk in Starachowice.

Entwicklung an Wasserstoff-Verbrennungsmotor und Brennstoffzelle

Am Standort Nürnberg entwickelt MAN außerdem mit lokalen Hochschulen weitere alternative Antriebe. Anfang 2023 weihte der Truck-Hersteller dafür den „Campus Future Driveline“ auf dem Werksgelände Nürnberg ein. Dort arbeiten MAN-Entwickler gemeinsam mit Studenten und Professoren der Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg an Projekten zu Batterie, Wasserstoffverbrennungsmotor und Brennstoffzelle.

Tochterunternehmen testet E-Truck

Die MAN-Tochter Loadfox testet den E-Truck im Werksverkehr für den Lkw-Hersteller.(Bild:  MAN)
Die MAN-Tochter Loadfox testet den E-Truck im Werksverkehr für den Lkw-Hersteller.
(Bild: MAN)

Seit Anfang Oktober testet MAN den vollelektrischen eTruck zwischen den deutschen Standorten München, Dachau, Nürnberg und Salzgitter. Später sollen Routen zu den polnischen Standorten Krakau und Starachowice folgen. Dafür hat der Hersteller Ende 2022 das Unternehmen Loadfox Transport Solutions gegründet.

Das Unternehmen bedient die interne Werkslogistik des Herstellers. Ab 2024 soll das Tochterunternehmen stärker automatisierte Fahrfunktionen die tägliche Logistik integrieren und praktisch testen.

Technische Daten des MAN E-Truck

Der E-Truck ist vorbereitet für den voraussichtlich ab 2025 verfügbaren Megawatt-Ladestandard. Die Tagesreichweiten beziffert MAN damit auf „zwischen 600 und 800 Kilometer, perspektivisch sogar bis 1.000 Kilometer mit nur einem Zwischenladen in der 45-minütigen Lenkzeitpause des Fahrers“. Die elektrischen Antriebe leisten zwischen 200 und 350 Kilowatt. Die nutzbare Batteriekapazität reicht von 200 bis 500 Kilowattstunden.

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